Monatsarchiv für Februar, 2007

Superbowl-Sonntag

Heute war nicht nur das Finale der Handball-Weltmeisterschaft, das ja anscheinend halb Deutschland in den Ausnahmezustand versetzt hat (Schlaaand! Gab’s eigentlich wieder Autokorsos?), heute fand auch das wichtigste sportliche Ereignis in USA statt: der Superbowl XLI. Der “Superbowl Sunday” ist schon fast ein Nationalfeiertag, in den letzten Jahren sahen das Spiel durchschnittlich 90 Millionen Amerikaner, also nahezu jeder dritte Einwohner des Landes. Ueberall finden Superbowl-Parties statt, also war ich der Meinung, dass wir auch eine verdient haetten - wenn auch nur im kleinen Rahmen. Nateurlich muss das Essen sehr amerikanisch sein, aber auch gut vorzubereiten - ich will schliesslich beim Anpfiff nicht in Kueche stehen. Insofern gab es Chicken Wings, Cole Slaw (die amerikanische Variante des guten alten Krautsalats), Zwiebelringe und Selerie- und Mohrruebensticks mit Blue Cheese-Dip. Normalerweise klassisches Bestellessen, diesmal alles selbst gemacht - und so sah die ganze Pracht dann aus:

Nicht gerade kalorienarm, aber das interessiert beim Superbowl ja wohl gleich gar niemanden. Dazu ordentlich Corona, schon waren wir gut geruestet. Ein besonderes Hoch gilt Tina, die doch tatsaechlich trotz latentem Football-Desinteresses fast das ganze Spiel mitverfolgt hat (regelmaessig unterbrochen durch eine gewisse quaekende Dame, aber das war ja abzusehen). Berichte ueber das Spiel spare ich mir - die zwei Leute, die es interessiert, haben es ohnehin gesehen. Erwaehnenswert war die Show drumherum, die zwar wie immer sehr professionell war, aber z.T. irgendwie etwas daneben wirkte. Die Pre-Game-Show wurde zum Beispiel von Cirque du Soleil gestaltet. Mit Sicherheit tolle Kuenstler, aber mit ihren knallbunten Kostuemen und weihevollen Gesaengen bei einem Footballspiel irgendwie unpassend. Danach durfte Billy Joel die Nationalhymne singen, traf dabei ein paar Noten nicht so richtig und wirkte auch nicht wirklich so, als ob ihm die Sache Spass machen wuerde. Die Halbzeitshow dagegen war perfekt: ich bin kein riesiger Prince-Fan, aber die Show war fantastisch. Das Ergebnis (Indianapolis Colts gewinnen verdient 29-17 gegen Chicago Bears) passt auch, insofern alles gut. Bleibt nur noch ein Problem: was mache ich nur das naechste halbe Jahr am Sonntag Nachmittag? (Nichts sagen, Tina - ich kenne die Antwort…)

bisher 5 Kommentare 05. Februar 2007 Markus

Jetzt ist es offiziell

Nina's birth certificate

Vorgestern haben wir nun endlich Ninas Geburtsurkunde erhalten. Wir waren schon etwas nervös, weil die eigentlich schon vor ca. drei Wochen hätte kommen sollen, zumal Markus meinte, dass die im Krankenhaus den ausgefüllten Bogen mit Namen etc. nur auf einen Haufen anderer Unterlagen geworfen hätten, ohne einmal draufzuschauen. Aber es ging alles gut und gestern kam sogar auch gleich noch Ninas Social Security Card. Jetzt können wir ihren US-Pass beantragen und mit dem dann den deutschen.

bisher 2 Kommentare 04. Februar 2007 Tina

Postnatale Schwangerschaftssymptome?

