Die Stadt braucht Geld

14.April 2007 Markus

Und zwar anscheinend dringend. Wie vor kurzem berichtet, haben wir ein mehr oder weniger berechtigtes Schwarzfahrticket kassiert. Satte $60 sollten wir innerhalb von vier Wochen abdrücken. Als brave Bürger machen wir das natürlich auch pünktlich, wer will schon als Neueinwanderer Ärger mit den Behörden wegen $60, und so ging vor einer guten Woche auch schon der Scheck in die Post. Ja, der Scheck. Überweisung ist nicht drin, aber dazu später in einem anderen Blogeintrag mehr. Thema erledigt - dachte ich jedenfalls. Gestern klingelt dann auf dem Weg in die Arbeit mein Telefon, als ich rangehe, verlangt eine barsche Stimme nach “Markus Wilding”. Ja, der bin ich, worum geht’s? “When are you going to pay for your subway violation?!” Äh, was? Wer? Melden muss man sich am Telefon anscheinend nicht, wenn man Geldeintreiber des New Yorker Transportbüros ist. Aber was soll’s, ich habe ja schon längst gezahlt. “When did you send that check?!” will die freundliche Dame wissen. Naja, vor ungefähr einer Woche, sollte eigentlich schon… “When exactly? What date?!” Ja was weiß denn ich? Aber wie gesagt, ich will ja keinen Ärger. Vielleicht ist der Scheck ja auf dem Postweg verloren gegangen, kommt ja vor. Und ich bezweifle mal, dass jemand die Chuzpe hat, einen an die NYPD gerichteten Scheck einzulösen. Komm ich halt vorbei und zahl dort. Wo muss ich hin? “Grmpgfdb Street, Brooklyn!” Wo? “Grmpflgb Street, Brooklyn!!” Aha. Gibt’s denn keine Möglichkeit, in Manha… “No. Good bye!” Ähm… ja. Wiedersehen auch. Schau ich halt im Internet nach. Wobei, wo ich gerade online bin, könnte ich ja auch mal meinen aktuellen Kontostand anschauen. Oh, da wurde ein $60-Scheck eingelöst. Vorgestern…

Ich glaube, ich rufe nicht zurück - vor allem, da ich soeben gemerkt habe, dass ich noch volle zwei Wochen Zeit gehabt hätte, die Strafe zu bezahlen. Andererseits wäre vermutlich nächste Woche schon das FBI angerückt…

Artikel gespeichert unter: Allgemein, New York

bisher 3 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Moritz Papa  |  14.April 2007 at 18:50

    Ach kleine Menschen auf Behörden mit ein bisschen geliehener Macht sind doch auf der ganzen Welt gleich.

  • 2. Susan  |  15.April 2007 at 09:29

    Oh, da würde mir die Galle hochkommen. Oller Stinkstiefel, der.
    Witzig ist das mit den Überweisungen - wir haben versucht, unsere Miete zu überweisen. Abgelehnt mit der Begründung, daß man ja dann an das Konto könnte…*augenroll* Naja, wenn man das Prinzip nicht versteht. Jetzt dürfen wir jeden Monat da antanzen und Scheck abgeben oder Bar zahlen.

  • 3. Mama Schwaner  |  16.April 2007 at 16:12

    Oha! Ganz schön krass! In Berlin geht das alles ganz easy :) Ich dachte immer, dass man nach 3x Schwarzfahren in den Knast muss und erst recht, wenn man die Strafe nicht bezahlt. Nun arbeite ich in einer Kanzlei die Privatinsolvenzen verwaltet bzw. vorbereitet und vieeele vieeele Mandanten haben zig Schwarzfahrgebührenbescheide. Manche sogar über 20 Stück. Frei sind die aber immer noch…

Dein Kommentar

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu schreiben.

Trackback diesen Artikel  |  Kommentare als RSS Feed abonnieren


Kalender

Januar 2022
M D M D F S S
« Jun    
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Aktuelle Artikel

Besucherzähler