Posts gespeichert unter 'New York'

Die Auflösung

Wie Ihr richtig geraten habt, werden wir New York verlassen und an die Westküste nach Kalifornien übersiedeln. Ich freue mich riesig und der Zeitpunkt hätte besser nicht sein können, da wir ja eh gerade auf der Suche nach einem Häuschen im Grünen waren. Der Grund, der dahinter steckt, ist ein Firmenumzug an die Westküste, da dort bereits ein Teil des Labels, für das Markus arbeitet, angesiedelt ist. Markus sieht die Sache mit einem weinenden (weil er NY verlassen muss), aber auch mit einem lachenden Auge (da es ihm an der Westküste auch sehr gut gefällt). Ich hingegen freue mich wahnsinnig, da ich glaube, dass mir das Leben an der Westküste mit Nina viel besser taugen wird. Wir werden nicht in San Francisco direkt wohnen, sondern wohl irgendwo im Marin County nördlich von SF in der Bay Area.
Ich hoffe, dass wir ein schönes Häuschen finden werden, die Gegend ist wunderschön und sehr grün und hügelig, außerdem gibt es viele tolle Nationalparks und berühmte Weingegenden wie das Sonoma & das Napa Valley außenrum. Auch das mediterrane Klima dürfte mir super gefallen, auch wenn es wohl komisch sein wird, keinen Winter mehr zu haben (es hat dort seit den 80er Jahren nicht mehr geschneit). Aber wir werden wohl eh um Weihnachten herum immer in Deutschland sein und Skigebiete sind auch dort in kurzer Zeit erreichbar. Dass Sandra und Christoph auch mit von der Partie sind, ist eh klar, da Christoph ja der Labelchef ist. Außerdem ist es praktisch, dass meine Freundin Julia mit ihrer Familie auch einmal in der Bay Area gewohnt hat und uns somit sicherlich wertvolle Tipps geben kann. Schade nur, dass sich unsere Zeit dort nicht überschnitten hat, das wäre natürlich perfekt gewesen.
Da Markus in Kürze eh geschäftlich an die Westküste muss, werden Nina und ich mitkommen und uns schon mal ein wenig umsehen. Wichtig wird erst einmal sein, dass wir uns für einen Ort entscheiden.

Das waren unsere Breaking News. Das, was sich sonst noch so die letzten Tage/Wochen getan hat, folgt in Kürze, dann auch wieder mit ein paar neuen Fotos.

bisher 21 Kommentare 12. Juni 2007 Tina

Videobotschaft - Teil 2

 Dann werde ich mir wohl mal ein paar Blumen ins Haar stecken …

bisher 5 Kommentare 12. Juni 2007 Tina

Videobotschaft - Teil 1

bisher 3 Kommentare 11. Juni 2007 Tina

Freundlicher Empfang

Da kommen wir nach zweieinhalb Wochen zurück in die Wohnung und die erste Post, die ich öffne, ist ein Schreiben unseres Vermieters, der eine Mieterhöhung um $125 pro Monat ankündigt. War ja auch vorher so billig, die Bude. Naja, wird das Projekt “Umzug” eben noch ein bisschen motivierter angegangen.

bisher 7 Kommentare 14. Mai 2007 Markus

New York, Irland und Portugal…

… haben eines gemeinsam: den Ausstoß an Treibhausgasen. Richtig gelesen, 2005 hat New York alleine soviel Kohlendioxyd verbraucht wie diese beiden Länder. Und selbst das entspricht gerade mal 1% des gesamten amerikanischen Verbrauchs. Das wirklich Bittere an dieser Nachricht ist, dass sich wohl in absehbarer Zeit nicht viel daran ändern wird. Die Anstrengungen der letzten 10 Jahre haben bewirkt, dass der Ausstoss um 446.000 Tonnen pro Jahr gesunken ist. Klingt toll? Im letzten Jahr lag der Verbrauch bei 58.300.000 Tonnen.

