Tagesarchiv für den 03. September 2006

Deutsche Eindruecke, Teil 2

Service

Ja, die Arbeitnehmer in Deutschland haben es gut, weil sie nicht so sehr vom Trinkgeld abhaengig sind wie ihre Kollegen in Amerika. Leider wirkt sich das aber zum Teil dann wohl doch auch auf den Freundlichkeitsfaktor aus.

  • Mich wuerde es als Taxifahrer auch nerven, wenn ein Kunde eine 10-Euro-Fahrt mit einem 50-Euro-Schein bezahlen will. Aber ich wuerde ihm nicht unbedingt ein barsches “Nee!” hinblaffen und die Bezahlung zu seinem Problem machen (zum Glueck waren Kollegen dabei, ich wollte schon aussteigen).
  • Ich waere als Bedienung im Restaurant auch ueberfordert, wenn ich alleine einen 23-Personen-Tisch versorgen muesste. Aber ich wuerde eine Runde Bier trotzdem schneller als in 45 Minuten anliefern (einige Kollegen haben zum Schluss vor Verzweiflung immer zwei Bier auf einmal bestellt).
  • Ich haette als Ober vermutlich kein riesiges Interesse daran, um 23.00 Uhr im hauseigenen Souveniershop noch ein paar Bierglaeser zu verkaufen. Trotzdem wuerde ich meine Kunden vielleicht nicht mit Todesverachtung anstieren und ihnen in jeder Sekunde zeigen, dass sie hier unerwuenscht sind.
  • Und ich wuerde als Messehostess vielleicht nicht unbedingt meine Merchandisingartikel an andere Aussteller verteilen wollen. Aber ich wuerde keinen erwachsenen Menschen, der mich hoeflich fragt, ob er auch etwas haben koennte, mit “No! Leave now!” vom Stand schicken (noch schoener allerdings auf einem anderen Stand: “No. This is a European show!”).

Zur Ehrenrettung des Leipziger Dienstleistungsgewerbes moechte ich allerdings festhalten, dass wir in anderen Restaurants und vor allem in unserem Hotel auch sehr guten und freundlichen Service erlebt haben, aber in fuenf Tagen haben wir schon ganz schoen viel schlechte Laune abbekommen.

bisher 3 Kommentare 03. September 2006 Markus


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