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Des Einen Freud…

Es hätte eine typisch amerikanische Erfolgsstory werden können. Letztes Jahr waren die New Orleans Saints am Ende - durch Katrina hatten sie ihr Stadion verloren (vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an die Bilder der Tausenden von Menschen, die dort Zuflucht vor dem Hurricane gefunden hatten) und beendeten die Football-Saison desaströs mit 3-13 (13 von 16 Spielen verloren). Dieses Jahr hatten sie es dank sensationeller Neuzugänge wie Reggie Bush oder Marques Colston, dank ihres Trainers Sean Payton (der gerade zum NFL-Coach of the Year gewählt wurde) und getragen von einer ganzen Stadt völlig überraschend in die Play-Offs und bis zum NFC-Finale geschafft. Dort war gestern allerdings Schluss - im Chicagoer Schneetreiben verloren sie deutlich mit 39-14. Vermutlich hätte es ihnen das ganze Land gegönnt, ihren Traum zu vollenden und den Superbowl XLI zu gewinnen, mit Sicherheit aber jeder in Louisiana und den angrenzenden, durch Katrina ebenfalls hart getroffenen Staaten. Na gut, fast jeder. Gestern Abend haben bei einer kleinen Elektrofachhandelskette in Jackson, Mississippi auf jeden Fall die Korken geknallt. Vor Beginn der letzten Saison haben sich die drei Brüder von Cowboy Maloney’s Electric City einen ganz besonderen Marketing-Gag einfallen lassen: sollten die Saints den Superbowl gewinnen, würde jeder, der im Zeitraum des Trainingslagers davor einen Flatscreen-Fernseher bei ihnen kauft, sein Geld zurückbekommen. 800 Käufer hatten in dieser Zeit zugeschlagen und die Besitzer hatten schon diverse Termine mit ihrer Versicherung und den Herstellern der Fernseher hinter sich, um zu besprechen, wie sie die rund 1 Million Dollar aufbringen sollten, die bei einem Sieg der Saints fällig gewesen wären…

P.S.: Ich finde es auch schade, dass die Saints raus sind, aber eigentlich ist mir viel wichtiger, dass die stinkenden New England Patriots gestern in einem dramatischen Spiel trotz einer 21-3-Führung noch 34-38 gegen die sensationell spielenden Indianapolis Colts verloren haben. Go Indy!

bisher 3 Kommentare 23. Januar 2007 Markus

Unterhaltungs-Update: Bücher

Soviel Glueck ich mit den letzten Filmen und CDs hatte, soviel Pech hatte ich mit Buechern - es ist jedenfalls schon lange lange her, dass ich drei Buecher hintereinander gelesen habe, die mich alle drei nicht ueberzeugt haben. Keines fand ich richtig schlecht, aber so richtig umgehauen hat mich auch keins. Aber der Reihe nach:

Microserfs von Douglas Coupland

Gehoert hatte ich zunaechst von jPod, in dem der Autor die Arbeitswelt bei einem nicht ganz so fiktiven Videospielpublisher beschreibt. Musste ich natuerlich haben, Barnes & Noble (bester Buchladen von Welt!) hatte nur das teure Hardcover und um mir die Wartezeit zu verkuerzen, habe ich mir eben den viel gelobten Vorfgaenger geholt. Microserfs beschreibt das Leben einer Programmiererclique in den Neunzigern, als die Internetblase noch so richtig dick und fett war. Alle arbeiten zunaechst gemeinsam bei Microsoft, machen sich aber nach kurzer Zeit selbststaendig, um an ihrem sensationellen Projekt Oop! (eine Art virtuelles Lego) zu arbeiten. Ich mag Nerds (bin ja schliesslich selbst einer), aber das war mir dann doch ein wenig zu viel des Guten. Witzig geschrieben ist es schon und die Charaktere sind so liebenswert lebensunfaehig wie man sich das erwartet, aber die Story plaetschert relativ sinnlos vor sich hin, durch die letzten 100 Seiten habe ich mich nur noch durchgequaelt. jPod muss natuerlich trotzdem her.

His Majesty’s Dragon von Naomi Novik

Naomi Novik ist quasi eine Nachbarin von uns, Peter Jackson war von dem Buch bzw. der Trilogie Temeraire derart begeistert, dass er sie verfilmen will, dass Thema ist cool - da muss es doch gut sein! Dachte ich zumindest, obwohl das Buch bei den Amazon-Lesern durchaus sehr gemischte Review bekam. Interessanterweise sind alle Leser, die das Buch nach Jackson’s Ankuendigung, es zu verfilmen, voellig begeistert… virales Marketing at its best? Egal, zurueck zum Buch selbst. Die Idee ist wirklich gut: zur Zeit der napoleonischen Kriege haben die teilnehmenden Laender eine ganz besondere Waffe: Drachen! Die Geschichte wird aus Sicht eines - unfreiwilligen - Drachenreiters und seines fliegenden Untersatzes erzaehlt. Interessant ist die Tatsache, dass das einzige Fantasyelement die sprechenden Drachen selbst sind, alles andere ist historisch recht akkurat. Somit sind dann auch keine Abenteuer im Elbenland zu bestehen, sondern zunaechst mal Flugtraining in Schottland zu absolvieren. Die Drachen sind eine “ganz normale” Kampfeinheit, es gibt sogar Unterteilungen, die an Kampfflugzeuge erinnert (die grossen, langsamen Exemplare sind z.B. die Bomber). Im Kern ist His Majesty’s Dragon aber dann doch eine typische Buddy-Story der beiden Hauptakteure. Klingt doch eigentlich alles ganz gut, oder? Naja, waere es ja auch, wenn Frau Novik ordentlich schreiben koennte! Ich bin bei einer guten Story eigentlich nicht pingelig, aber die Dialoge wirken auf mich wie aus einer Soap Opera und die Beschreibung der Landschaften und Charaktere wie aus einem alten Teenieroman a la “Fuenf Freunde” oder “Burg Schreckenstein”. Ich bin mir sicher, dass Herr Jackson aus diesem Material fantastische Filme machen wird, das Grundgeruest ist auf jeden Fall vorhanden. Ich hoffe nur, dass er ordentliche Drehbuch- und vor allem Dialogschreiber engagiert…

