Monatsarchiv für Mai, 2007

New York, Irland und Portugal…

… haben eines gemeinsam: den Ausstoß an Treibhausgasen. Richtig gelesen, 2005 hat New York alleine soviel Kohlendioxyd verbraucht wie diese beiden Länder. Und selbst das entspricht gerade mal 1% des gesamten amerikanischen Verbrauchs. Das wirklich Bittere an dieser Nachricht ist, dass sich wohl in absehbarer Zeit nicht viel daran ändern wird. Die Anstrengungen der letzten 10 Jahre haben bewirkt, dass der Ausstoss um 446.000 Tonnen pro Jahr gesunken ist. Klingt toll? Im letzten Jahr lag der Verbrauch bei 58.300.000 Tonnen.

Derzeit läuft gerade eine Initiative von Bürgermeister Bloomberg, ähnlich wie in London eine sogenannte “congestion fee” einzuführen, also eine zusaetzliche Gebühr (derzeit ist von $8 pro Tag die Rede) fuer Autos, die nach Manhattan wollen (Anwohner ausgenommen). Fragt sich nur, wieviel das helfen wird: ein Großteil des Ausstoßes, nämlich 79% entsteht durch den Energieverbrauch in Gebäuden - es würde mich mal interessieren, wieviel davon durch die überall laufenden Klimaanlagen entsteht. Ich verstehe das ja zum Teil, unser Apartment läuft im Sommer auch so heiß, dass es ohne zumindest gelegentliches Anwerfen der Klimaanlage schnell unerträglich wird. Allerdings kenne ich alleine drei Kollegen, die ihre Klimaanlage in der Wohnung grundsätzlich immer laufen lassen, auch nachts (”Sonst kann ich nicht einschlafen!”), wir versuchen immerhin, die Klimaanlage nur im äußersten Notfall einzuschalten (was zugegebenermassen auch daran liegt, dass unsere Anlage sehr alt und somit extrem stromfressend ist).

Eine Alternative ist auf absehbarer Zeit nicht in Sicht, fürchte ich - ein Großteil der Gebäude hier ist einfach so alt und/oder schlecht verarbeitet, dass die Fenster nicht richtig isoliert sind, was im Sommer immer zu massiven Klimaanlagen- und im Winter zu massivem Heizungseinsatz führt. Und dabei verbraucht der durchschnittliche New Yorker sogar weniger als ein Drittel der Energie als der Durchschnittsamerikaner (weil er Subway statt SUV fährt)…

Den vollständigen Artikel dazu findet ihr hier. Und bei dem Thema fällt mir leider ausnahmsweise kein witziger Schlusssatz ein.

bisher 2 Kommentare 09. Mai 2007 Markus

Ich scheck’s nicht

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Technologisch immer ganz vorn dabei oder führend. Ein Taktgeber in Sachen Innovation.

Außer bei Geldgeschäften.

Ich habe in meinem Leben insgesamt zwei Schecks ausgefüllt. Einen in der Schule im Wirtschaftsunterricht (leider kam die Million auf mein kostenloses Jugendkonto bei der Sparkasse Miesbach nie an, keine Ahnung, was damals schiefgelaufen ist) und einen für eine Wohnungskaution in Schwabing, weil der Vermieter 157 Jahre alt war und von Überweisungen nichts hielt. Das hat sich hier schnell geändert. Zu Beginn habe ich noch gegrinst, als ich einen TV-Spot gesehen habe, in der eine Bank damit warb, dass man ab sofort sein Scheckheft nicht mehr bräuchte, weil sie jetzt Homebanking eingeführt hätten. Das Lachen verging mir schnell, denn Schecks braucht man wirklich an jeder Ecke. Ob es die Zahlung eines Strafzettels oder eines Zeitschriftenabos ist - stets kommt die Rechnung ohne Angabe von Bankverbindung und Kontonummer, nur mit der Bemerkung “Please make cheque payable to XYZ”. Ich verstehe es einfach nicht - es geht ja nicht nur darum, dass ich ein bequemlicher Mensch bin, der gern so viel wie möglich online erledigt, ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum diese auch für die Unternehmen wesentlich praktischere Variante nicht einfach zusätzlich angeboten wird. Scheint wohl zu modern zu sein. Richtig unverständlich wird es allerdings bei der Miete. Ja, auch für die Miete stelle ich jeden Monat brav einen Scheck aus (die Rechnung wird uns - kein Scherz - unter der Tür durchgeschoben) und bringe ihn auf dem Weg zur Arbeit im Büro der Vermietungsgesellschaft persönlich vorbei. Dafür habe ich dann bis zum 10. eines Monats Zeit. In München hatte ich einen Dauerauftrag eingerichtet, der die Miete pünktlich zum Ersten eines Monats überwies, hier wartet der Vermieter nun bis zu zwei Wochen auf sein Geld. Mir soll’s recht sein, aber verstehen muss man das wohl nicht.

P.S.: Hier mitlesende Banker dürfen uns gerne aufklären!

bisher 5 Kommentare 05. Mai 2007 Markus

Wir werden alt

Vorgestern waren wir auf einer Grillparty von Freunden eingeladen, auf der ich feststellen musste, dass die Parties heutzutage dann enden, wenn sie früher gerade erst langsam angefangen haben. Bereits gegen 19.00 Uhr waren ca. 3/4 der Gäste verschwunden, kein Wunder bei der Kinderdichte! Trotzdem ein sehr schönes Fest - und viel länger waren wir mit Nina natürlich auch nicht da.

Gestern dann war der übliche Herrenabend bei Münchenbesuchen angesagt. Während sich der weibliche Teil der Familie auf dem Heimweg zu Oma & Opa befand, trafen sich die üblichen Verdächtigen zum gemütlichen Umtrunk. Aber was früher nahezu garantiert in fröhliche Gelage ausartete, wurde diesmal zum… nun ja, Herrenabend. Ich rekonstruiere: der eine war krank (heiser), der andere stand unter Drogen (Rücken) - die beiden verbrachten den Abend mit einer erklecklichen Anzahl an Schorles. Der eine hatte am nächsten Tag Vorstandsmeetings (wichtig), der andere Monatsabschluss (zäh), der dritte Autoreparatur (früh) und ließen es deshalb ruhig angehen. Nur der Urlauber hatte am Tag darauf nichts vor und konnte ungestört Gas bzw. Bier geben. Lustig war’s natürlich trotzdem, aber das nächste Mal gibt es wieder einen Wochenendtermin, die Herrschaften. Und dann akzeptiere ich keinerlei Ausreden mehr!

Nachtrag: meine Frau weist mich gerade darauf hin, dass wir uns doch treffen, damit wir uns mal wieder sehen, nicht um uns wüst zu betrinken. Ich möchte hiermit in aller Deutlichkeit festhalten, dass das stimmt. Außerdem können wir auch ohne Alkohol lustig sein, jawohl. Zu meiner Verteidigung möchte ich anmerken, dass ich fast genauso selten dazu komme, das gute bayrische Bier zu trinken wie meine Freunde zu sehen. Insofern ist ja auch beides irgendwie wichtig. Oder so.

bisher 4 Kommentare 03. Mai 2007 Markus

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