Tagesarchiv für den 21. November 2006

Baby Shower

Baby Shower

Am Samstag wurde ich überrascht, vielmehr ich und das kleine Lebewesen in meinem Bauch wurden überrascht - mit einer Baby Shower. Das wird jetzt manchen wahrscheinlich nichts sagen, ich glaube auch, außer in den USA gibt es das in dem Stil nirgendwo auf der Welt. Helen, die Waliserin aus meinem Geburtsvorbereitungskurs, meinte jedenfalls, in Großbritannien gäbe es das auch nicht. Daher wird dieser Blog-Eintrag jetzt etwas ausführlicher ausfallen.
Bei einer Baby Shower organisieren meist die Freunde oder eine Freundin der werdenden Mutter etwa ein bis zwei Monate vor der Geburt eine Party (tagsüber), wo es etwas zu essen & trinken gibt, Spiele gespielt werden und - daher auch der Name - jeder ein Geschenk für das Baby mitbringt.
Meine Baby Shower war also am vergangenen Samstag. Ausgerichtet haben sie Sandra & Christoph mit tatkräftiger Unterstützung von Marci und Peggy, zwei von Markus’ Kolleginnen. Schön war auch, dass Eva gerade zu Besuch bei uns war und somit auch jemand aus meiner Heimat mit dabei war (auch wenn sie leider am Spätnachmittag dann zum Flughafen musste).
Als ich Sandras und Christophs Wohnung betreten habe, war ich erst einmal sprachlos. Direkt am Eingang hingen über einem Spiegel die Worte “Baby Shower”, auf dem Spiegel stand mit rosa Lippenstift “Welcome”, auf der Anrichte darunter stand ein großes Foto von Markus und mir, das auf eine Platte gedruckt war, und die Anrichte war mit rosa Krepppapier geschmückt. Im Wohnzimmer hat es mir dann endgültig die Sprache verschlagen. An der hohen Loft-Decke hingen überall rosa und weiße Luftballons, die Pflanzen waren mit rosa Krepppapier geschmückt, überall hingen und standen (ur-)alte und neue Bilder von mir (auch auf Platten bedruckt), auf dem Tisch stand eine rosa Torte mit Schnullern drauf, daneben standen Schälchen mit Schnuller-Lutschbonbons, in der Küche war ein leckeres Buffet aufgebaut und in diversen Ecken standen ganz, ganz süße “Tina’s Baby Shower”-Geschenkboxen (für die Gäste). Ganz zu schweigen natürlich von “meinem” Geschenkeberg, der in der Mitte stand.
Anfangs gab es erstmal für jeden etwas zu trinken - für die anderen Champagner und Wein, für mich leckeren Cidre (alkoholfrei) und einen Blutorangen-Drink. Nachdem wir uns alle beim Buffet gestärkt haben (es gab u.a. superleckeren Leberkäs(!), mit Speck umwickelte Jakobsmuscheln, Crab Cakes, Schaschlikspieße mit Lachs, diverse Dips, Salat, Brot, Chips, Rohkost und dann den leckeren Kuchen. Der Kuchen hatte mich wirklich überrascht, denn gewöhnlich sind diese amerikanischen Party-Torten extrem süß, diese hier war aber (auch wenn sie nicht so danach aussah) genau richtig und sogar mit irgendeinem gesunden Spezialmehl. Danach gab es dann zwei typische Baby Shower-Spiele. Zum Einen mussten die Männer mit Bier (und für Boubou, den Franzosen, Champagner) gefüllte Babyflaschen austrinken - wer zuerst fertig war, war Sieger. Markus hat sehr geschwächelt, Boubou hat nach einer Weile seinen Chamapgner lieber wieder ins Glas geschüttet, weil nichts rauskam, und gewonnen hat Gabe, der einzige Amerikaner unter den Männern. Danach gab es einen Wettbewerb im Windelwechseln anhand von zwei Puppen. Da hat Markus eindeutig seine Stärke bewiesen und mich in der Tat dadurch überrascht, dass er sofort wusste, wo vorn und hinten war. Danach ging es wieder eher gemütlich weiter und schließlich ging es für Markus und mich ans Geschenke-Auspacken. Und da war ich dann richtig platt - die Großzügigkeit, die hier anscheinend bei Baby Showern an den Tag gelegt wird, ist für jemanden, der das nicht gewohnt ist, schon fast peinlich. Ich bin wirklich reichlichst beschenkt worden und die Leute haben sich wirklich viel einfallen lassen. Peggy zum Beispiel, die selbst nicht einmal anwesend sein konnte, hatte sich trotzdem nicht nur an der Organisation beteiligt, sondern mir auch noch einen selbst gemachten dreistöckigen “Baby-Kuchen” geschenkt, bestehend aus Windeln, “receiving cloths” (eine Art Tuch/Decke, in das man das Baby wickeln oder womit man es zudecken kann), einem Kuschelbären und noch allerhand kleineren Sachen, die sie jeweils am Rand mit Sicherheitsnadeln befestigt hat. Aber noch ein größerer Hammer kam von Sandra - sie hat mir nicht nur ein Wellness-Verwöhnpaket von Bliss geschenkt (mit Peeling, Duschgel, BodyLotion und Fußbalsam), sondern neben weiteren Dingen wie einem Schwangerschafts-T-Shirt und zwei Puppen auch noch diverse komplett selbst gestaltete Baby-Bodys mit verschiedenen Motiven. Die hatten mich wirklich am allermeisten beeindruckt, da sie sich wirklich sehr viel Mühe gegeben und sich sehr viel Gedanken gemacht hat. Und da Sandra eine Meisterin in Sachen Dekoration und Gestaltung ist, ist jeder einzelne Body wirklich ein kleines Kunstwerk für sich. Zu bestaunen gibt es die hier und später natürlich auch am lebenden Objekt. Doch damit nicht genug. Für jeden Gast hab es als Dankeschön eine der “Tina’s Baby Shower”-Geschenkboxen. Und die kamen nicht von mir, die haben auch Sandra und Peggy gestaltet und gefüllt (mit einer Kerze, Badesalz, Tee und noch anderen Dingen, an denen jeweils kleine “Thank you”-Kärtchen hingen, von denen eine noch dazu mit einem Foto von Markus und mir bedruckt war. Ach ja, und dann hat Sandra uns noch ein Erinnerungsalbum gebastelt, in dem jeder Gast einen Eintrag hinterlassen hat, so dass wir immer eine Erinnerung daran haben werden. Geplant war die Feier glaube ich eigentlich von 13.30 Uhr bis 17 Uhr, doch geblieben sind wir letztendlich bis 23.30 Uhr. Eigentlich hatten wir ursprünglich vor, die Geschenke mit dem Taxi nach Hause zu fahren, aber das wäre gar nicht gegangen. Da wir uns morgen aber Christophs Auto für einen IKEA-Trip ausleihen dürfen, werden wir die Schätze danach auf dem Weg einladen.
Als Beschenkte hat man natürlich gut reden, aber so eine Baby Shower ist schon wirklich eine sehr schöne und auch sehr gute Sache. Allerdings hätte ich mir nie träumen lassen, dass es SO toll werden würde. Ich bin mir sicher, dass sich von der Baby Shower auch so manch Amerikaner noch eine Scheibe abschneiden könnte. In diesem Sinne noch einmal vielen, vielen Dank an Sandra, Christoph, Marci und Peggy und natürlich an all die anderen Gäste! Fotos gibt’s hier.

bisher 10 Kommentare 21. November 2006 Tina


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