Haunted von Chuck Palahniuk

Ah, der gute Chuck. Autor eines Buches, dessen Umsetzung einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist. Auch sein zweiter Roman Choke ist fantastisch und so wunderbar zynisch-lustig-schockierend wie Fight Club. Haunted schlaegt in dieselbe Kerbe - nur hat es der Gute meiner Meinung nach nun ein wenig uebertrieben. Eine Gruppe von Moechtegernautoren meldet sich auf eine Anzeige, die einen dreimonatigen Schreibkurs in absoluter Abgeschiedenheit verspricht (hey, dass waere vielleicht was fuer Naomi Novik gewesen!). Dummerweise enden sie alle eingesperrt in einem alten Theater und stellen nach einer Weile fest, dass sie unfreiwillig Hauptdarsteller in einer Art Survival-Reality-Show sind. Soweit, so nicht unspannend und der Stil, in der das Buch geschrieben ist, ist erfrischend anders - alle paar Seiten wird die Handlung weitererzaehlt, bevor ein zweiseitiges Gedicht einen der Autoren vorstellt, bevor eine Kurzgeschichte folgt. Diese Kurzgeschichten sind von den jeweiligen Autoren verfasst und Palahniuk bringt das Kunststueck fertig, dass die meisten Geschichten auch tatsaechlich ganz unterschiedlichen Schreibstil aufweisen. Das Buch hat meiner Meinung nach nur zwei Probleme: zum Anderen sind die Geschichten schon fast ein wenig uebertrieben krass und zwar zu einem Grad, wo ich das Gefuehl hatte, dass es dem Autor nur darum ging, Rezensionskommentare wie diesen zu bekommen: “Reading a Palahniuk novel is like getting zipped inside a boxer’s heavy bag while the author goes to work on you, pounding you until there is nothing left but a big bag of bones and blood and pain.” - The Miami Herald. 1a PR, muss ich neidlos anerkennen, aber manchmal ist es einfach ein bisschen zuviel des Guten. Zum Anderen wird die Hauptgeschichte, die eigentlich der rote Faden sein sollte, zunehmend wirr und zusammenhangslos, so dass ich im letzten Drittel schon fast soweit war, zur naechsten Kurzgeschichte vorzublaettern. Oh, ich vergass: wirr, zusammenhanglos und unrealistisch. Mir ist schon klar, dass die Geschichte zeigen soll, zu was Menschen faehig sind, um ihre 15 Minuten Ruhm zu bekommen, aber was gegen Ende in Haunted abgeht, ist einfach zu uebertrieben, um noch irgendwie nachvollziehbar zu sein. Insgesamt sicher das Beste der drei Buecher, da es fuer jeden, der sich fuer moderne Literatur interessiert allein schon vom Schreibstil interessant sein sollte und viele der Kurzgeschichten auch wirklich gut geraten sind - aber nach Fight Club und Choke war ich trotzdem leicht enttaeuscht.

Um dann doch noch positiv zu enden: die letzten zwei Sachbuecher, die ich gelesen habe, waren ausgezeichnet (Made in America, Football for Dummies) und die naechsten Kandidaten stehen schon in den Startloechern und klingen allesamt sehr vielversprechend (The Fortress of Solitude, A Walk in the Woods, The Knight of Dark Renown). Insofern - weiterlesen!

jetzt kommentieren? 18. November 2006 Markus

Unterhaltungs-Update: Musik

Zweite Runde des Unterhaltungs-Updates: das spielt mein iPod gerade…

My Chemical Romance: Black Parade

My Chemical Romance sollten jedem Liebhaber alternativer Musik spaetestens seit ihrer zweiten CD Three Cheers for Sweet Revenge bekannt sein. Vor kurzem kam nun Black Parade auf den Markt und was soll ich sagen - das ist mein Album des Jahres, Punkt. Selten hat mich in den letzten Jahren eine CD so positiv ueberrascht und schon beim ersten Anhoeren voellig in den Bann gezogen. Und das, obwohl Black Parade ein Konzeptalbum ist, was mich normalerweise nicht vom Hocker reisst, weil es meiner Meinung nach die Kuenstler zu sehr einengt (ich weiss, darueber kann man streiten). Hier funktioniert es aber grossartig - das Thema ist der Tod, was fuer eine Band dieser Art nicht weiter originell ist, aber es ist die Musik, nicht die Texte (die aber auch), die mich voellig begeistern - die CD haette auch in den Siebzigern auf den Markt kommen koennen, so bombastrockig und glamartig kommt sie daher. Dazwischen gibt es aber auch Songs, die sehr modern (This is how I disappear) oder punkig (Black Parade) daher kommen, oder auch mal Folkrock imitieren (Mama). Absolut abwechslungsreich, ist jedes Lied auf seine Art absolut gelungen. Unbedingt reinhoeren, es lohnt sich!

