Tagesarchiv für den 14. April 2007

Roadtrip die Zweite

Nachdem wir vor ein paar Wochen schon mit Markus’ Eltern in Philadelphia und Washington D.C. waren und es uns sehr gut gefallen hatte, unternahmen wir denselben Trip am Osterwochenende noch einmal mit Claudia (Markus’ Schwester) und ihrem Freund Tobi. Und wieder war’s genauso schön, mit leichten Unterschieden.
Dieses Mal sind wir nämlich tatsächlich mehr oder weniger pünktlich losgekommen. Das heißt, es war sogar wirklich pünktlich, nur haben wir gleich nach 2-minütiger Fahrt beschlossen, das Auto umzutauschen, da es nach Rauch stank und ein paar andere Dinge auch nicht passten. Die Hertz-Filiale war relativ bei uns ums Eck, daher ging das Ganze relativ fix, so dass wir tatsächlich pünktlich zum Mittagessen an der Cheesesteak-Bude waren (für Markus immer die erste Anlaufstelle in Philly - diesmal waren wir allerdings bei der direkten Konkurrenz von Geno’s, die direkt nebeneinander liegen). Danach sind wir mit dem Auto ins Stadtzentrum zurück, wo wir trotz Kälte ausführlich herumgebummelt sind (u. a. gab es dort die Independence Hall zu besichtigen, wo die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verkündet und die Verfassung beschlossen wurde). Irgendwann hatten wir dann soweit alles gesehen und weil es so bitterkalt war, war meine Idee, einen Abstecher zu Macy’s zu machen. Natürlich war dieser Macy’s nicht annähernd so groß wie das Original in NYC, doch sicher nicht minder beeindruckend. Dort glänzte und funkelte es nur so vor Gold und Marmor. Außerdem stand in einem der Obergeschosse eine RIESIGE Orgel - warum auch immer. Tobi hatte irgendwo gelesen, dass das die größte Orgel der Welt sei, aber wir waren alle der Meinung, schon wesentlich größere gesehen zu haben. Aber Amerika muss ja bekanntlich immer das Land der Superlative sein. Oder sie meinten, dass es die größte Orgel der Welt sei, die in einem Geschäft steht. Damit könnten sie natürlich Recht haben. Egal, Claudia und ich sind sogar fündig geworden und mit unseren Trophäen konnten wir dann glücklich und zufrieden zurück ins Motel fahren (das wir diesmal übrigens auf Anhieb gefunden haben). Abends ging es dann - wie auch schon im März - ins Steak & Ale, wo wir vorzüglich speisten - nur Tobi nicht, denn der hatte mittags sage und schreibe zwei Cheesesteaks hintereinander verdrückt und war nun platt.
Am nächsten Morgen fielen wir dann erneut in der Hauptstadt ein. Leider war es diesmal genauso kalt wie beim letzten Mal, allerdings trugen die Bäume schon wunderschönste Kirschblütenpracht, was die Kälte etwas wett machte. Die Route führte vorbei am World war II Memorial, entlang des Reflecting Pools (der nun mit Wasser gefüllt war) zum Lincoln Memorial - immer mit dem Wahrzeichen Washingtons, dem Washington Monument, im Blick. Danach haben wir noch Georgie Boy hallo gesagt und dann den Rückweg in unser tolles, stylishes Hotel angetreten (echt sehr empfehlenswert, wenn auch außerhalb). Abends ging es dann - ebenfalls wie im März - in den Olive Garden, wo wir reichlich speisten und tranken.
Am Sonntag dann war es noch kälter als am Samstag und Markus und ich beschlossen, Claudia und Tobi erneut an der National Mall (der Museumsmeile, um die herum verstreut alle wichtigen Gebäude stehen) abzusetzen und uns selbst in die andere Mall, nämlich die Shopping Mall zu verdrücken. Nur leider hatten wir nicht damit gerechnet, dass den Amis ihr Ostersonntag anscheinend im wahrsten Sinne des Wortes heilig ist, denn - sie hatte zu! Etwas frustriert, da wir nicht raus, aber auch nicht Stunden im Auto oder bei Starbucks verbringen wollten, fuhren wir also so dahin. Da wir beide Hunger hatten und auf dem Navigationssystem sahen, dass es in D.C. einige deutsche Restaurants gab, beschlossen wir, ein selbiges aufzusuchen. Das erste existierte scheinbar nicht mehr, weil wir es partout nicht fanden, dafür wurden wir beim zweiten gleich in mehrfacher Hinsicht fündig. Die Route führte uns nach Georgetown, dem Uni-Viertel in D.C., das gaaaaaanz schnucklige Häuser hat und sich echt nett präsentiert. UND, hier hatten doch tatsächlich alle Läden offen und es gab, was das Mama-Herz begehrte (ich möchte bzw. muss dazu anmerken, dass ich gerade meinen Kleiderschrank so drastisch aussortiert habe, dass ich wirklich ein paar neue Sachen benötige, jaja). Aber wir waren natürlich nicht zum Shoppen hier, sondern zum Essen. Das Restaurant trug den Namen “Old Europe“, was allerdings nichts mit Donald Rumsfeld zu tun hatte, da es den Laden schon seit 1948 gibt. Und was soll ich sagen, der Laden war echt relativ authentisch. Nun gut, bis auf die Einrichtung, die dann doch eher sehr kitschig war mit riesigen Ölschinken und Kuckucksuhren an der Wand. Aber alle Bedienungen und der Chef persönlich waren deutsch und die Speisen hatten auch alle ihre deutsche Bezeichnung, nur mit englischer Erklärung. Und wie wir feststellten, waren auch einige Gäste deutsch. Für uns beide gab’s Jägerschnitzel und ein Augustiner Edelstoff, allerdings in einer kleineren Variante als wir sie in München kennen. Gut war’s und mit vollen Bäuchen machten wir uns wieder auf den Rückweg. Das heißt, Markus hat mich dann tatsächlich noch in der Haupt-(Shopping)-Straße rausgeschmissen und währenddessen Claudia und Tobi geholt. Und nach einem letzten Stopp am Arlington National Cemetery, wo u. a. John F. und Jackie Kennedy liegen (und von wo aus man auch einen Blick aufs Pentagon hat), ging es dann zurück nach NYC, wo wir mal wieder feststellten, dass nachts die Skyline einfach atemberaubend ist und dass es nach Eintritt ins Stadtgebiet noch richtig lange dauert, bis man am endgültigen Ziel ist.
Nina hat sich wie immer als die Superreisemaus präsentiert und war echt immer sehr brav, nur als es in Philly das Cheesesteak gab, hatte sie offensichtlich darauf keine so große Lust, so dass die Mama ihr Cheesesteak erst eine Weile später lauwarm essen konnte, was aber nichts ausmachte.
Wieder einmal kann ich zum Abschluss sagen “schee war’s”. Bilder gibt’s hier.

