Subway-Begegnung

14.August 2007 Markus

Dicht gedraengt stehen die Leute in der Subway, wie jeden Morgen. Wie immer schaue ich mich ein wenig um, die Zusammensetzung der Mitfahrer ist auch nach eineinhalb Jahren noch faszinierend. Alle Altersgruppen, zig Nationalitaeten und Rassen, Anzugtraeger neben Skatern, alles ist vertreten. Neben mir steht ein fuelliger Mexikaner mittleren Alters. Scheint ein Altrocker zu sein, seine lange Matte und sein dichter Bart weisen schon einige graue Haare auf. Er traegt ein aermelloses Shirt, so dass seine Armtaetowierungen richtig gut zur Geltung kommen… ein grosses Hakenkreuz und SS-Runen!

Das Recht auf Meinungsfreiheit (First Amendment) ist hier ja heilig, aber das war dann doch ein bisschen widerlich heftig. Ich habe laenger ueberlegt, was ich machen soll. Meine erste Idee (”Anspucken”) fand ich ein wenig unausgereift, eine provozierende Grundsatzdiskussion (”Dir ist schon klar, dass du bei den Nazis als Erstes auf der Abschussliste gestanden haettest?”) zwischen zwei Haltestellen unpassend. Ich habe es bei meinem patentierten “Du ekelst mich an!”-Blick belassen und frage mich seitdem, wie Aussehen, Outfit und Nationalitaet mit diesen Taetowierungen zusammen passen. Nicht, dass ich sie jemals “passend” finden wuerde, aber das war irgendwie surreal. Insbesondere hier in New York, wo die einzigen Glatzentraeger das absolute Gegenteil von Skinheads sind.

Artikel gespeichert unter: Allgemein, New York

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