Iron Maiden: A Matter of Life and Death

Alte Liebe rostet nicht, insofern musste ich mir natuerlich auch das mittlerweile 14. Album der einstiegen NWOBHM-Begruender und Idole meiner Jugend Iron Maiden besorgen. Kurz gesagt: durchaus gute CD, die die Kursaenderung der letzten Jahre weg vom klassischen Powermetal und hin zu Prog Metal konsequent weiterfuehrt. Was mir fehlt, sind die guten alten Mitgroehl-Hymnen a la Run to the Hills oder Caught Somewhere in Time, aber das ist wohl wohl ein Zeichen dieser Veraenderung.

Evanescence: The Open Door

Fallen war fuer mich eine der besten CDs 2003, die Stimme von Amy Lee finde ich sehr, sehr gut und die Text weitaus besser als der uebliche Durchschnitt. Zudem hatte irgendwie fast jeder Track Ohrwurmqualitaeten. The Open Door war somit auch einer meiner meist erwartesten CDs in diesem Herbst und vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch - jedenfalls kommt sie meiner Meinung nach nicht an Fallen heran. Der Stil ist grundsaetzlich der Gleiche, die Texte sind sogar noch ein Stueck besser, aber echte Ohrwurmqualitaeten hat eigentlich nur Call me when you’re sober. Vielleicht muss ich sie einfach nur oefter hoeren, bis jetzt bin ich jedenfalls nur semi-begeistert.

Lamb of God: Ashes of the Wake

Ich habe keinen blassen Schimmer, wieso ich von Lamb of God bisher noch nie etwas gehoert hatte, trifft deren Thrash/Metalcore/Progsound doch eigentlich haargenau meinen Musikgeschmack, wenn es mal wieder derb sein muss (also eigentlich so gut wie immer *g*). Der Hype fuer das neue Album Sacrament war in diesem Herbst jedenfalls so gross, dass ich erstmals ueberhaupt auf sie aufmerksam geworden bin. Schon nach dem kurzen Reinhoeren in 2,3 Songs auf iTunes war mir klar, dass das ein Pflichtkauf wird. Ich habe mir zunaechst mal den Major-Erstling Ashes of the Wake von 2004 besorgt und bin voellig begeistert. Herrliches Gitarrengeschraddel und ein Saenger, der sowohl gut singen, als auch gut grunzen kann, so muss das sein. Allerwaermste Empfehlung! Und jetzt lade ich mir gleich mal Sacrament runter…

jetzt kommentieren? 16. November 2006 Markus

Unterhaltungs-Update: Filme

Irgendwie gibt es momentan nicht allzu viel zu berichten. Damit es hier nicht zu ruhig wird, gibt’s halt mal zwischendurch ein bisschen was zum Thema Freizeit. Fangen wir mal mit Filmen an…
Zuletzt gesehen (spoilerfrei!):

Borat: Ich wurde ja schon gefragt, ob der Film hier ueberhaupt gezeigt werden darf, weil der Amerikaner an sich ja alles andere als gut wegkommt. Das Gegenteil ist der Fall, der Hype ist kaum zu bremsen, Borat ist letzte Woche auf Nummer 1 in die Filmcharts eingestiegen. Ist auf dem flachen Land vermutlich anders, aber hier in NYC ist Borat derzeit groesser als James Bond. Ich habe mich extrem gut amuesiert, einige Szenen sind einfach unfassbar lustig - und gleichzeitig unfassbar beklemmend. Trotzdem geht dem Film zum Ende hin ein wenig die Luft aus, ein nachvollziehbares Problem, wenn man einen Charakter aus einer Comedyshow zu einem kompletten Kinofilm aufblaest. Trotzdem absolut empfehlenswert.

The Departed: Da ich ja nicht nur Spiele- sondern in etwas geringeren Masse auch Filmnerd bin, kannte ich sogar den Hongkong-Thriller Infernal Affairs von 2002, auf dem The Departed basiert und war dementsprechend doppelt gespannt. Was soll ich sagen - einer der besten Thriller der letzten Jahre! Dass die Story gut und spannend ist, wusste ich ja schon, dazu kommen aber absolut herausragende schauspielerische Leistungen von ausnahmslos allen Hauptakteuren. Im Fall von Jack Nicholson mag ich geblendet sein (er ist nun mal einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler), aber Leonardo di Caprio und Matt Damon sind normalerweise nicht so mein Fall, aber gerade die beiden spielen absolut ueberzeugend.

The Illusionist & The Prestige: Schon komisch, die Filmbranche. Kennt irgendjemand einen Film zum Thema “Zauberer im 19. Jahrhundert? Ich jedenfalls nicht, aber dann kommen nahezu gleichzeitig zwei Filme zum selben Thema ins Kino. Verstehe, wer will. Mich interessiert ja prinzipiell alles, was einen historischen Hintergrund hat, ausserdem stellen Edward Norton und Paul Giamatti im einen und Hugh Jackman und Christian Bale im anderen Film die Hauptdarsteller, insofern musste ich natuerlich beide sehen. Kurz gefasst: wer nur einen Film zu diesem Thema sehen will, sollte unbedingt The Illusionist waehlen. Die Geschichte ist dort einfach spannender als bei The Prestige, bei dem es eigentlich nur um die dauernde Rivalitaet zwischen zwei konkurrierenden Magiern geht, Norton und Giamatti sind in ihrem Katz-und-Maus-Spiel deutlich interessanter als Jackman und Bale in ihrem Konrkurrenzkampf und das Finale ist bei The Illusionist ueberraschend und originell, bei The Prestige dagegen eher unglaubwuerdig. Auf der Habenseite hat The Prestige dagegen David Bowie, der einen coolen Dr. Tesla gibt, Scarlett Johannson wirkt dagegen leicht ueberspielt (kein Wunder nach schaetzungsweise 748 Filmen in diesem Jahr, in denen sie mitgewirkt hat). Oh, apropos Frauen: Jessica Biel ist meiner Meinung nach die Schwachstelle in The Illusionist und wirkt durchgehend recht hoelzern.