Derzeit läuft gerade eine Initiative von Bürgermeister Bloomberg, ähnlich wie in London eine sogenannte “congestion fee” einzuführen, also eine zusaetzliche Gebühr (derzeit ist von $8 pro Tag die Rede) fuer Autos, die nach Manhattan wollen (Anwohner ausgenommen). Fragt sich nur, wieviel das helfen wird: ein Großteil des Ausstoßes, nämlich 79% entsteht durch den Energieverbrauch in Gebäuden - es würde mich mal interessieren, wieviel davon durch die überall laufenden Klimaanlagen entsteht. Ich verstehe das ja zum Teil, unser Apartment läuft im Sommer auch so heiß, dass es ohne zumindest gelegentliches Anwerfen der Klimaanlage schnell unerträglich wird. Allerdings kenne ich alleine drei Kollegen, die ihre Klimaanlage in der Wohnung grundsätzlich immer laufen lassen, auch nachts (”Sonst kann ich nicht einschlafen!”), wir versuchen immerhin, die Klimaanlage nur im äußersten Notfall einzuschalten (was zugegebenermassen auch daran liegt, dass unsere Anlage sehr alt und somit extrem stromfressend ist).

Eine Alternative ist auf absehbarer Zeit nicht in Sicht, fürchte ich - ein Großteil der Gebäude hier ist einfach so alt und/oder schlecht verarbeitet, dass die Fenster nicht richtig isoliert sind, was im Sommer immer zu massiven Klimaanlagen- und im Winter zu massivem Heizungseinsatz führt. Und dabei verbraucht der durchschnittliche New Yorker sogar weniger als ein Drittel der Energie als der Durchschnittsamerikaner (weil er Subway statt SUV fährt)…

Den vollständigen Artikel dazu findet ihr hier. Und bei dem Thema fällt mir leider ausnahmsweise kein witziger Schlusssatz ein.

bisher 2 Kommentare 09. Mai 2007 Markus

Ruhe sanft

Schlaf ist ja so wichtig, aber wer hat schon genug? Besonders in New York, wo ja bekanntlich nie jemand für irgendwas Zeit hat. Bevor er im Büro mit dem Kopf in Tastatur fällt oder im Meeting zu schnarchen beginnt, begibt sich der der findige New York ab sofort in der Mittagspause einfach in seine Schlafkabine für einen entspannenden YeloNap. Etwa 30 Minuten später ist er dann wieder bereit, die Herausforderungen der Arbeitswelt zu stemmen. Gut, so eine halbe Stunde Schlaf kostet auch $20, aber ich denke mal, wer sich sowas gibt, schaut auch nicht mehr so wirklich aufs Geld…

bisher 4 Kommentare 19. April 2007 Markus

An alle…

… Biergartengeher, Imgartengriller und Imbikiniaufderterrasselieger - so sieht man aus, wenn man an diesem Sonntag Nachmittag drei Straßen durch die Stadt zum Brunchen geht:


Wir sind überhaupt nicht neidisch auf euch!

