Unterhaltungs-Update: Filme

15.November 2006 Markus

Irgendwie gibt es momentan nicht allzu viel zu berichten. Damit es hier nicht zu ruhig wird, gibt’s halt mal zwischendurch ein bisschen was zum Thema Freizeit. Fangen wir mal mit Filmen an…
Zuletzt gesehen (spoilerfrei!):

Borat: Ich wurde ja schon gefragt, ob der Film hier ueberhaupt gezeigt werden darf, weil der Amerikaner an sich ja alles andere als gut wegkommt. Das Gegenteil ist der Fall, der Hype ist kaum zu bremsen, Borat ist letzte Woche auf Nummer 1 in die Filmcharts eingestiegen. Ist auf dem flachen Land vermutlich anders, aber hier in NYC ist Borat derzeit groesser als James Bond. Ich habe mich extrem gut amuesiert, einige Szenen sind einfach unfassbar lustig - und gleichzeitig unfassbar beklemmend. Trotzdem geht dem Film zum Ende hin ein wenig die Luft aus, ein nachvollziehbares Problem, wenn man einen Charakter aus einer Comedyshow zu einem kompletten Kinofilm aufblaest. Trotzdem absolut empfehlenswert.

The Departed: Da ich ja nicht nur Spiele- sondern in etwas geringeren Masse auch Filmnerd bin, kannte ich sogar den Hongkong-Thriller Infernal Affairs von 2002, auf dem The Departed basiert und war dementsprechend doppelt gespannt. Was soll ich sagen - einer der besten Thriller der letzten Jahre! Dass die Story gut und spannend ist, wusste ich ja schon, dazu kommen aber absolut herausragende schauspielerische Leistungen von ausnahmslos allen Hauptakteuren. Im Fall von Jack Nicholson mag ich geblendet sein (er ist nun mal einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler), aber Leonardo di Caprio und Matt Damon sind normalerweise nicht so mein Fall, aber gerade die beiden spielen absolut ueberzeugend.

The Illusionist & The Prestige: Schon komisch, die Filmbranche. Kennt irgendjemand einen Film zum Thema “Zauberer im 19. Jahrhundert? Ich jedenfalls nicht, aber dann kommen nahezu gleichzeitig zwei Filme zum selben Thema ins Kino. Verstehe, wer will. Mich interessiert ja prinzipiell alles, was einen historischen Hintergrund hat, ausserdem stellen Edward Norton und Paul Giamatti im einen und Hugh Jackman und Christian Bale im anderen Film die Hauptdarsteller, insofern musste ich natuerlich beide sehen. Kurz gefasst: wer nur einen Film zu diesem Thema sehen will, sollte unbedingt The Illusionist waehlen. Die Geschichte ist dort einfach spannender als bei The Prestige, bei dem es eigentlich nur um die dauernde Rivalitaet zwischen zwei konkurrierenden Magiern geht, Norton und Giamatti sind in ihrem Katz-und-Maus-Spiel deutlich interessanter als Jackman und Bale in ihrem Konrkurrenzkampf und das Finale ist bei The Illusionist ueberraschend und originell, bei The Prestige dagegen eher unglaubwuerdig. Auf der Habenseite hat The Prestige dagegen David Bowie, der einen coolen Dr. Tesla gibt, Scarlett Johannson wirkt dagegen leicht ueberspielt (kein Wunder nach schaetzungsweise 748 Filmen in diesem Jahr, in denen sie mitgewirkt hat). Oh, apropos Frauen: Jessica Biel ist meiner Meinung nach die Schwachstelle in The Illusionist und wirkt durchgehend recht hoelzern.

The Others: Ging damals bei seinem Erscheinen (2001) voellig an mir vorueber und war gestern Abend fuer uns eine extrem positive Ueberraschung. Nicole Kidman spielt eine Mutter mit zwei Kindern, die allergisch auf Licht reagieren und somit im ewigen Halbdunkel ihres Herrenhauses auf dem englischen Lande auf die Heimkehr des Vaters warten. Der Film ist eine richtig schoene Geistergeschichte, verzichtet aber bewusst auf uebertriebene Schockeffekte und wirkt vielleicht gerade deshalb besonders eindringlich. Der Film erinnert ein wenig an The Devil’s Backbone, den man uebrigens auch unbedingt gesehen haben sollte, wenn man Geistergeschichten mag. Grossartiges Ende!

Rome: Kein Film, sondern eine von HBO mit Hilfe der BBC produzierte Miniserie, die hier inzwischen auch auf DVD zu haben ist. Der Pilotfilm beginnt im Jahre 52 vor Christus. Caesar hat nach acht Jahren endlich Gallien erobert (Ganz Gallien? Nein, aber das ist eine andere Geschichte). Die 45-minuetigen Folgen erzaehlen die Geschichte von Caesars Rueckkehr nach Rom bis zu seiner Ermordung im Senat und zwar aus der Sicht von verschiedensten Akteuren. Kern der Serie ist zum einen die schwierige Freundschaft zwischen Lucius Vorenus, eines harten Offiziers der roemischen Legion und Titus Pullo, einem tapferen, aber etwas zu lebensfrohen Legionaers. Zum anderen geht es natuerlich um Caesar selbst und um seine aus dem Geschichtsunterricht bekannten Freunde und Feinde, von Brutus bis Marcus Antonius, von Cicero bis Cleopatra. Das Interessanteste an der Serie ist mit Sicherheit die historische Authenzitaet. Rom und die Roemer sind nicht einfach wie so oft nur der farbenfrohe Hintergrund fuer die Geschichte, sondern der eigentliche Kern, die wahre Attraktion. Noch nie ist der Alltag in Rom und Italien in dieser Zeit so echt, so lebensnah dargestellt worden. Manchmal vielleicht ein bisschen zu lebensnah. Die Sitten waren ja damals eher rau und Rome haelt sich in der Darstellung nicht im Geringsten zurueck. Schon in den ersten Folgen ging es derart heftig zur Sache, dass es Tina schon wieder gereicht hat und ich mir den Rest alleine ansehen durfte… Leider habe ich erst nach einigen Folgen das absolute Highlight der Serie bemerkt - ein Feature namens “The Road to Rome”. Sofern dieses aktiviert ist, erhaelt man staendig Texteinblendungen mit Hintergrundinformationen zu wirklich jeder einzelnen Szene. So macht vieles ueberhaupt erst Sinn und wirklich jede Szene wird noch interessanter, da tatsaechlich jeder Brauch, jede Wandmalerei, jedes Kleidungsstueck und jede Symbolik, jeder Ausdruck und jede Gottheit erklaert werden. Ein absoluter Genuss fuer jeden, der sich fuer das Leben im alten Rom interessiert. Wenn es jetzt noch so eine Serie zum Thema “Mittelalter” gibt, bin ich wunschlos gluecklich.

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