The Others: Ging damals bei seinem Erscheinen (2001) voellig an mir vorueber und war gestern Abend fuer uns eine extrem positive Ueberraschung. Nicole Kidman spielt eine Mutter mit zwei Kindern, die allergisch auf Licht reagieren und somit im ewigen Halbdunkel ihres Herrenhauses auf dem englischen Lande auf die Heimkehr des Vaters warten. Der Film ist eine richtig schoene Geistergeschichte, verzichtet aber bewusst auf uebertriebene Schockeffekte und wirkt vielleicht gerade deshalb besonders eindringlich. Der Film erinnert ein wenig an The Devil’s Backbone, den man uebrigens auch unbedingt gesehen haben sollte, wenn man Geistergeschichten mag. Grossartiges Ende!

Rome: Kein Film, sondern eine von HBO mit Hilfe der BBC produzierte Miniserie, die hier inzwischen auch auf DVD zu haben ist. Der Pilotfilm beginnt im Jahre 52 vor Christus. Caesar hat nach acht Jahren endlich Gallien erobert (Ganz Gallien? Nein, aber das ist eine andere Geschichte). Die 45-minuetigen Folgen erzaehlen die Geschichte von Caesars Rueckkehr nach Rom bis zu seiner Ermordung im Senat und zwar aus der Sicht von verschiedensten Akteuren. Kern der Serie ist zum einen die schwierige Freundschaft zwischen Lucius Vorenus, eines harten Offiziers der roemischen Legion und Titus Pullo, einem tapferen, aber etwas zu lebensfrohen Legionaers. Zum anderen geht es natuerlich um Caesar selbst und um seine aus dem Geschichtsunterricht bekannten Freunde und Feinde, von Brutus bis Marcus Antonius, von Cicero bis Cleopatra. Das Interessanteste an der Serie ist mit Sicherheit die historische Authenzitaet. Rom und die Roemer sind nicht einfach wie so oft nur der farbenfrohe Hintergrund fuer die Geschichte, sondern der eigentliche Kern, die wahre Attraktion. Noch nie ist der Alltag in Rom und Italien in dieser Zeit so echt, so lebensnah dargestellt worden. Manchmal vielleicht ein bisschen zu lebensnah. Die Sitten waren ja damals eher rau und Rome haelt sich in der Darstellung nicht im Geringsten zurueck. Schon in den ersten Folgen ging es derart heftig zur Sache, dass es Tina schon wieder gereicht hat und ich mir den Rest alleine ansehen durfte… Leider habe ich erst nach einigen Folgen das absolute Highlight der Serie bemerkt - ein Feature namens “The Road to Rome”. Sofern dieses aktiviert ist, erhaelt man staendig Texteinblendungen mit Hintergrundinformationen zu wirklich jeder einzelnen Szene. So macht vieles ueberhaupt erst Sinn und wirklich jede Szene wird noch interessanter, da tatsaechlich jeder Brauch, jede Wandmalerei, jedes Kleidungsstueck und jede Symbolik, jeder Ausdruck und jede Gottheit erklaert werden. Ein absoluter Genuss fuer jeden, der sich fuer das Leben im alten Rom interessiert. Wenn es jetzt noch so eine Serie zum Thema “Mittelalter” gibt, bin ich wunschlos gluecklich.

jetzt kommentieren? 15. November 2006 Markus

Starstruck!

Eine Branchenparty in der Lower East Side. Mittelmaessiger Club, langweilige Reden, furchtbares Essen, keine neuen Produkte… aber das war mir alles egal, ich war gluecklich! Amani Toomer (Wide Receiver der New York Giants) war auch da und da ich ja schon seit einiger Zeit wieder dem totalen Football-Fieber verfallen bin und ein hoffnungsloser Giants-Fanboy bin, war es mir doch tatsaechlich nicht zu peinlich, meine Kollegin mein allererstes “Ich mit einem Star”-Foto schiessen zu lassen. Ja, dieser Beitrag interessiert vermutlich ausser mir und dem mitlesenden George niemanden, aber das macht nichts - ich freu mir ein Loch in den Bauch! Jetzt muessen die Giants nur noch am Sonntag im Topspiel der Woche gegen die Chicago Bears gewinnen und alles ist wunderbar. Das wird uebrigens das erste Spiel sein, das ich mir am Sonntag Abend ganz klassisch mit viel Bier in einer Sportsbar anschauen werde. Dazu moeglicherweise spaeter mehr, ich oele jetzt meine Stimmbaender…

bisher 4 Kommentare 07. November 2006 Markus

Football, kein Soccer

Heute ist sie endlich gestartet, die neue Saison des mit Abstand beliebtesten Sports in USA: American Football. Als Teenie war ich grosser Fan der Washington Redskins und der New York Giants. Und waeren wir nicht aus Muenchen weggezogen, kurz bevor ich zusammen mit zwei Freunden die Chance hatte, an einem Probetraining der Munich Cowboys teilzunehmen, wer weiss, was passiert waere. Die beiden sind jedenfalls Quarterback bzw. Wide Receiver der Profimannschaft der Cowboys geworden…

Jedenfalls bin ich jetzt nach Jahren der Footballabstinenz wieder voellig im Football-Fieber. Auch wenn die beiden New Yorker Teams, die Giants und die Jets, derzeit nicht zu den absoluten Topteams gehoeren, werde ich natuerlich zu “meinem” Team halten. Und das sind auf jeden Fall die New York Giants!

