Posts gespeichert unter 'Unterwegs'

Ich glotz TV… egal wo!

So langsam ärgere ich mich, dass ich keinen Fotoapparat mitgenommen habe. Für Bilder aus dem Winter Wonderland Minneapolis allein hätte es sich schon gelohnt, aber was es hier in meinem Hotelzimmer gibt, passt so wunderschön in die Abteilung “typisch amerikanisch”: neben einem dicken 40-Zoll-Plasma-TV im eigentlichen Zimmer gibt es doch tatsächlich einen kleineren (aber immer noch beeindruckenden) 26-Zoll-TV im Bad. Und der ist so angebracht, dass man ihn bequem von der Schüssel aus benutzen kann, Fernbedienung inklusive. Fehlt eigentlich nur noch der wasserdichte Fernseher in der Dusche…

bisher 3 Kommentare 05. Dezember 2007 Markus

Wiesn ist überall

Ich sitze im Flugzeug zurück nach Kalifornien und erwarte die übliche Frage: “Chicken or Pasta?”. Stattdessen höre ich ein “Chicken or Sausage?”. Richtig gehört, anläßlich des Oktoberfests gibt es doch tatsächlich überraschend gut schmeckende Bratwürscht mit Sauerkraut und Kartoffelbrei, dazu Senf, Brezn, Obazdn und sogar ein Radieserl. Der perfekte Abschluss sozusagen. Naja, fast perfekt: auf die Frage: “Was darf’s denn zu trinken sein?” antworte ich selbstverständlich mit “I hätt gern a Mass!”… und bekomme eine kleine Flasche Warsteiner in die Hand gedrückt! Pfui deifi!

bisher 14 Kommentare 01. Oktober 2007 Markus

Reisefreuden, Teil 730

Nach erholsamen viereinhalb Stunden Schlaf begebe ich mich zum Hotel-Checkout. Draußen wartet auch schon der Flughafenshuttlebus… denke ich. Wie ich von der aufgebrachten Meute vor dem Hotel erfahre, steht der schon seit 45 Minuten mit laufendem Motor da (eigentlich sollen die Busse alle 30 Minuten gehen), vom Fahrer ist allerdings nichts zu sehen. In so einer Situation tun mir meistens die Leute leid, die es ausbaden muessen, aber die Herrschaften an der Rezeption des Hilton sind mit einem erschreckenden Maß an Apathie gesegnet. Wo ist der Fahrer? Wann kommt der nächste Bus? Kann jemand anderes diesen Bus fahren? Wo bleiben die versprochenen Ersatztaxis? Auf alle diese Fragen haben die beiden am Empfang nur ein emotionsloses Schulterzucken bzw. nichtssagendes “Wir arbeiten dran” übrig. Wobei, doch - eine Dame fragt, warum wir uns so aufregen, die Shuttles seien schließlich ein kostenloser Service. Wäre sogar richtig, wenn sie sich um Alternativen kümmern würden, u.a. stehen da draußen zwei Familien mit Babies und drei Flugcrews.

Naja, dann besorge ich mir mal Bargeld fuers Taxi… denke ich. Der einzige Geldautomat im Hotel funktioniert natürlich nicht. “Nehmen die Taxis denn Kreditkarten?” - “Jaja”. Wieso habe ich nur Zweifel? Nach einer Weile kommen dann endlich die Taxis und grüppchenweise steigen wir ein. “Nehmen Sie Kreditkarte?” - “Nein, nur cash.” Wieso wundere ich mich nicht mehr? Zum Glück haben andere im Taxi Bargeld dabei und laden mich ein. Endlich am Flughafen angekommen, kann ich endlich los… denke ich. Dummerweise waren gestern wohl irgendwie viele Flüge verspätet, die Schlangen dehnen sich ins Unendliche. Doch Moment! Ich habe ja gar kein Gepäck und kann am Automaten einchecken… denke ich. Dummerweise erkennt der weder meine Kreditkarte, noch meinen Pass und eine Confirmation Number habe ich wegen der automatischen Umbuchung auch nicht. Also doch anstellen und nahezu sicher den Flug verpassen? Bleibt mir wohl nichts anderes übrig… denke ich. Bis ich dann mal wirklich nachDENKE und mir einfällt, dass ich ja (wieder mal dank Vielfliegerstatus) schon gestern meinen Boardingpass bekommen habe. Eindeutig zu wenig Schlaf und zu viele Zeitzonen…