Irgendwie versteh ich’s nicht: Seit Ninas Geburt habe ich Gelüste auf Schokolade, dass es nicht mehr feierlich ist. Das Dumme ist, dass wir auch noch bestens mit deutscher und schweizer Schokolade versorgt sind. Ich bin kein Typ, der in den Supermarkt geht und sich Schokolade kauft, ganz selten mal, aber wenn es zu Hause rumliegt und mir danach ist - was normal eigentlich nicht so oft vorkommt, zurzeit aber leider dauernd - dann greif ich schon zu. Neben Schokolade gelüstet es mich zurzeit auch jeden Tag nach … Pfannkuchen!?! Ich habe schon EWIG keine Pfannkuchen mehr gegessen (nur einmal während der Schwangerschaft American pancakes mit Sirup, aber auch nur, weil ich da für einen Zuckertest was Deftiges essen sollte), aber momentan könnte ich jeden Tag Pfannkuchen mit Marmelade essen. Woher kommt das? Nervennahrung? Wenn das so weitergeht (und unser Schokoladenvorrat reicht noch eine Weile aus, trotz meiner cravings), hab ich meine nach der Schwangerschaft so schnell verlorenen Pfunde gleich wieder drauf. Dabei hatte ich mich so gefreut, dass mir all meine alten Sachen nach gut einer Woche wieder gepasst haben …
Nachtrag: Dank Markus, der eine Steige Mandarinen angeschleppt hat, hab ich jetzt eine Ersatzdroge gefunden, falls mich mal wieder die Lust nach was Süßem packt. Anderes Obst hat irgendwie nicht so geholfen, aber Mandarinen do the trick.

bisher 10 Kommentare 04. Februar 2007 Tina

Aus der Rubrik ‘Komische Wörter’

Woher kommt eigentlich das Wort Schnuller? Ich wollte mich bei Wikipedia schlaumachen, aber da steht nichts. Hat das Wort denn im Deutschen eine Bedeutung? Im Englischen heißt Schnuller “Pacifier” (also etwas, das beruhigt), was der Sache ja ziemlich gut entspricht. Woher kommt dann das Wort Schnuller nur? Jemand eine Idee?

bisher 3 Kommentare 04. Februar 2007 Tina

Nichts Neues

Wie schon oefter erwaehnt, dient unser Fernseher als DVD- und Konsolenwiedergabegeraet - ferngesehen wird bei uns mit Ausnahme der NFL so gut wie gar nicht. Deshalb ist es auch schon Ewigkeiten her, dass ich Nachrichten gesehen habe, ueblicherweise informiere ich mich im Internet, per Zeitschriften und am Fr-So durch die New York Times. Und das ist auch gut so, wie ich heute wieder einmal festgestellt habe. Da morgen endlich der Superbowl stattfindet, habe ich ausnahmsweise mal die Sechs-Uhr-Nachrichten auf CBS (immerhin einer der groessten Sender des Landes) angeschaut. In einer halben Stunde (inklusive Werbung) gab es zu berichten:

  • Tornado in Florida fordert 20 Todesopfer
  • Selbstmordanschlaege im Irak fordern mehr als 120 Todesopfer
  • in Long Island wurde ein Teenager erschossen, vermutlich ging es um Drogen
  • die Polizei in New York untersucht bei regelmaessigen Personenkontrollen deutlich mehr Farbige als Weisse
  • was machen die Spieler der Colts und Bears vor dem Superbowl
  • Ergebnisse der heutigen College-Basketballspiele
  • die naechsten Tage wird es saukalt

Und das war’s. Mehr ist heute also nicht passiert. Gut, dass internationale Nachrichten im US-TV mehr als unterrepraesentiert sind, wenn sie nicht gerade aus einem Land stammen, in dem sich die US Army gerade aufhaelt, ist ja nichts Neues. Aber bis auf den Tornado gab es nichts, aber auch gar nichts aus dem Rest der USA zu melden! Was macht Bush gerade? Was der Kongress? Wie geht es der Wirtschaft? Was gibt es Neues bzgl. der gerade laufenden Diskussion ueber die Krankenversicherung?

