Tagesarchiv für den 08. September 2006

It’s a …

Ich hatte gestern meinen ersten Arzttermin in NY beim Gynäkologen. Nach meinem ersten amerikanischen Krankenhauserlebnis im April (manch einer erinnert sich vielleicht noch an meinen damaligen Blogeintrag) war ich doch etwas nervös, was mich in der Praxis wohl so erwarten würde, vor allem nachdem ich mir den Arzt quasi blind ausgesucht hatte, weil er mit dem Krankenhaus zusammenarbeitet, das bei uns in der Nähe ist und mir empfohlen wurde, weil er seine Praxis ebenfalls in unserem Viertel hat und weil er deutsch ist. Deutsch war mir deshalb ein bisschen wichtig, da ich bei medizinischen Begriffen mit meinem Latein bzw. mit meinem Englisch doch schnell am Ende bin. Aber ich wurde überrascht - im positiven Sinn.
Ich hatte komischerweise schon den ganzen Tag über ein gutes Gefühl. Der Termin war abends und Markus und ich haben uns in der Praxis getroffen, wo auch noch ein paar andere Patientinnen saßen. Als ich schließlich von ihm aufgerufen wurde, sagte er gleich auf Deutsch “Frau Wilding, bitte” und führte uns mit einem strahlenden Lächeln in sein Büro. Dr. Karl-Heinz Moehlen ist gebürtiger Rheinländer, was man sofort hört (klingt sehr nett!), lebt und arbeitet aber schon lange in den USA. Er war super-, supernett und hat auch gleich, ohne dass ich ihn darum bitten musste, meinen Mutterpass an sich genommen und die Ergebnisse des Tages eingetragen (nach der Untersuchung natürlich erst). Normal ist in den USA ein Mutterpass gar nicht üblich, aber er scheint es bei deutschen Patientinnen, die einen haben, immer so zu machen, was ich super finde. Er hat mir einige Fragen gestellt und hat dann geduldig meine Fragen beantwortet und mir auch noch Tipps für Geburtsvorbereitungskurse gegeben. Und dann kam die Untersuchung, auf die wir natürlich besonders gespannt waren, da unser kleines Zwergerl uns bei meinem letzten Arzttermin nicht zeigen wollte, was es wird bzw. ist.
Die Untersuchung an sich war eigentlich genau wie in Deutschland, nur dass man sich komplett freimacht (anstatt erst oben und dann unten bzw. umgekehrt) und einen blauen Kittel anzieht, der vorne offen ist bzw. zum Zubinden, wenn man mag. Der Arzt legt dann nur die Stellen frei, die er angucken will und deckt sie danach wieder brav zu. Nun ja, auf jeden Fall hat uns das Baby gleich direkt mit großen Augenhöhlen angeschaut und sich reichlichst bewegt. Er konnte es nicht 100% sagen, aber es sieht sehr danach aus, als wird es ein … Mädchen!! Jedenfalls war da auch für uns nichts Anderweitiges zu erkennen. Wiegen tut es momentan etwa 690 Gramm, was auch der Norm entspricht. Und mit meinem Gewicht war er (zum Glück :-) auch sehr zufrieden.
Zufälligerweise hatte ich mitbekommen, wie er mit einer anderen Patientin auch deutsch gesprochen hat. Nachdem diese mich gefragt hatte, in welchem Monat ich bin, meinte sie, dass sie vor einem Monat bei ihm entbunden hätte, genau in dem Krankenhaus, in dem ich auch entbinden werde. Sie hatte nur Gutes über ihn und das Krankenhaus zu berichten, was mich natürlich auch froh gestimmt hat.
Ach ja, in den USA ist es so, dass man sich den Entbindungsarzt wirklich vorher aussucht. Da entbindet dann nicht einfach irgendwer, der gerade Dienst hat, sondern genau der Arzt kommt dann angesaust, den man vorher ausgewählt hat. Zumindest ist das hier so. Ich hoffe jetzt natürlich, dass er um die Weihnachts-/Silvesterzeit nicht gerade Urlaub machen will … Wäre zwar auch nicht tragisch, wenn jemand anderes bei der Geburt anwesend ist, aber da er sowohl Markus als auch mir wirklich sehr sympathisch ist, wäre es schon schön, wenn er auch die Geburt übernehmen könnte, also durchführen könnte. Gebären tu ich schon selbst. :-)

bisher 22 Kommentare 08. September 2006 Tina

Football, kein Soccer

Heute ist sie endlich gestartet, die neue Saison des mit Abstand beliebtesten Sports in USA: American Football. Als Teenie war ich grosser Fan der Washington Redskins und der New York Giants. Und waeren wir nicht aus Muenchen weggezogen, kurz bevor ich zusammen mit zwei Freunden die Chance hatte, an einem Probetraining der Munich Cowboys teilzunehmen, wer weiss, was passiert waere. Die beiden sind jedenfalls Quarterback bzw. Wide Receiver der Profimannschaft der Cowboys geworden…

Jedenfalls bin ich jetzt nach Jahren der Footballabstinenz wieder voellig im Football-Fieber. Auch wenn die beiden New Yorker Teams, die Giants und die Jets, derzeit nicht zu den absoluten Topteams gehoeren, werde ich natuerlich zu “meinem” Team halten. Und das sind auf jeden Fall die New York Giants!

Wie beliebt Football hierzulande ist, laesst sich durch zig Beispiele belegen, hier nur zwei: vier Fernsehsender uebertragen Spiele, NBC allein dabei mehr als 20 Stunden pro Woche. Die naechsten fuenf Monate wird es jeden Tag auf mindestens einem Kanal mindestens ein Spiel geben. Und meistens mehr. Und dann ist da noch Branchenfuehrer Electronic Arts, die jedes Jahr ihre neue Auflage ihres NFL-Videospiels herausbringen, das sich seit Jahren durch nur noch wenige Aenderungen auszeichnet. Was aber voellig egal ist: die neueste Version ist seit kurzem erhaeltlich und hat am ersten Wochenende mal eben 2.000.000 Stueck verkauft…

Ich freue mich jedenfalls wie ein Schnitzel. Gerade habe ich das Saisoneroeffnungsspiel gesehen (Pittsburgh Steelers vs. Miami Dolphins, die Steelers haben nach einer spannenden zweiten Halbzeit verdient 28:17 gewonnen) und dabei erstmals HDTV in seiner ganzen pracht genossen. Nachdem das normale Fernsehbild dank NTSC und dicht gedraengten Kanaelen ein ganzes Stueck schlechter als in Deutschland ist, kommt der Unterschied noch deutlicher rueber. Es ist wirklich ein Traum - ich garantiere, wer einmal Livesport in HDTV gesehen hat, will nie mehr zu normalem Fernsehen zurueck. Scharfer Kontrast, brillante Farben - einfach kein Vergleich. Jetzt muss ich nur noch Tina beibringen, dass die Sonntagnachmittage ab sofort verplant sind…

Oh, und die richtig spannende Nachricht des Tages hatte rein gar nichts mit Football zu tun, aber dazu wird Tina bald etwas schreiben…

bisher 6 Kommentare 08. September 2006 Markus


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