bisher 12 Kommentare 16. April 2007 Markus

Die Stadt braucht Geld

Und zwar anscheinend dringend. Wie vor kurzem berichtet, haben wir ein mehr oder weniger berechtigtes Schwarzfahrticket kassiert. Satte $60 sollten wir innerhalb von vier Wochen abdrücken. Als brave Bürger machen wir das natürlich auch pünktlich, wer will schon als Neueinwanderer Ärger mit den Behörden wegen $60, und so ging vor einer guten Woche auch schon der Scheck in die Post. Ja, der Scheck. Überweisung ist nicht drin, aber dazu später in einem anderen Blogeintrag mehr. Thema erledigt - dachte ich jedenfalls. Gestern klingelt dann auf dem Weg in die Arbeit mein Telefon, als ich rangehe, verlangt eine barsche Stimme nach “Markus Wilding”. Ja, der bin ich, worum geht’s? “When are you going to pay for your subway violation?!” Äh, was? Wer? Melden muss man sich am Telefon anscheinend nicht, wenn man Geldeintreiber des New Yorker Transportbüros ist. Aber was soll’s, ich habe ja schon längst gezahlt. “When did you send that check?!” will die freundliche Dame wissen. Naja, vor ungefähr einer Woche, sollte eigentlich schon… “When exactly? What date?!” Ja was weiß denn ich? Aber wie gesagt, ich will ja keinen Ärger. Vielleicht ist der Scheck ja auf dem Postweg verloren gegangen, kommt ja vor. Und ich bezweifle mal, dass jemand die Chuzpe hat, einen an die NYPD gerichteten Scheck einzulösen. Komm ich halt vorbei und zahl dort. Wo muss ich hin? “Grmpgfdb Street, Brooklyn!” Wo? “Grmpflgb Street, Brooklyn!!” Aha. Gibt’s denn keine Möglichkeit, in Manha… “No. Good bye!” Ähm… ja. Wiedersehen auch. Schau ich halt im Internet nach. Wobei, wo ich gerade online bin, könnte ich ja auch mal meinen aktuellen Kontostand anschauen. Oh, da wurde ein $60-Scheck eingelöst. Vorgestern…

Ich glaube, ich rufe nicht zurück - vor allem, da ich soeben gemerkt habe, dass ich noch volle zwei Wochen Zeit gehabt hätte, die Strafe zu bezahlen. Andererseits wäre vermutlich nächste Woche schon das FBI angerückt…

bisher 3 Kommentare 14. April 2007 Markus

Neue Prioritäten

Heieiei, eigentlich wollte ich gestern Nina zu Bloomingdale’s karren, weil ich drei nette kleine Gutscheine hatte, die mir auf einen Einkauf über $100 immerhin 25% beschert hätten, und ich hätte eh eine Jeans gebraucht. Ich also Nina eingepackt und los ging’s. Dumm nur, dass wir auf dem Weg (musste 20 Blocks runterlaufen) an einem Baby Gap vorbeikamen, aus dem wir erst eine geschlagene Stunde später wieder rauskamen - mit 10 Teilen für Nina und einem Geschenk für *****. Was kann ich dafür, wenn gerade Sale ist und es bei Baby Gap am laufenden Band süße Sachen gibt? Nun ja, als wir bei Bloomingdale’s ankamen, war es schon 17h oder so und ich hatte gar nicht mehr recht Lust, noch groß rumzugucken, außerdem wollte ich ja auch zeitig wieder zu Hause sein. Bin dann erst noch im falschen Stockwerk aus dem Lift gestiegen und fand mich plötzlich zwischen Chanel und Marc Jacobs wieder. Als ich mich gerade wieder auf leisen Sohlen zurück zum Lift stehlen wollte (ich kam mir in meinen Jeans und Turnschuhen etwas verloren vor zwischen all den feinen Roben), wurde ich von einer Verkäuferin aufgehalten, der wohl langweilig war, weil sie ungefähr 10 Minuten lang auf mich eingeredet hat, wie süß und toll Nina doch sei (”You are so blessed!”). Danach bekam Nina Hunger und ich bin zurück in den 2. Stock (wo die Sachen in meiner Preislage waren) und dort erstmal in den Restroom verschwunden. Dort auf einem der Sessel sitzend wurde ich gleich von der nächsten Dame in Beschlag genommen (”She is adorable!” “She’s a doll!”). Und so kam es, dass ich nach Anprobe von gerade mal einer Jeans, die ich aber nicht genommen habe, den Weg Richtung Ausgang gesucht habe, aber nicht, ohne noch ein paar letzte “Look at her face!” “The hat!” (Nina trug einen Sonnenhut) mitzunehmen. Ich hatte ja eh schon genug Geld bei Baby Gap gelassen, trotz Sale … Und lustig: Heute treffe ich Helen, und da ich ein paar Minuten zu spät kam und ihr das geSMSt hatte, überbrückte sie die Wartezeit auch bei Baby Gap und kam mit zwei Teilen wieder raus, die ich auch gekauft hatte. Unglaublich, jetzt müssen wir uns schon für unsere Babys vorher absprechen, was wir ihnen anziehen, wenn wir nicht wollen, dass sie im Partnerlook auf den Picknickdecken sitzen. Fazit ist jedenfalls, dass Nina gestern richtig gut abgesahnt hat, während Mama in die Röhre geguckt hat. Aber das ist schon okay, so haben sich nun mal die Prioritäten jetzt verschoben. Na ja, vielleicht sollte ich noch anmerken, dass Mama letztes Wochenende beim Shoppen in Soho auch ein paar neue Sachen bekommen hat. Und Papa auch.
P.S. an die Schwiegereltern: Ich habe gestern bei Gap noch das Kleidchen gekauft, das zu ihrem Sonnenhütchen passt, das sie von euch bekommen hat.

