Hochzeitswochenende auf den Hamptons

20.August 2006 Tina

Hamptons

Besser hätte mein erstes richtiges Wochenende in New York kaum verlaufen können. Am 11. August, ein Freitag, waren wir zur standesamtlichen Hochzeit von Christoph (Markus’ Chef, auch Deutscher) und Sandra auf die Hamptons (Long Island) eingeladen. Wir haben das ganze Wochenende über von Freitag bis Montag Früh mit 8 anderen, sehr netten Gästen im Hartmannschen (Christoph und Sandras) Strandhaus auf den Hamptons gewohnt, das direkt am Meer in einer wunderschönen Bucht liegt. Man geht 15 Schritte durch den Garten und kann losschwimmen.
Die Hochzeit war ein “no shoes” wedding und fand am Strand statt. An dem Tag hatte wirklich alles gepasst, es war schön warm, aber nicht drückend heiß, abends gab es ein wunderschönes Licht und einen noch tolleren Sonnenuntergang und die Gäste waren alle supernett. Leider war unsere Kamera zu schwach, um den Mond einzufangen, der erst wie ein roter Feuerball über der Wasseroberfläche hing und schließlich strahlend am Himmel stand. Die Trauung war sehr romantisch und sogar Sissi, Christophs und Sandras Mops, hat ihre Aufgabe als Ringträgerin bravourös gemeistert.
Ich musste zwar aus gegebenen Gründen auf Champagner und besten Rotwein (Brunello di Montalcino und Rioja) verzichten, dafür musste ich mich aber beim Hochzeitsmahl (u. a. Surf & Turf) nicht zurückhalten. Randi (auch schwanger) und ich haben unser Fleisch sogar extra gut durchgebraten bekommen. Als die Sonne untergegangen war, wurde ein großes Lagerfeuer entzündet und drum herum große Heuballen als Sitzgruppe drapiert, und nachdem es dann zu späterer Stunde doch ziemlich frisch wurde, hat sich die Gesellschaft also relativ bald nach dem Essen ans Feuer verzogen.
Dort durften wir erst einmal lernen, was “S’more” ist. S’more ist wohl eine typische Lagerfeuergeschichte und zwar brät man erst einmal ein Marshmellow am Stick an (ja, wir sind in den USA), bis die Masse anfängt, cremig zu werden. Danach wird das Marshmellow zusammen mit einer Schokoladenscheibe zwischen zwei Kekse gesteckt und schon hat man ein “S’more”-Sandwich. Dass es reichlich süß war, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Aber bei den Amerikanern war es ein großer Ankommer, wahrscheinlich fühlte sich jeder in seine Jugend zurückversetzt.
Je später der Abend, desto fröhlicher die Gäste, und schon bald tanzte Sandra zu Christophs iPod-Hochzeitsmix ums Feuer und Gregoire, auch ein Kollege von Markus, sprang nackt ins Meer. Zum krönenden Abschluss ist um 2 Uhr morgens noch Lilly am Strand aufgetaucht, Christophs Schwester, die frisch aus London kam, wo sie wohnt, und wegen der ganzen Terrorgeschichten der letzten Tage eine 48-stündige Reise hinter sich hatte (eigentlich sollte sie schon am Vortag kommen, wurde aber nach 4 Stunden auf der Startbahn wieder nach Hause geschickt).
Der Tag allein war schon gigantisch, aber es war sozusagen erst die Einstimmung ins Wochenende. Am Samstag gab es dann erstmal ein ausgedehntes Frühstück mit frischem Obst, Baguette und sonstigen Leckereien. Den Nachmittag haben wir dann zu zwölft faul am Meer verbracht. Abends hat Christoph dann groß aufgekocht. Es gab eine spanische Fiesta mit selbst gemachten warmen Tapas, einer riesigen Pfanne selbst gemachter Paella und einer leckeren Käseplatte als Nachspeise. Dazu gab es natürlich wieder reichlich Wein und Champagner, der noch vom Vorabend übrig geblieben war.
Am Sonntag haben Markus, Boubou (eigentlich David, ein französischer Kollege von Markus) und ich das Frühstück ausfallen lassen und sind stattdessen nach Riverhead in eine Outlet-Mall gefahren. Haben aber nur ein paar Babysachen und kleinere Einrichtungsgegenstände gekauft und ich hab noch eine schöne Jeansjacke bei Gap für schlappe 24 Dollar erstanden. Nachmittags hingen wir faul im Garten ab, ein paar Leute waren schwimmen. Abends hat Christoph dann erneut seine Kochkünste zum Besten gegeben und wie ein Weltmeister gegrillt. Es gab gefüllten Hummer (unglaublich lecker), Lamm, Steak, Mais und und und.
Leider hatte der Traum am Montag dann ein Ende, um 9 Uhr hieß es Abschied nehmen und den Rückweg in den Großstadtdschungel antreten. Ich freu mich jedenfalls schon narrisch auf unseren nächsten Hamptons-Besuch. Das ist wirklich Miniurlaub pur. Ein riesengroßes Dankeschön noch mal an Sandra und Christoph, die mehr als die perfekten Gastgeber waren, obwohl es ja sogar ihr Hochzeitswochenende war. Fotos gibt es natürlich auch, nämlich hier.

Artikel gespeichert unter: Allgemein, New York

bisher 2 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. moin  |  21.August 2006 at 09:50

    Ich muss sagen - bisher fand ich amerikanische Hochzeiten irgendwie kitschig. Aber eure Bilder haben mir gezeigt, dass es durchaus romantisch und feierlich zugehen kann. Die Hamptons sind ja scheinbar wirklich ein “must see”.

    PS: Wie viele kg habt ihr zugenommen? ;-)

  • 2. Tina  |  21.August 2006 at 15:35

    Die Frage geb ich an Markus weiter - ich darf ja zunehmen. ;-) War aber trotzdem nicht tragisch, waren ja auch gute Sachen und kein Junk Food und tagsüber gab’s dafür nur Obst. Und die Hamptons sind echt ein “must see”. Ich hatte zuvor schon Fotos von Markus gesehen, die ich schon sehr schön fand, aber als ich dort war, fand ich es noch 10x schöner. Die Häuser sind schon ziemlich beeindruckend. Wir haben sogar mal zwei Rehe über die Straße laufen sehen, sowas hat’s da auch.

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