bisher 1 Kommentar 14. April 2007 Tina

Die Stadt braucht Geld

Und zwar anscheinend dringend. Wie vor kurzem berichtet, haben wir ein mehr oder weniger berechtigtes Schwarzfahrticket kassiert. Satte $60 sollten wir innerhalb von vier Wochen abdrücken. Als brave Bürger machen wir das natürlich auch pünktlich, wer will schon als Neueinwanderer Ärger mit den Behörden wegen $60, und so ging vor einer guten Woche auch schon der Scheck in die Post. Ja, der Scheck. Überweisung ist nicht drin, aber dazu später in einem anderen Blogeintrag mehr. Thema erledigt - dachte ich jedenfalls. Gestern klingelt dann auf dem Weg in die Arbeit mein Telefon, als ich rangehe, verlangt eine barsche Stimme nach “Markus Wilding”. Ja, der bin ich, worum geht’s? “When are you going to pay for your subway violation?!” Äh, was? Wer? Melden muss man sich am Telefon anscheinend nicht, wenn man Geldeintreiber des New Yorker Transportbüros ist. Aber was soll’s, ich habe ja schon längst gezahlt. “When did you send that check?!” will die freundliche Dame wissen. Naja, vor ungefähr einer Woche, sollte eigentlich schon… “When exactly? What date?!” Ja was weiß denn ich? Aber wie gesagt, ich will ja keinen Ärger. Vielleicht ist der Scheck ja auf dem Postweg verloren gegangen, kommt ja vor. Und ich bezweifle mal, dass jemand die Chuzpe hat, einen an die NYPD gerichteten Scheck einzulösen. Komm ich halt vorbei und zahl dort. Wo muss ich hin? “Grmpgfdb Street, Brooklyn!” Wo? “Grmpflgb Street, Brooklyn!!” Aha. Gibt’s denn keine Möglichkeit, in Manha… “No. Good bye!” Ähm… ja. Wiedersehen auch. Schau ich halt im Internet nach. Wobei, wo ich gerade online bin, könnte ich ja auch mal meinen aktuellen Kontostand anschauen. Oh, da wurde ein $60-Scheck eingelöst. Vorgestern…

Ich glaube, ich rufe nicht zurück - vor allem, da ich soeben gemerkt habe, dass ich noch volle zwei Wochen Zeit gehabt hätte, die Strafe zu bezahlen. Andererseits wäre vermutlich nächste Woche schon das FBI angerückt…

bisher 3 Kommentare 14. April 2007 Markus


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