Wie beliebt Football hierzulande ist, laesst sich durch zig Beispiele belegen, hier nur zwei: vier Fernsehsender uebertragen Spiele, NBC allein dabei mehr als 20 Stunden pro Woche. Die naechsten fuenf Monate wird es jeden Tag auf mindestens einem Kanal mindestens ein Spiel geben. Und meistens mehr. Und dann ist da noch Branchenfuehrer Electronic Arts, die jedes Jahr ihre neue Auflage ihres NFL-Videospiels herausbringen, das sich seit Jahren durch nur noch wenige Aenderungen auszeichnet. Was aber voellig egal ist: die neueste Version ist seit kurzem erhaeltlich und hat am ersten Wochenende mal eben 2.000.000 Stueck verkauft…

Ich freue mich jedenfalls wie ein Schnitzel. Gerade habe ich das Saisoneroeffnungsspiel gesehen (Pittsburgh Steelers vs. Miami Dolphins, die Steelers haben nach einer spannenden zweiten Halbzeit verdient 28:17 gewonnen) und dabei erstmals HDTV in seiner ganzen pracht genossen. Nachdem das normale Fernsehbild dank NTSC und dicht gedraengten Kanaelen ein ganzes Stueck schlechter als in Deutschland ist, kommt der Unterschied noch deutlicher rueber. Es ist wirklich ein Traum - ich garantiere, wer einmal Livesport in HDTV gesehen hat, will nie mehr zu normalem Fernsehen zurueck. Scharfer Kontrast, brillante Farben - einfach kein Vergleich. Jetzt muss ich nur noch Tina beibringen, dass die Sonntagnachmittage ab sofort verplant sind…

Oh, und die richtig spannende Nachricht des Tages hatte rein gar nichts mit Football zu tun, aber dazu wird Tina bald etwas schreiben…

bisher 6 Kommentare 08. September 2006 Markus

Playoffs

Wir haben es tatsächlich geschafft. Obwohl wir die erste Saison zusammenspielen, sind wir mit unserem Basketballteam auf einen guten Mittelplatz gekommen. Dank eines souveränen 85-37 Sieges gestern (gegen zugegebenermaßen den Letzten, der nur mit vier Mann spielte…) haben wir uns sogar für die Playoffs qualifiziert. Und da meine Kollegen nette Menschen sind und mir mehr als oft den Ball zugespielt haben, habe auch ich nun meine ersten 8 Punkte auf dem Konto. (Wackel)fotos gibts jetzt auch.

bisher 1 Kommentar 11. August 2006 Markus

Coney Island rockte

Jedenfalls halbwegs. Da meine zwei Begleiter wegen Hausputz (mein unter dem Pantoffel stehender Kollege) und massivem Kater (mein ueberhaupt nicht unter dem Pantoffel stehender Lieblingsaustralier) als Begleiter leider ausfielen, war ich alleine dort. Ich war schon oefters allein auf Konzerten, aber nur dann, wenn ich die Band so richtig, richtig genial fand, dann stoeren auch die Wartezeiten nicht so. Bei einem Festival ist es allein allerdings dann doch eher oede, vor allem wenn so wie hier die Ab- und Aufbauzeiten zum Teil genauso lange dauern wie die Spielzeit der Bands. Aber nichtsdestotrotz war es einen Besuch wert - nicht nur wegen der Musik. Ich habe mich auf die Stillwell-Stage konzentriert und daher die Scissor Sisters verpasst. Spaet war ich auch noch dran, weswegen ich nur noch den Schluss von The Cribs (nett), Art Brut (hatte ich irgendwie cooler in Erinnerung) und The Stars (richtig gut) mitbekommen habe. Schon gut, aber alles nicht sensationell, was vielleicht auch mit der nicht wirklich abgehenden Menge zu tun hatte. Ob es an der New Yorker Coolness lag oder an der Tatsache, dass Zuschauer bei Gratis-Konzerten generell schwieriger zu begeistern sind, kann ich nicht sagen - vermutlich lag es an beidem.

Coney Island an sich bzw. der durch viele Filme (The Warriors!) bekannte, leicht heruntergekommene Vergnuegungspark sind aber auf jeden Fall immer einen Besuch wert. Allein schon deshalb, weil sie ebenso wie ein Baseball-Spiel wunderbar Amerika symbolisieren. Die alten Buden und Achterbahnen zelebrieren klassische Vergnuegungsparkunterhaltung und auf der Strandpromenade kann man sich stundenlang damit beschaeftigen, die seltsamen Charaktere zu begutachten, die sich dort produzieren. Von dem Typen, der sich eine 3-Meter-Schlange um den Koerper gewickelt hat ueber die sehr cool und sehr old school breakdancende Gang bis hin zu der Bande absolut durchtrainierter Typen, die sich oben ohne mit kreischenden vollschlanken Damen fotografieren lassen (und anschliessend selbst gemachte Fotokalender verkaufen), ist wirklich viel geboten.