Aber gut, morgen wird es zugegebenermassen richtig kalt. Immerhin was gelernt. Ich muss jetzt weg, CNN, Spiegel, NYTimes.com und Sueddeutsche.de absurfen - irgendwas wird doch sonst noch passiert sein?

jetzt kommentieren? 04. Februar 2007 Markus

Total viral

Irgendwie laeuft gerade was schief mit dem Viralen Marketing. Noch vor kurzem wurde es als essenzielles Tool gesehen, um die MySpace/YouTube-Generation zu erreichen und alles, was viral war, war toll. Seit ein paar Monaten haeufen sich aber die Berichte von grauenhaft schiefgelaufenen Versuchen von Agenturen, mal so richtig auf underground zu machen und die Jugend zu erreichen. Die wohl peinlichste Aktion leistete sich Sony mit ihrer jetzt schon legendaeren Alliwantforchristmasisapsp-Kampagne, aber auch Wal-Mart und McDonalds hatten sich zuletzt duch ihre jeweiligen Fake-Blogs (”Flogs”) nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Merke: Internetuser sind nicht bloed und vor allem notorisch misstrauisch, wenn man ihnen etwas unterjubeln will. Irgendjemand findet immer die Wahrheit heraus.

Letzte Woche erwischte es nun Turner Broadcasting: eine virale Marketingaktion fuer Aqua Teen Hunger Force, einer Serie bei Adult Swim, ging gruendlich in die Hose - oder doch nicht? Folgendes war passiert: eine Marketingfirma wurde damit beauftragt, in 10 Staedten blinkende elektronische Schilder aufzustellen. Und das sah dann so aus:

In neun von 10 Staedten war das auch gar kein Problem (hier in New York kam ich immer auf dem Weg in die Arbeit an einem dieser Schilder vorbei), nur in Boston gab es Aerger. Dafuer aber so richtig: aus irgendwelchen Gruenden gerieten dort diverse Leute in Panik und riefen die Polizei,weil sie die Schilder fuer Bomben hielten (schon klar, wenn ich was in die Luft sprengen will, bringe ich den Sprengsatz natuerlich an gut sichtbaren Orten an und lasse ihn ordentlich blinken, damit ihn auch jeder sieht…). Diese nahm die Buergersorgen ernst und entfernte alle Schilder durch Sondereinsatzkommandos. Kosten: schlanke $500.000 - mindestens. Die darf Turner Broadcasting uebernehmen und musste sich oeffentlich entschuldigen, die Bostoner Buerger so in Angst versetzt zu haben. Erhoehte Alarmbereitschaft in allen Ehren, aber das fand ich dann nun wirklich albern. Eine Empfindung, die ich mit den beiden Herren teile, die kurzzeitig in Haft waren, weil sie die Schilder aufgestellt hatten. In einer Pressekonferenz nach ihrer Freilassung teilten sie der versammelten Reporterschaft mit, dass sie nur Fragen zu Haarmoden der Siebziger beantworten wuerden…

Die Kosten fuer Turner sind auf jeden Fall happig, allerdings haetten die kleinen Schildchen niemals fuer so eine Aufmerksamkeit gesorgt wie der Ballyhoo, der letzte Woche um die schiefgelaufene Aktion entstand. Keine Ahnung, ob das $500.000 wert war - die Serie kennt jetzt jedenfalls jeder. Und ich habe schon mal Inspiration fuer mein diesjaehriges Halloweenkostuem bekommen.

jetzt kommentieren? 03. Februar 2007 Markus

Hilfe, wo wächst mein Kind hin?!

Giants socks

Unglaublich, Nina ist gerade mal knappe sechs Wochen alt und schon wächst sie aus den ersten Sachen raus, obwohl sie doch gerade erst noch in die “Newborn”-Sachen (0-3 Monate) reinwachsen musste. Zwei Oberteile kann ich ihr schon nicht mehr anziehen, das gibt nur Geschrei, wenn ich versuche, die Ärmchen reinzustopfen, also lass ich es jetzt sein. Und heute wollte ich den Papa überraschen, wenn er nach Hause kommt, und Nina die Giants-Söckchen anziehen, die er ihr gekauft hatte, doch was ist - sie sind zu klein!!! Aber wie! Auf dem Foto sieht man es ganz gut, wo die Ferse der Socken ist … nicht an Ninas Ferse. Und der Fuß war ganz vorne (auch wenn es auf dem Foto vielleicht nicht so aussieht). Sie muss jedenfalls nur ein bisschen rumstrampeln, dann hängen sie schon halb vom Fuß. Vielleicht hat Nina aber auch nur ein Wachstumssignal an ihre Füße gegeben, damit sie diese Loser-Söckchen nicht anziehen muss, hehe … Nichts für ungut, Schatz!

