Weltuntergang - California Style

05.Januar 2008 Tina

Kalifornien - da denkt der gemeine Deutsche normalerweise an Sommer, Sonne, Strand und Meer. Womit er zu einem großen Teil ja auch Recht hat. Selbst im nördlichen Teil, wo wir leben, ist es zu 90% sonnig, es hat Strand und Meer. Doch an ca. zwei Monaten im Jahr herrscht hier so etwas wie Winter. Kalifornischer Winter. Nix mit Schnee und Eis und so. Es regnet. Das zwar nicht zu knapp, diesmal allerdings hat es wohl so viel geregnet und gestürmt, dass das ein paar der Oberleitungen hier nicht mehr gepackt haben. In Teilen Nordkaliforniens ist der Strom ausgefallen, unter anderem auch bei unseren Freunden Emma, Matthias und Mia in Sausalito. Angefangen hat es gestern Früh, als die drei beim Aufstehen kein Licht mehr hatten. Matthias versuchte sich im heftigen Regen über den Highway 101 ins Büro zu kämpfen, doch musste nach kurzer Strecke, aber langer Stauphase aufgeben und umkehren. Schließlich wurde der Highway gesperrt. Nachdem die drei den Abend bei Kerzenschein und die Nacht mit dickem Deckenlager verbringen mussten (da ja den ganzen Tag über schon die Heizung ausgefallen war), haben sie heute bei uns Unterschlupf gesucht. Wir haben erst mal ausgiebig gefrühstückt und uns auch den Rest des Tages im Haus verschanzt. Nina fand’s super, denn so hatte sie in Mia den ganzen Tag lang eine Spielgefährtin. Am frühen Abend sind Markus und Matthias los zu Whole Foods, Grillgut kaufen. In Novato hatte am Nachmittag der Regen nachgelassen und später kam sogar die Sonne raus. Für uns hieß das Grill anschmeißen (aber drinnen essen). Während dem Abendessen bekam Matthias einen Anruf von deren Nachbarn. Wir gingen fest davon aus, dass er nur vermelden wollte, dass der Strom nun wieder da sei. Aber nix da. Nach über 1,5 Tagen immer noch kein Strom und auch keine Sicht auf Besserung. Nach lediglich einem starken Windsturm, das muss man sich mal vorstellen. Auf Spiegel Online habe ich vorhin gelesen, dass der hiesige Stromversorger verlauten ließ, es könne noch “einige Tage” dauern, bis der Strom vollends wieder hergestellt sei. Für uns war das irgendwie paradox, inmitten der High-Tech-Firmen des Silicon Valley zu sitzen, die das Unmöglichste möglich zu machen scheinen, aber wenn mal der Wind etwas heftiger weht und ein paar mehr Regentropfen fallen, gleich gar nix mehr geht. Da wird einem erst mal wieder bewusst, wie klein der Mensch wirklich ist und wie hilflos man ist, wenn plötzlich kein Strom mehr da ist. Markus war gestern nach der Arbeit noch im Supermarkt ums Eck und es gab fast nichts mehr, die Leute haben anscheinend alle panisch Hamsterkäufe getätigt, obwohl bei uns der Strom ja nie weg war. Vielleicht sollten wir uns für die Zukunft auch mal besser mit einem Vorrat an Kerzen ausstatten. Den dreien wünschen wir jedenfalls, dass sie bald wieder Strom haben und in ihr Haus zurückkehren können. Die heutige Nacht verbringen sie im Haus von Sandra und Christoph in Sausalito, das sie eh gerade hüten. Emma, ich freue mich schon sehr auf deinen Blogeintrag … wenn ihr denn mal wieder Strom habt …

Artikel gespeichert unter: Allgemein, Kalifornien

bisher 2 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. chrisfan  |  06.Januar 2008 at 11:16

    ist mir auch etwas suspekt wie in einem Land wie den USA alle Stromleitungen noch oberirdisch verlaufen können, nach jedem Sturm das gleiche Problem, warum die nicht mal endlich ihre Energieversorgung auf einen modernen Stand bringen??? an Geld sollte es doch nicht mangeln, bei so vielen Ausgaben im Militäretat müßte doch auch die Versorung der eigenen Bevölkerung im Vordergrund stehen

  • 2. Mama Schwaner  |  07.Januar 2008 at 10:51

    uha. dann gibt´s bestimmt im september/oktober babyboom in sausalito ;)

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