Zwei Dinge werden mir aber so richtig lang in Erinnerung bleiben, weil sie einfach SO amerikanisch sind: Einmal der “Shoot that Freak!“-Stand auf der Promendade, wo man sich damit vergnuegt, mit Paintball-Knarren auf einen armen Kerl zu ballern, die sich mit Schutzanzug und Schild bewaffnet in einer Art Ghetto-Hintergrund tummelt. Natuerlich ist das ganze besonders beliebt bei kleinen Kindern und testosteronschwangeren Kerlen, die ihrer Freundin zeigen wollen, was sie fuer echte Kerle sind. 90% der Kommentare beim Schiessen wollt ihr nicht hoeren… Die zweite faszinierende Attraktion, die die ich aber leider (?) um eine Woche verpasst habe, ist der alljaehrliche Hot Dog-Wettess-Wettbewerb, den die alteingesessene Firma Nathan’s dort durchfuehrt. Gewonnen hat dieses Jahr zum wiederholten Male ein Japaner, der innerhalb von 12 Minuten 53 3/4 Hot Dogs verzehrt hat. Vor 30.000 Fans. Am Besten gefallen hat mir in diesem Zusammenhang das offizielle Zitat des Nathan’s-Geschaeftsfuehrers: “Dieser Wettbewerb verkoerpert jedes Jahr die Stimmung, die mit dem Sommer in Verbindung gebracht wird.”

So ist das wohl. Aber die Hot Dogs sind echt saugut.

bisher 7 Kommentare 18. Juli 2006 Markus

Coney Island rockt

Hoffentlich, denn da geh ich morgen hin:

Jede Menge Indiebands fuer lau und auf Coney Island war ich eh noch nie - duerfte gut werden. Bleibt nur noch die Frage, welche Buehne ich bevorzugen sollte. Ich neige ja zur Stillwell-Stage, weil ich Art Brut recht gut finde. Sonst kenne ich nicht allzu viele Bands, hat jemand irgendwelche letzten Geheimtipps?

bisher 3 Kommentare 14. Juli 2006 Markus

Und noch mehr andere Baelle!

Bowlingbaelle zum Beispiel. Zu meinem grossen Erstaunen habe ich letzte Woche auf einer Pressetour (zugegebenermassen unter Alkoholeinfluss) meine Bowling-Antipathie ueberwunden, mich nach anfaenglichem Zoegern richtig reingehaengt - und sehr viel Spass gehabt! Dazu muss man allerdings sagen, dass zwei Dinge anders als gewohnt waren: die Anlage war sehr modern, gross und - da es Freitag Abend in der Studentenstadt Boston war - komplett ausgebucht. Zum Anderen koennen sich Amerikaner beim Sport einfach wunderbar reinsteigern, und zwar im 100% positiven Sinne. Jeder Strike wurde bejubelt und mit einer Runde High-Five belohnt, und zwar unabhaengig davon, ob es ein Spieler vom eigenen Team oder dem der anderen war. Dementsprechend motiviert und mit Sam Adams Summer Ale-Pitchern gut versorgt liess es sich dort bis nachts um 2.00 Uhr wunderbar aushalten. Und dass ich zwei der drei Runden gewonnen habe (ich weiss bis heute nicht, wie), war der Stimmung dann auch nicht abtraeglich. Dass ich am naechsten Morgen um 7.00 Uhr aufstehen musste, um meinen Rueckflug nach New York zu erwischen, allerdings umso mehr…

bisher 1 Kommentar 14. Juli 2006 Markus

Rock ‘n’ Roll!

800px-CBGB_club_facade1.jpgHey ho - let’s go! Den groessten Teil der Samstagsnacht habe ich im CBGB verbracht - und das ist nicht einfach nur irgendein Laden, das ist Musikgeschichte! Gegruendet 1973, sollte dort urspruenglich mal Country, Bluegrass und Blues gespielt werden - daher dann auch der Name. Dazu kam es aber nicht wirklich, beruehmt wurde CBGB Mitte der Siebziger als Geburtsstaetten des amerikanischen Punk.Dort traten Blondie auf und vor allem The Ramones spielten dort unzaehlige Male. In den Achzigern war dann eher Hardcore angesagt, zwei meiner Alltime Favorites (Sick of it All und Cro-Mags) waren regelmaessig zu Gast. Heute ist das Angebot bunt gemischt und es gibt viele lokale Bands fuer wenig Geld. Ich war eigentlich dort, um Billbones, die Band meines Kollegen Frank endlich einmal live zu sehen. Dazu kam es peinlicherweise nicht, weil ich lernen durfte, dass es zwei Eingaenge und zwei separate Shows pro Abend gibt… Machte aber nichts. Frank kann ich noch oft sehen und so kam ich fuer 10$ in den Genuss von drei sehr unterschiedlichen und zum Teil richtig guten Bands. Als wir gegen 22.30 Uhr eintrafen, war die erste Band schon gut dabei und ich habe zunaechst am Ruf des CBGB gezweifelt: auf der Buehne befanden sich die zwei Damen von God-Des & She, die man sich ein wenig wie eine lesbische Variante der Beastie Boys vorstellen muss. Witzige Texte, aber auf Hip Hop war ich an dem Abend nicht so wirklich eingestellt. Das gute Red Stripe hat mich aber waehrenddessen auch praechtig unterhalten. Der naechste Act war schon besser: der Saenger von Fixer sieht zwar aus wie Ville Vallo fuer Arme und immer dann, wenn es balladig wurde, hatten sie ihre Schwaechen, aber gerockt haben sie dann doch praechtig. Oh, und der Bassist sieht aus wie Nicholas Cages Sohn nach einer laaangen Nacht. Der Top Act des Abends war allerdings wirklich der Hammer: die Pretty Boys spielen sehr Blondie-inspirierten, melodischen Punkrock, der extrem abgeht. Zudem merkt man den drei Damen durchaus an, dass sie schon laenger dabei sind. In ihrer vorherigen Formation waren sie immerhin schon Support fuer Pink, sie waren auch mit Abstand der am professionellsten wirkende Act des Abends, im positiven Sinne. Hoert euch mal Hello Bonjour auf ihrer Website an, dann koennt ihr euch vorstellen, dass es ein grosser Spass war, sie live zu erleben. Insgesamt ein ganz hervorragender Abend: das CBGB selbst ist verhaeltnismaessig winzig, beim fast ausverkauften Abend waren sicher nicht mehr als 150 Leute da, und es hat seinen ganz eigenen Charme. Beispiel gefaellig? Wenn man auf die Toilette will, muss man links an der Buehne vorbei (waehrend die Band gerade spielt), am Backstagebereich vorbei (wo sich die naechste Band gerade vorbereitet) und die Treppe runter. Security? Bodyguards? Braucht kein Mensch! Dazu kommt ein wirklich geniales Preis/Leistungsverhaeltnis (unter der Woche ist es dann noch billiger) und eben - wie gesagt - ein kleines bisschen Musikgeschichte. Wer auch immer von den ueblichen Verdaechtigen uns demnaechst besuchen kommt, ein Besuch bei CBGB ist Pflicht!