bisher 6 Kommentare 31. März 2007 Tina

Einmal Leonia und zurück

Da wir ein bisschen am Überlegen sind, vielleicht noch dieses Jahr aus Manhattan rauszuziehen (irgendwo vor die Tore der Stadt), haben wir uns letzten Sonntag ein Häuschen in Leonia, New Jersey angesehen. Eigentlich mehr aus Spaß bzw. Interesse, wie so ein Haus wohl von Innen aussieht, und wie es uns in so einem Vorort gefällt, denn eigentlich waren wir bzw. ich mir recht sicher, dass wir da eh nicht hinwollen würden. Und ich sollte Recht behalten. Es ging schon mit der Anreise los. Ohne Auto ist es ja in den USA bekanntlich nicht so einfach, von A nach B zu kommen. Leonia macht da keine Ausnahme, obwohl immerhin ein Bus hinfährt. Der Bus fuhr von Port Authority ab, einem sehr großen Busbahnhof in Manhattan. Wir also erst in eine Subway, dann in die nächste Subway, dann standen wir in einer der Hallen des Busbahnhofs und wussten nicht wohin. Wir hatten ja schon einmal im Death Valley die schmerzhafte Erfahrung gemacht, dass der Amerikaner an sich nicht so gerne ausschildert, wo es langgeht. Unsere Busnummer war 166, also nahmen wir natürlich an, dass damit das Gate gemeint sei, denn die Gates gingen von 1-400. Nun ja, es waren Schilder von Gate 1-56, von Gate 57-100, von 200-300 und von 300 bis 400. Nur die Zahlenspanne mit unserer Nummer war natürlich nirgends zu finden. Wir dachten, wir müssten vielleicht Magie à la Harry Potter anwenden und das Gate auf Bahnsteig 9 3/4 suchen. Wo wir auch hinliefen, es gab keine Nummern 100-200, nirgends, auch nicht auf den Informationstafeln. Ach ja, und am offiziellen Informationsstand im unteren Level stand ein Schild, dass man sich an die Info oben wenden sollte; oben angekommen fanden wir natürlich - wie sollte es anders sein - ein Schild vor, dass man sich an die Info unten wenden sollte. Argh! Ohne viel Hoffnung steuerte ich schließlich auf einen Schmuckverkäufer zu, der mir aber tatsächlich weiterhelfen konnte. 166 war die Busnummer, und der Bus fuhr wiederum von Gate 224 ab. Aha! Wir also zu Gate 224 und prompt stand da auch Leonia auf dem Schild. Markus fragte zur Sicherheit auch noch den Fahrer, welcher uns dann aber auf Gate 212 verwies, da wir für seinen Bus die falsche Fahrkarte besaßen. Wir also auf zu Gate 212, wo dann nach ein paar Minuten der Bus kam, den wir dann beinahe noch verpasst hätten, weil Nina nach dem ganzen Hin und Her Hunger bekam. Dass so ein Bus nicht gerade den Platz einer Stretchlimo aufweist, ist ja klar. Aber selbst mit zusammengeklapptem SnugRide kamen wir kaum durch den engen Gang. Aber immerhin war er sauber. Völlig fertig fuhren wir also los - als einzige Weiße im Bus. Ich hatte schon gelesen, dass Leonia einen Koreaneranteil von 26% besaß, und als wir aus dem Bus stiegen, fragten wir uns, ob die Zahlenangabe vielleicht falsch war und eigentlich 62% hätte lauten müssen. Überall Koreaner, soweit das Auge reichte. Selbst auf den Schildern der Geschäfte war alles zusätzlich noch auf Koreanisch geschrieben. Dass es in Großstädten solche Viertel gibt, ist ja nichts Neues, aber in einem typisch amerikanischen kleinen Vorort mit ca. 8000 Einwohnern hätte ich das irgendwie nicht erwartet. Nun ja, wir also hin zum Haus, welches ganz nett war, aber genommen hätte ich es sowieso nicht. Nichts gegen Koreaner, aber als Nicht-Koreaner kam man sich hier irgendwie verloren vor. Abgesehen davon war das Haus jetzt auch nicht perfekt. Als wir dem Makler erzählten, dass wir von der Upper East Side kamen, begrub dieser auch sichtlich sofort alle Hoffnungen, dass er das Haus an uns loswerden könnte.