Glücklich im richtigen Terminal angekommen, nutze ich die Zeit, um mit der freundlichen Dame in der Businesslounge über mein verlorenes Gepäck zu ratschen. Die stellt fest, dass es sehr wohl gestern angekommen ist, weiß auch nicht, wieso man mir es gestern nicht gegeben hat, weiß aber, dass sie es mir nicht geben kann. Dazu muss ich erst einen offiziellen Lost Bagage Claim aufgeben. Kein Problem, ich habe ja noch Zeit… denke ich. Nein, das kann ich erst an meinem finalen Reiseziel machen. Aber wenn das Gepäck doch hier… egal. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps, oder so. Bürokratie herrscht überall. Dann eben nicht.

Der Rest der Reise verläuft erstaunlich unspektakulär bis positiv. Der Flug ist pünktlich, der Platz neben mir frei und die freundliche Dame beim Lost Bagage Claim in New York meint “Oh, Ihr Gepäck ist ja auf diesem Flieger!” Nun bin ich also wieder daheim, nur 25 Stunden, nachdem ich aufgebrochen bin. Ich fliege jetzt erstmal sicher nicht mehr… denke ich. Oh, Moment, in 10 Tagen muss ich noch mal nach Dallas. Und die Woche drauf nach San Francisco. Und in vier Wochen zur Games Convention nach Leipzig. Und dann wieder - diesmal endgültig - nach San Francisco. Und im Herbst wollten wir noch mal nach Deutschland.

In diesem Sinne - stay tuned., die nächste Odysee kann nicht weit sein…

bisher 2 Kommentare 21. Juli 2007 Markus

Reisefreuden, Teil 729

Das Gepäck kommt doch tatsaechlich schon um 12 Uhr mittags am Tag darauf an. Mein Rückflug am Freitag geht um 16.30 Uhr und das Hotel ist nur 30 Minuten Fahrt entfernt, da reicht es ja locker, wenn ich um 14 Uhr losfahre… denke ich. Da von den 20 Meilen Autobahn aber 10 Meilen Stau sind, brauchen wir eineinhalb Stunden und ich komme reichlich unentspannt am Unitedschalter an. Der Flug davor wurde storniert, weswegen dieser Flug randvoll ist, also nichts mit Upgrade in die Mehrbeinfreiheitklasse. Aber egal, Hauptsache, es geht jetzt endlich nach Hause… denke ich. Nur hat der Flug Verspätung. Nach einer Stunde bin ich noch entspannt, nach zwei Stunden nicht mehr so. Mit zweieinhalb Stunden Verspätung wird dann geboardet. Jetzt aber… denke ich. Wir hocken dann aber nochmal eine Stunde gemütlich am Gate, bevor wir endlich loskommen. Hatte ich erwähnt, dass ich keinen Direktflug habe, sondern wieder mal über Washington fliege? Das letzte Mal wurde mein Anschlussflug schlicht storniert, diesmal kommen wir einfach so spät an, dass der Flug längst weg ist. Um 23 Uhr Ortszeit komme ich an und erfahre, dass mein neuer Abflug am Samstag um 8.15 Uhr ist. Hotel umsonst gibt es diesmal auch nicht, weil die Verspätung durch Unwetter in London verursacht wurde. Zum Glück bin ich geschäftlich unterwegs, sonst hätte mich der Spass auch noch $100 gekostet. Dann also nur noch mein Gepäck geschnappt und los gehts… denke ich. Nach 45 Minuten am Gepäckband stellt sich heraus, dass das mein Koffer… irgendwo ist, so genau weiß das hier niemand, aber ich soll doch am Samstag in New York meinen Vermisstenauftrag aufgeben. Inzwischen ist es 1.00 Uhr, ich bin dann auch schon im Hotel angekommen. Morgen geht es um 6.00 Uhr morgens weiter, bin gespannt, was mich dann noch so erwartet. Gute Nacht.

jetzt kommentieren? 21. Juli 2007 Markus

Reisefreuden, Teil 728

So langsam nähert sich mein dreieinhalbwöchiger Reisemarathon dem Ende - ich bin heute in meiner letzten Station London eingetroffen. Und das war gar nicht so einfach…