bisher 6 Kommentare 02. Februar 2007 Tina

Nursing Noses - Teil 1

Geklaut bei Mit-Ben-Down-Under

jetzt kommentieren? 02. Februar 2007 Tina

Nursing Noses - Teil 2

jetzt kommentieren? 02. Februar 2007 Tina

Crush Hour

Um trotz des momentanen Meetingwahns (heute hat’s bereits den dritten Tag hintereinander vier Meetings pro Tag) meine Arbeit gebacken zu bekommen und da ich aus bekannten Gruenden derzeit ohnehin nicht laenger schlafen kann, habe ich mich heute bereits um 7.45 Uhr statt wie sonst gegen 9.00 Uhr auf den Weg ins Buero gemacht.

Großer Fehler.

Morgens ist in der Subway ja immer viel los, aber was sich dort gegen 8.00 Uhr abspielt, spottet jeder Beschreibung. Ich musste sechs U-Bahnen am Stueck an mir vorbeirauschen, da zumindest an der Tuer, an der ich wartete nicht einmal irgendjemand ausgestiegen ist (vielleicht hat es ja jemand versucht und konnte sich nur nicht durchquetschen?) und der Wagen jeweils so vollgepackt war, dass beim besten Willen niemand mehr einsteigen konnte. Endlich drin, standen wir die ersten fuenf Stationen im “Stau”, mussten also in jeder Station einige Minuten warten, bis die anderen 87 vollgepackten Bahnen vor uns weiterkamen - und schließlich wurden wir dann in der Grand Central Station informiert, dass die Bahn jetzt die Expressroute nimmt, was noch ein weiteres Umsteigen inklusive Warterei bedeutete.

Letztendlich habe ich statt den ueblichen 40-45 Minuten gute eineinhalb Stunden ins Buero gebraucht - so’n Hals! Bin ich froh, dass meine Arbeitszeiten flexibel sind…

bisher 2 Kommentare 01. Februar 2007 Markus

Idiotarod

Der Iditarod ist eine ernste Sache. Auch das “Last Great Race on Earth” genannt, ist Iditarod ein Hundeschlittenrennen quer durch Alaska, wo todesmutige Teams die 1,151 Meilen (1,852 km) in acht bis fünfzehn Tagen durchqueren - mitten im Winter, durch Blizzards und bei Windtemperaturen von bis zu -75°. Nur was für die ganz Harten.

Der Idiotarod ist auch nur was für die ganz Harten, allerdings alles andere als eine ernste Sache. Hier geht es darum, dass Teams von jeweils fünf möglichst originell kostümierten “Idioten” die Hunde ersetzen, sich an einen Einkaufswagen (der den Schlitten ersetzt) binden und eine vorgebene Strecke ablaufen. Dabei sind alle schmutzigen Mittel erlaubt, um die Konkurrenz auszuschalten - egal ob alte Pizza, Fischöl, Schokoladenpudding oder Murmeln… Der Idiotarod in New York fand erstmals letztes Jahr statt und war natürlich gleich ein Riesenerfolg. Dieses Jahr ging das Rennen von Brooklyn bis nach Long Island. Wir haben es nicht live gesehen, aber genug andere, insofern viel Spaß beim Betrachten der mehr oder weniger geschmackvollen Kostümierungen.

Nebenbei hat es der Idiotarod sogar schon in die hier rasend erfolgreiche Serie CSI:NY geschafft - in einer Folge geht der Sabotageakt eines Teams etwas zu weit. Die Veranstaltung heißt dort “Idiot Run”, sonst aber genau dasselbe. Falls die Folge demnächst mal in Deutschland ausgestrahlt werden sollte, könnt ihr mit eurem Fachwissen glänzen - da sage noch einer, hier lernt man nix!

jetzt kommentieren? 01. Februar 2007 Markus

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