Tagesarchiv für den 10. Februar 2007

Schlaflos in der Upper East Side

Paragraphen, Regeln, Verbote, Gesetze… all das kann in Deutschland ja nun wirklich gehoerig nerven. Und doch haben wir uns letzte Nacht nach strikteren Regeln zurueckgesehnt, jedenfalls was Bauarbeiten angeht. Ich bin momentan ein wenig verschnupft und deswegen zusammen mit Tina und Nina schon gegen 23.15 Uhr ins Bett gegangen. Keine 15 Minuten spaeter stand ich senkrecht in demselben, da von draussen roehrender Motorenlaerm zu hoeren war. Nun sind wir diese Art von Laerm wahrlich gewohnt - so schoen und (fuer Manhattan-Verhaeltnisse) gross unsere Wohnung auch ist, sie liegt nun mal direkt neben dem FDR-Drive, den man in etwa mit dem Mittleren Ring in Muenchen vergleichen kann. Mit dem Unterschied, dass New York nun mal die Stadt ist, die niemals schlaeft, so dass das Verkehrsrauschen nachts um 3 Uhr nahezu genauso laut ist wie nachmittags um 15 Uhr. Aber das war dann doch ein Unterschied. Nachdem der Laerm nach ein paar Minuten nicht nachgelassen hatte, habe ich aus dem Fenster geschaut - und das hier gesehen:

Erst habe ich meinen Augen nicht getraut, aber es war tatsaechlich so: um 23.30 Uhr wurde direkt vor unserem Haus eine Baustelle aufgebaut. Und nicht nur irgendeine… die erste Stunde war laut, aber gar nichts im Vergleich zu dem, was dann kam: ab 1 Uhr wurde (kein Witz!) der Presslufthammer angeschmissen, die Strasse aufgerissen und der Inhalt von einem Bagger durch die Gegend geschaufelt. Ich dachte wirklich, ich bin im falschen Film. Um 2.30 Uhr hat es mir dann gereicht - es hatte sich genug Hass angesammelt, dass ich mich angezogen habe und wutentbrannt nach unten gerannt bin. Anscheinend war ich aggressiv genug (vielleicht lag’s auch an den vielen F-Woertern, die ich benutzt habe), dass ich sogar die grossen Bauarbeiter beeindruckt habe - gleich drei davon sahen mich nur gross an und riefen gleich nach ihrem Vorarbeiter. Der war dann immerhin recht freundlich, hat mir die ganze Sache erklaert und sich auch vielfach entschuldigt. Hat uns nur leider nicht viel geholfen: an der Zufahrtsstrasse zum FDR, die direkt an unserem Wohnhaus vorbei fuehrt, war die Stromleitung zu den Strassenlaternen gestoert und musste dringend repariert werden. Und da ja tagsueber immer so viel Verkehr ist, hat die Stadt nur eine Nachtbaugenehmigung erteilt (wen interessieren die Anwohner, Hauptsache es gibt keinen Stau!). Und so war der Presslufthammer dann noch bis etwa 5.00 Uhr morgens im Einsatz. Und das Tollste an der Geschichte? Wenn ich jetzt aus dem Fenster sehe, sieht die Strasse noch alles andere als fertig aus, aber der Bautrupp ist natuerlich weg (Verkehr und so). Da freuen wir uns doch schon auf heute Nacht!

UPDATE: Nix los letzte Nacht, sehr angenehm geschlafen. Besser ist das.

bisher 9 Kommentare 10. Februar 2007 Markus


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