Da ich Montag und Dienstag geschäftlich in Dallas unterwegs war und keinen Direktflug mehr nach London bekommen hatte, sah mein Reiseplan gestern so aus: 16.15 Uhr Abflug von Dallas nach Washington, Landung um 20.15 Uhr, Weiterflug nach London 21.45 Uhr, Ankunft London 10.00 Uhr morgens. Soweit, so unspektakulär.. denke ich. In der Realität sah das dann so aus: verspätetes Taxi sorgt für Ankunft am Flughafen Dallas um 15.00 Uhr. Nicht weiter tragisch… denke ich. Nur meint die freundliche Dame am Schalter von United, dass mein Flug soviel Verspätung hat, dass ich den Anschlussflug verpassen würde. Aber kein Problem, sie bucht mich auf American Airlines um, die fliegen ja auch. Nur sollte ich mich dann jetzt gleich zu denen begeben, weil es in Kürze losgeht. Also ab in den Flughafenbus. Wer noch nie in Dallas war - der Flughafen ist riiiiesig. Kaum 20 Minuten (!) Fahrt spaeter bin ich im richtigen Terminal, nur meint die nicht so freundliche Dame am Schalter von American, dass ich zwar mitkönne, es für mein Gepäck aber nun zu spät sei. Ich solle doch lieber wieder zurueck zu United und den nächsten Flug nehmen. Prima, habe ich also die Alternative, ohne Gepäck nach London zu kommen, oder mit Gepäck eine Nacht am Flughafen rumzuhängen. Nach längerer Diskussion und Sturheit meinerseits stellt sich dann raus, dass ich Glück habe (dachte ich jedenfalls) - der American-Flug hat auch Verspätung, so dass mein Gepäck noch mitkommt. Toll! Weniger toll ist, dass ich kein Ticket fuer den Weiterflug nach London bekomme (United und American gehören nicht zusammen), aber ich habe ja noch Zeit… denke ich. Jedenfalls, bis wir um 20.45 Uhr landen. Und wir eine Außenposition haben. Und der Bus, der uns abholt Verspätung hat. Kaum 35 Minuten vor Abflug (wo bei internationalen Flügen das Boarding schon lange im Gange ist), bin ich auch schon im Zentralbereich, um mein Ticket abzuholen. Die wieder etwas freundlichere bzw. mitleidigere Dame am United-Schalter meint “Hier ist ihr Ticket, wenn sie es schaffen, schaffen sie es, aber garantieren kann ich nichts. Ihr Gepäck ist aber schon drauf.” Na immerhin. Wobei… wenn mein Gepäck auf dem Weg nach London ist und ich hierbleiben muss… egal, nicht drüber nachdenken, muss eh sprinten. Zum Glück gibt es einen Premium-Securitycheck fuer vielfliegende Menschen wie mich… denke ich. Dummerweise gibt es den nur tagsüber, jetzt ist der geschlossen, also schön in die lange Warteschlange einreihen. Noch 25 Minuten bis Abflug. Kaum 10 Minuten später bin ich auch dran und das Durchleuchten geht bei mir immer schnell, weil ich ja weiß, was in die Tasche darf und was nicht… denke ich. Meine Tasche wird nochmal durch den Scanner gejagt. Und nochmal. Und noch… nein, erst fällt die Hälfte des Inhalts raus und muss umständlich wieder eingeräumt werden. Dann nochmal durch. Dann wird sie durchsucht. Des Terrorrätsels Lösung: ich hatte meinen Schlüsselbund in Deutschland vergessen und habe deshalb den meiner Gattin dabei. Der wiederum beinhaltet eine schmale runde Trillerpfeife. Und wie sieht die beim Durchleuchten aus? Na klar, wie eine Patrone… Noch fünf Minuten zum Abflug und ich bin noch nicht mal im richtigen Terminal. Ohne große Hoffnung werfe ich mich in den Bus und stehe fünf Minuten nach der regulären Abflugzeit vor einer verschlossenen Tür. Aus und vorbei… denke ich. Als ich gerade gehen will, öffnet sich die Pforte und eine erstaunte United-Dame meint: “Da sind sie ja, wir haben sie schon vermisst!” Also nichts wie rein, die Maschine ist sogar halb leer, so dass ich mich halbwegs ausbreiten kann und sogar ca. zwei Stunden Schlaf “genießen” kann (leider gab es diesmal keine Business Class-Freude, aber United bietet wenigstens die “Premium Economy” mit mehr Beinfreiheit.