Da es nun schon 14:30 Uhr war und wir Hunger hatten und ich Nina auch nicht verhungern lassen wollte, beschlossen wir, in diesem beschaulichen Städtchen noch irgendwo einzukehren. Dumm nur, dass es außer Dunkin’ Donuts so gut wie nichts gab. Aber was in Koreatown natürlich nicht fehlen darf, ist ein koreanisches Restaurant, und daher gab es auch eines. Da es ganz nett aussah und auch Leute drin saßen (Koreaner natürlich), ließen wir uns dort nieder. Über die Preise hatten wir uns nicht so viele Gedanken gemacht, da wir ja nun auf dem Land waren. Doch auch in Leonia muss man knapp $20 für ein Hauptgericht berappen, was wir ganz schön viel fanden. Aber nun gut, wir waren hungrig und mussten uns stärken, um die Busfahrt zurück zu überstehen. Da wir zu müde waren für koreanisches BBQ (das man sich am Tisch selbst grillt), bestellten wir die einzigen zwei Gerichte auf der Karte, die in der Küche zubereitet wurden. Beide kamen mit verschiedenen Gemüse als Beilage. Das Gemüse wurde auch eine Sekunde nach Aufnahme der Bestellung gleich aufgetischt. Es war nicht schlecht, aber wir haben auch schon besseres gegessen. Etwas irritiert hat mich aber die kalte Kohlsuppe, die etwa 1/8 der Suppentasse bedeckte. Vielleicht war’s auch einfach nur ein Dip? Wer weiß das schon. Ach ja, in der Ecke lief ein Fernseher - natürlich mit koreanischem Programm per Satellit. Gezeigt haben sie ein sehr trauriges Fußballspiel. Es schien ein Länderspiel zu sein, so genau konnten wir das aber auch nicht ausmachen. Jedenfalls war eine Mannschaft asiatisch und trug rot-weiß (wohl die Koreaner), die andere Mannschaft war nicht-asiatisch und trug weiß-rot (vielleicht Polen?). Das allein ist ja noch nicht so traurig, sondern die Tatsache, dass das Stadion nur zu etwa 1/100 gefüllt war (da saßen vielleicht 10 Menschlein klein). Wo war ich? Ach ja, das Essen. Irgendwann kamen dann die Hauptspeisen, beide ganz gut. Als wir so am Futtern waren, brachte die nette Koreanerin plötzlich noch zwei Sachen. Eine gelbe glibberige Masse, die offensichtlich noch lebte, und dann noch ein Stück stumpfen Fisch. Die glibberige Masse stellte sich als geschmacksneutrales Rührei heraus, der Fisch war … ein Fisch. Whatever. Wir haben dann relativ schnell das Weite gesucht.
Der Bus zurück war dann bereits halb voll, als wir einstiegen. Aber es war nicht so, dass die erste Hälfte voll war und hinten alles leer. Natürlich saß auf jedem Zweiersitz genau ein Mensch, so dass alle Zweierreihen besetzt waren und Markus und ich uns aufteilen mussten. Ich hatte mit dem SnugRide zu kämpfen, den ich abwechselnd meinem Sitznachbarn und mir in die Beine rammte, Markus hatte mit Nina im Autositz zu tun, die das Ganze jetzt auch nicht mehr so witzig fand. Irgendwann sind wir dann aber alle drei eingeschlafen, bis wir wieder im sicheren Hafen von Port Authority waren. Und - als wären wir nicht schon genug gestraft gewesen - empfing uns dort dann zu allem Übel noch “Officer Friendly” …