jetzt kommentieren? 01. Mai 2006 Markus

Musik, marsch, marsch!

Ich bin ja derzeit nicht nur Zwangs-Single, sondern auch Zwangs-Öffentliche-Verkehrsmittelnutzer. Mal abgesehen davon, dass ich die New Yorker Subway ohnehin schon immer faszinierend fand und ich das pendeln (30 Minuten einfach) ohnehin nicht besonders schlimm finde, habe ich dadurch endlich mal wieder Gelegenheit, ausführlich Musik zu hören. Seitdem es iPod gibt, höre ich ohnehin soviel Musik wie seit Ewigkeiten nicht mehr - Zeit wurde es. Und a propos Ewigkeiten, hier Empfehlung Nummer 1: dank einer gewissen Ex-Kollegin, der man ihre Musikvorlieben niemals zutrauen würde, habe ich musikalisch einen Sprung zurück in die Pubertät gemacht und bin nach 20 Jahren wieder mit Haut und Haaren den guten alten Iron Maiden verfallen. Oldschooliger kann Heavy Metal gar nicht sein - momentan läuft Live after Death rauf und runter, ein sehr guter Live-Querschnitt aller alten Maiden-Hits, ich kann noch die Hälfte der Texte auswändig. Meine letzte Maiden-CD war damals Seventh Son of a Seventh Son, der neue Kram interessiert mich eh nicht. Jeder sollte zumindest mal reingehört haben, das ist Musikgeschichte! Oder auch “Krach”, wenn ich meine Eltern damals richtig verstanden habe. Auslegungssache halt. Und diese Cover-Artworks - ein Traum des schlechten Geschmacks!

Und für alle die, die das alles ganz abscheulich finden, habe ich noch einen Geheimtipp, der sich ungefähr 180° in der Gegenrichtung befindet: Anna Ternheim ist eine Schwedin, die ganz hervorragenden, entspannten, je nach Song leicht bis heftig melancholischen Pop macht. Ideal zum Schlendern durch den Central Park. Oder zum am Fenster sitzen und ins verschneite München schauen.

Oh, und selbstverständlich kann man Iron Maiden und Anna Ternheim gut finden. Ist ganz normal. Ich bin nicht komisch!

bisher 8 Kommentare 23. März 2006 Markus

Danke, Blockbuster!

Blockbuster hat ein Herz für Zwangs-Singles (bzw. “geo-bachelors”, wie man in neu-englisch dazu sagt, meinte neulich mein Flugnachbar) wie mich: für schlanke 17,99$ Flatrate im Monat kann man sich aus der extrem reichhaltigen Online-Bibliothek bis zu drei DVDs gleichzeitig ausleihen, die auch schon 2-3 Tage nach der Bestellung im Briefkasten liegen. Behalten kann man sie bis zu einem Monat. Wenn man die Film im beiliegenden Freiumschlag zurückschickt, kommt automatisch der nächste aus der Liste dran. Und wenn einem mehr nach Stöbern zumute ist, darf man sich zusätzlich noch 1x pro Woche einen Film umsonst aus einer beliebigen Filiale ausleihen. Ein echt gutes Angebot, finde ich, das dafür sorgen wird, dass die Rubrik “Filme” in diesem Blog weiter gut gefüllt sein wird.

P.S.: In Deutschland bieten Amango und Amazon einen ähnlichen Service, weiß allerdings nicht, ob das auch so gut wie bei Blockbuster funktioniert und vor allem ob die Auswahl auch so gut ist.

bisher 3 Kommentare 19. März 2006 Markus

Mario und Luigi: Zusammen durch die Zeit

Gehyped durch einen Artikel in Mobile Gamer und da ich mir nach dem Visa-Alptraum etwas gönnen wollte, habe ich mir nach langer Verweigerung nun doch ein (einen?) Nintendo DS gekauft mit o.g. Spiel gleich dazu. Und was soll ich sagen: es ist ein Riesenspaß!

