Tagesarchiv für den 01. Mai 2006

Rock ‘n’ Roll!

800px-CBGB_club_facade1.jpgHey ho - let’s go! Den groessten Teil der Samstagsnacht habe ich im CBGB verbracht - und das ist nicht einfach nur irgendein Laden, das ist Musikgeschichte! Gegruendet 1973, sollte dort urspruenglich mal Country, Bluegrass und Blues gespielt werden - daher dann auch der Name. Dazu kam es aber nicht wirklich, beruehmt wurde CBGB Mitte der Siebziger als Geburtsstaetten des amerikanischen Punk.Dort traten Blondie auf und vor allem The Ramones spielten dort unzaehlige Male. In den Achzigern war dann eher Hardcore angesagt, zwei meiner Alltime Favorites (Sick of it All und Cro-Mags) waren regelmaessig zu Gast. Heute ist das Angebot bunt gemischt und es gibt viele lokale Bands fuer wenig Geld. Ich war eigentlich dort, um Billbones, die Band meines Kollegen Frank endlich einmal live zu sehen. Dazu kam es peinlicherweise nicht, weil ich lernen durfte, dass es zwei Eingaenge und zwei separate Shows pro Abend gibt… Machte aber nichts. Frank kann ich noch oft sehen und so kam ich fuer 10$ in den Genuss von drei sehr unterschiedlichen und zum Teil richtig guten Bands. Als wir gegen 22.30 Uhr eintrafen, war die erste Band schon gut dabei und ich habe zunaechst am Ruf des CBGB gezweifelt: auf der Buehne befanden sich die zwei Damen von God-Des & She, die man sich ein wenig wie eine lesbische Variante der Beastie Boys vorstellen muss. Witzige Texte, aber auf Hip Hop war ich an dem Abend nicht so wirklich eingestellt. Das gute Red Stripe hat mich aber waehrenddessen auch praechtig unterhalten. Der naechste Act war schon besser: der Saenger von Fixer sieht zwar aus wie Ville Vallo fuer Arme und immer dann, wenn es balladig wurde, hatten sie ihre Schwaechen, aber gerockt haben sie dann doch praechtig. Oh, und der Bassist sieht aus wie Nicholas Cages Sohn nach einer laaangen Nacht. Der Top Act des Abends war allerdings wirklich der Hammer: die Pretty Boys spielen sehr Blondie-inspirierten, melodischen Punkrock, der extrem abgeht. Zudem merkt man den drei Damen durchaus an, dass sie schon laenger dabei sind. In ihrer vorherigen Formation waren sie immerhin schon Support fuer Pink, sie waren auch mit Abstand der am professionellsten wirkende Act des Abends, im positiven Sinne. Hoert euch mal Hello Bonjour auf ihrer Website an, dann koennt ihr euch vorstellen, dass es ein grosser Spass war, sie live zu erleben. Insgesamt ein ganz hervorragender Abend: das CBGB selbst ist verhaeltnismaessig winzig, beim fast ausverkauften Abend waren sicher nicht mehr als 150 Leute da, und es hat seinen ganz eigenen Charme. Beispiel gefaellig? Wenn man auf die Toilette will, muss man links an der Buehne vorbei (waehrend die Band gerade spielt), am Backstagebereich vorbei (wo sich die naechste Band gerade vorbereitet) und die Treppe runter. Security? Bodyguards? Braucht kein Mensch! Dazu kommt ein wirklich geniales Preis/Leistungsverhaeltnis (unter der Woche ist es dann noch billiger) und eben - wie gesagt - ein kleines bisschen Musikgeschichte. Wer auch immer von den ueblichen Verdaechtigen uns demnaechst besuchen kommt, ein Besuch bei CBGB ist Pflicht!

jetzt kommentieren? 01. Mai 2006 Markus


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