bisher 4 Kommentare 28. März 2007 Tina

Officer Friendly

Nun haben wir also auch unseren ersten Kontakt mit der NYPD hinter uns - und einen kostspieligen noch dazu. Am Sonntag waren wir samt Nina im Kinderwagen in der Subway unterwegs. Wie ja allgemein bekannt sein dürfte, ist schwarzfahren hier ein relativ kleines Problem, da jeder durch ein Drehkreuz muss, das sich nur bewegt, nachdem man seine Karte durch einen Schlitz gezogen hat. Nun ist es natürlich nicht möglich, einen Kinderwagen durch diese Konstruktion zu manövrieren, weswegen es für solche und ähnliche Fälle spezielle Türen gibt. Dazu muss man nur der Person im örtlichen Kabuff Bescheid sagen. Ja, jeder einzelne Subwayzugang hat ein eigenes Kammerl, in der eine Person sitzt, die Auskunft gibt, Karten verkauft oder eben die Tür öffnet.

Nun haben manche dieser Türen einen eigenen Kartenschlitz, manche auch nicht. Keine Ahnung warum und eigentlich ist mir das auch egal, da ich ohnehin eine Monatskarte besitze. Insofern habe ich auch dieses Mal dem Onkel im Kabuff meine Karte vor die Nase gehalten, worauf er mir ein Zeichen gab, dass die Tür jetzt offen sei. Wir also durch und ab in Richtung Ubahn. Weit kamen wir allerdings nicht, nach wenigen Schritten winkte uns ein gut gebauter Polizist zu sich und begann mit einer ausführlichen Befragung. Wie lange wir denn schon in New York wohnen, warum wir denn nicht wüssten, dass man erst die Karte an einem Drehkreuz durchziehen muss, dann aber nicht durchgehen darf sondern die Tür benutzt, warum wir keinen Ausweis haben, der unsere New Yorker Adresse anzeigt, und so weiter und so fort. Es war definitiv eine seltsame Situation: einerseits war er sehr nett, machte immer wieder Scherze (”Ich muss hier viele Tickets verteilen, sonst kann ich meinen nächsten Urlaub vergessen, haha!”) und erklärte uns ausführlich, warum es denn jetzt falsch war, was wir gemacht hatten, andererseits hat ihn die Tatsache, dass wir offensichtlich Ausländer sind, ich offensichtlich eine Monatskarte habe und wir mit Sicherheit keine absichtlichen Betrüger oder Kriminellen sind nicht im Geringsten interessiert. Somit wanderten wir mit einem Strafzettel über satte $60 nach Hause und haben außerdem dazu gelernt, dass man, wenn man von einem Polizisten in New York aufgehalten wird und seine derzeitige Adresse nicht angeben kann, theoretisch erstmal eingelocht werden kann.