Wie schon der Vorgänger für GBA Advance, Mario & Luigi: Superstar Saga handelt es sich um eine ziemlich innovative Mischung aus Rollenspiel und Jump ’n’ Run. Sämtliche Charaktere der ewigen Serie sind vorhanden, neben dem beschnäuzten Brüderpaar auch Peach, Bowser und wie sie alle heißen. ZddZ sprüht dabei wirklich nur so vor Ideen: gleich zu Beginn reisen Mario & Luigi durch die Zeit und treffen dort auf ihre Baby-Ichs, die sie huckepack nehmen und fortan als Quartett durch die Lande (und die Zeiten) reisen. Dabei entspricht jede der vier DS-Tasten einem Charakter. Standardmäßig wird mit dieser Taste gesprungen, aus den Spielsituationen ergeben sich aber die verschiedensten Alternativfunktionen. Oft müssen sich die Großen und Kleinen trennen, da nur die Winzlinge in bestimmte Bereiche vordringen können – das ständige Umschalten zwischen den Brüderpaaren fand ich manchmal ein kleines bisschen nervig, auch wenn die Ideen meist originell sind. Wenn die Kleinen aber zum fünften Mal hintereinander in einen Baumstumpf geschickt werden, kann es etwas anstrengend werden.

Kommt es zum Kampf, wird in einen rundenbasierten Modus umgeschaltet – was aber nicht heißen soll, dass es so beschaulich wie in Strategiespielen zugeht. Vielmehr müssen die Gegner durch gut getimete Sprungattacken erledigt werden und ebenso gut getimet müssen die gegnerischen Attacken ausgewichen werden, selbst Konter sind mit etwas Übung möglich. Jeder Gegner hat seine individuelle Taktik, schon das Ausprobieren, wie man möglichst unbeschadet davon kommt, macht Laune. Der RPG-Aspekt äußert sich durch Levelaufstieg, bei dem neben automatischen Upgrade der sechs Eigenschaften (Standards wie Hitpoints oder Stärke, aber auch die Eigenschaft „Bart“ *g*) auch noch mit zusätzlichen Bonuspunkten gezielt nachgeholfen werden kann, vor allem durch neue Kleidungsstücke und Orden, die verschiedenste Boni verleihen.

Die Grafik ist sehr nett, die Charaktere wurden extrem liebevoll gestaltet, besonders Mario und Luigi selbst haben oft sehr witzige Slapstick-Animationen. Zusammen mit den Sprachfetzen, die sie manchmal zum Besten geben („Mamma mia!“) sind sie immer wieder für ein breites Grinsen gut. Leider wird das Mikrofon gar nicht und der Touchscreen (angeblich) erst ganz am Ende genutzt, der Dualscreen dagegen ausgiebig und sinnvoll.

Wer kein Problem mit Knuddelgrafik im Allgemeinen und den berühmten Gebrüdern im Besonderen hat, sollte sich Mario und Luigi: Gemeinsam durch die Zeit unbedingt mal ansehen. Obwohl es sehr umfangreich zu sein scheint, ist es sehr gut zwischendurch für eine halbe Stunde spielbar. Und derart humorvoll kam schon länger kein Spiel daher.

(c) Nerd-Vic am 1. März 2006

jetzt kommentieren? 12. März 2006 Markus

Geheilt?

Wie weiter unten schon geschrieben, habe ich mir endlich Supersize Me, die Fastfood-Dokumentation von Morgan Spurlock angetan. Wer es noch nicht weiß (und zu faul ist, um auf den Link zu klicken): Morgan macht einen extremen Selbstversuch und ernährt sich 30 Tage morgens, mittags und abends ausschließlich von Mc Donalds. Jeder, der mich kennt weiß, dass ich Fastfood im Allgemeinen und Burger im Besonderen über alles liebe, aber diese Doku fand ich wirklich erschreckend. Dass Fastfood ungesund ist, wusste ich schon vorher, klar. Aber so sehr…? Ich will gar nicht in Details gehen, aber es ist schon ziemlich heftig. Aber das, was mir eigentlich so richtig an die Nieren gegangen ist, ist nicht die Gewichtszunahme, der Bluthochdruck und die Herzprobleme, die der gute Morgan nach 30 Tagen zu verdauen (haha) hatte, sondern ein kleines Feature im Bonus-Bereich der DVD. In einem anderen Versuch legt er diverse Burger und Pommes von McD einzeln in Weckgläser, um den Verfall zu dokumentieren. Das Ganze ist ziemlich eklig und eigentlich auf den ersten Blick relativ sinnfrei, denn natürlich vermodern die Dinger, wie man sich das erwartet… jedenfalls die Burger. Und das ist das wirklich Heftige: während die Burger in den 10 Wochen die verschiedenen (und recht widerlichen) Stadien der Verwesung durchmachen, passiert mit den Pommes… nichts! Überhaupt nichts! Die Dinger sehen nach 10 Wochen im Weckglas immer noch so aus, als ob man sie am Tag vorher gekauft hätte! Dazu der passende Kommentar: “Now imagine how good they are for your digestive system”…

Natürlich werde ich auch weiterhin und immer wieder mal Fastfood essen, aber momentan bin ich mehr als bedient. Mal sehen, wie lange es anhält, Wetten werden gerne angenommen…

bisher 2 Kommentare 05. März 2006 Markus

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