Mir sind im Verlauf des Gesprächs immer wieder mal Gegenargumente eingefallen, aber wer diskutiert schon gern mit der New Yorker Polizei? Ich habe einmal den dezenten Hinweis auf unser süßes, in New York geborenes Baby versucht, was aber nicht so wirklich gezogen hat. Und der Kollege, der dann letztendlich das Ticket ausgefüllt hat, hat mir nach einem Blick auf meine Visitenkarte einen kurzen Vortrag darüber gehalten, dass unsere Sportspiele viel besser als die von der Konkurrenz sind - aber auch das hat nichts geholfen. Die NYPD benötigt anscheinend dringend ihren Urlaub.

bisher 5 Kommentare 28. März 2007 Markus

St. Patrick’s Day Parade

Es war mal wieder Paradenzeit in Manhattan. Vor einigen Monaten hatten wir uns ja die deutsche Variante angesehen, die Steuben Parade. Seltsam, aber lustig. Gestern war St. Patrick’s Day und da geht es mal so richtig zur Sache. Der wichtigste (?) Feiertag der Iren wird in New York und Boston, wo die meisten Iren in USA leben natürlich auch am größten gefeiert. St. Patrick scheint gute Verbindungen zu Petrus zu unterhalten - am Freitag gab es noch heftigen Schneefall mit Wind und arktischen Temperaturen, gestern schien zumindest zwischendurch die Sonne und die Straßen waren frei. Das war auch nötig, denn die Parade in Manhattan, die natürlich an der St. Patrick’s Cathredral beginnt und die 5th Avenue bis zur 86th Street führt, hatte gestern satte 250.000 Teilnehmer. Teilnehmer, nicht Zuschauer! Nirgendwo auf der Welt (lustigerweise auch nicht in Irland) gibt es eine größere Parade an diesem Tag - kein Wunder, 1860 waren 25% aller New Yorker Iren, dementsprechend hat ein sehr großer Teil der Einwohner in irgendeiner Form irische Vorfahren. Da es immer noch recht kalt war, haben wir uns die Parade größtenteils am Fernseher angehen (wird sogar auf NBC live übertragen), aber irgendwann sind wir doch noch losgezogen, um uns ein paar Live-Eindrücke zu verschaffen. Und die gibt’s hier. Nina ließ sich übrigens weder durch Dudelsäcke, noch durch Tubas oder Trommeln beeindrucken und hat mal wieder selig alles verschlafen. Und ich habe kein grünes Guinness trinken können, eine Schande!

bisher 1 Kommentar 18. März 2007 Markus

Ich bin stolz auf mich!

Nachdem mein Babybauch bzw. ich sollte sagen Babyspeck zwar schnell weg war, aber auch genauso schnell wiedergekommen ist, ist es jetzt echt an der Zeit, was dagegen zu unternehmen. Nachdem meine bei Amazon bestellte Postnatal Workout-DVD leider total verkratzt ankam, habe ich die letzten beiden Tage auf eigene Faust etwas Gymnastik gemacht und meinen Stepper mal wieder aus der Ecke hervorgekramt. Außerdem habe ich festgestellt, dass man auch ohne Laufband zu Hause joggen kann. Ich hab mich einfach auf meine Yogamatte gestellt, eine Robbie in Concert-DVD eingeschmissen und los ging’s mit Laufen. Wenn man ein kleines Baby zu Hause hat, muss man eben erfinderisch werden. Es hat echt besser geklappt als ich dachte und nach einer halben Stunde war ich ganz gut durchgeschwitzt und am nächsten Tag hatte ich jeweils einen riesen Muskelkater in den Wadeln. Heute ist Markus aus Boston wiedergekommen und wir sind bei angenehmen 12° mit Nina in den Central Park - ich in Laufklamotten und mit iPod bewaffnet. Beim “Reservoir“, einem sehr großen See mitten im Park, angekommen, bin ich losgelaufen und Markus ist mit Kinderwagen hinterhergegangen. Der Plan war, dass ich eine Runde drehe, ihn dann einhole und mir dann überlege, ob ich noch eine laufen will. Nach den ersten etwa 500 Metern dachte ich, dass ich nicht mal eine Runde packen würde. Hab einfach zu lange nichts mehr gemacht. Der See ist schon verdammt groß, hier kann man sich eine Vorstellung davon machen. Nachdem ich erfolgreich gegen den Strom angejoggt bin (anscheinend läuft man immer gegen den Uhrzeigersinn, ich war die einzige, die andersrum gelaufen ist), bin ich dann irgendwann wieder beim Anfang angekommen. Da war ich schon relativ bedient und dachte bzw. hoffte, dass Markus langsam gegangen und noch nicht allzu weit gekommen war. Doch falsch, ich musste noch nahezu die gesamte zweite Runde laufen, bis ich ihn endlich eingeholt hatte. Somit war ich am Ende bei 3,16 Meilen, was genau 5 Kilometern entspricht! Ich bin echt stolz, dass ich das ohne Unterbrechung gepackt habe.

bisher 10 Kommentare 11. März 2007 Tina

Für den hundeverrückten New Yorker

Neulich bei Barnes & Noble gesehen:

Ich sag dazu jetzt besser nichts.

bisher 7 Kommentare 21. Februar 2007 Tina

Vom Schnee in die Traufe

Vorausschicken muss ich, dass es hier in New York besondere Parkregeln gibt. Nicht nur, dass es extrem wenige kostenlose Parkplätze gibt, wenn man mal einen gefunden hat, kann man sein Auto nicht unbegrenzt stehen lassen. Da die Strassen regelmäßig gereinigt werden müssen und bis auf die großen Avenues auch meist nicht besonders groß sind, ist ständiges Umparken angesagt: 1-2 Mal die Woche herrscht dann auf jeweils einer Straßenseite Halteverbot. Und das sollte man besser einhalten, denn sonst sind gerne auch mal $180 Strafe fällig.

Nun stellt euch vor, ihr habt euer Auto ganz legal am Straßenrand geparkt. Ihr wisst, dass ihr am nächsten Tag umparken müsst, steht also morgens auf… und stellt fest, dass es über Nacht nicht nur kräftigen Eisregen, vermischt mit Schnee gab, sondern auch, dass der Schneepflug schon durch die Straße gefahren ist und euer Auto von inzwischen halb gefrorenem Schnee-Eis-Gemisch einbetoniert ist. Das sah dann so aus:

Dann kann man das Auto eben nicht umparken und es wird ja wohl keinen Strafzettel geben, da das Fahrzeug ja von der Stadt selbst eingemauert wurde. Sollte man jedenfalls meinen, aber falsch gedacht. Nach jedem Schneesturm entscheidet die Stadt von Fall zu Fall, ob die Strafzettel ausgesetzt werden, diesmal war es angeblich zu wenig Schnee. Bürgermeister Bloomberg (der selbst meist mit der Subway in die Arbeit fährt, was ich übrigens sehr lässig finde) fand, dass sich die New Yorker mal gefälligst nicht so haben sollen. In einem Statement gestern, mit dem er sich sehr viel Freunde geschaffen hat, meinte er wörtlich, “people need to stop griping”. So viele Freunde, dass er bereits heute einen seiner sehr, sehr seltenen Rückzüge machen musste, sich entschuldigt (”Öhm, es gab wohl in manchen Vierteln mehr Schnee als in anderen, uhm…”) und sämtliche der 4.000 gestern ausgestellten Strafzettel annulliert hat. Recht so, als Autofahrer ist man in dieser Stadt ohnehin genug gestraft.

bisher 1 Kommentar 17. Februar 2007 Markus

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