Pünklich in London gelandet kann ja jetzt eigentlich nichts mehr schiefgehen… denke ich. Doch Überraschung: mein Gepäck hat es natürlich doch nicht geschafft. Der rein überhaupt nicht freundliche Herr am United Lost Bagage-Schalter meint, dass der Koffer mit dem nächsten Flug nachgeschickt wird. Der landet um 22.00 Uhr. Um die Zeit wird selbstverständlich nicht mehr zugestellt. Wann bekomme ich denn dann meine Sachen? Morgen ca. 15.00 Uhr. Oh toll, wann beginnt denn die Auslieferung? Um 7.00 Uhr. Macht Sinn, dass die Lieferung in mein Hotel, das 30 Minuten vom Flughafen entfernt ist, dann auch schon acht Stunden spaeter angefahren wird! Aber als Ausgleich dafür gibt’s auch kein Notpaket mit Zahnbürste oder Ähnlichem, ist ja anscheinend mein Problem, dass es mein Koffer nicht geschafft hat…

So, nun aber genug gejammert. Unser Meetinghotel ist ein wahres Schmuckstueck und liegt in einer der schönsten Umgebungen, die ich in England je gesehen habe, das Wetter war nach sechs Wochen Dauerregen heute wunderschön, ich habe von Hotel Ersatz-Kulturbeutelutensilien und von den Kollegen Ersatz-Klamotten bekommen und sogar das Essen schmeckt. Alles wird gut… denke ich.

jetzt kommentieren? 19. Juli 2007 Markus

Der Unterschied zwischen 17,5 und 11,5

… kann manchmal ganz schoen gross sein. Eigentlich bin ich frohgemut zu meiner Reise nach LA angetreten - mein Upgrade fuer die Business Class hatte funktioniert und somit schienen die 11,5 Stunden Flug nur halb so wild. Nur hatte ich ein paar Dinge unterschaetzt:

1. Die Tatsache, dass ich keinen Direktflug hatte. Der Flug von Muenchen nach Frankfurt dauert zwar nur schlappe 40 Minuten, aber mit vorher Gepaeck einchecken und boarden sind das doch schnell mal zwei Stunden. Dann noch eine gute Stunde Transfer von Terminal A nach B und warten auf das Einsteigen per Bus, schon ist man wieder gut zwei Stunden los.
2. Das Pech, dass in LA direkt vor uns eine Maschine aus Beijing und eine aus Moskau gelandet war. Das waren ungelogen die laengsten Schlangen bei der Einwanderung, die ich je bewundern konnte. Dazu kam noch, dass geschaetzte 50% ihr Einreiseformular falsch ausgefuellt hatten und ca. 90% der englischen Sprache nur in rudimentaeren Bruchstuecken maechtig waren. Als Bonus gab es noch Unterhaltung in Form von einem halben Dutzend Prollrussen, die nach ca. 30 Minuten Warten entschieden hatten, dass die kleinen Asiaten eh nur im Weg stehen und sie sich doch einfach durch die Reihen pfluegen konnten. Naja, konnte ich immerhin mal wieder mit amerikanischen Schimpfwoertern glaenzen. Leider haben sie nur die Haelfte verstanden, aber “What the hell do you think you’re doing?!” funktioniert eigentlich immer ganz gut. Nach knapp eineinhalb Stunden bin ich dann endlich zum Einreisebeamten vorgedrungen, wo ich dann das Pech hatte, dass der sich a) wie ein Schnitzel freute, dass endlich jemand Englisch verstand und sprach und b) derjenige auch noch bei einer Videospielfirma arbeitet, so dass ich noch eine viertelstuendige Kaufberatung zum Thema “PS3 oder Xbox 360″ abzuleisten hatte, bevor ich endlich zu meinem Gepaeck durfte.

3. Der Verkehr in Los Angeles. Mann, war ich schon lange nicht mehr da. Der lustige Fakt, dass in LA trotz einem halben Dutzend Autobahnen in der Umgebung eigentlich durchgehend Stau herrscht, zog die Fahrt zum Hotel dann nochmal kraeftig in die Laenge.

Aber egal, inzwischen bin ich hier und habe soeben die 109 Emails erledigt, die waehrend dieser Reise auf mich eingeprasselt sind.  Messevorbereitung ist doch soviel toller, wenn man die Woche davor im Urlaub ist! Inzwischen ist die Abfahrt im heimeligen Ohlstadt (grosser Dank mal wieder an die Eltern fuer Kost und Logis!) schon bald 22 Stunden her und es wird Zeit, das Hotelbett auszuprobieren. Gute Nacht!

bisher 1 Kommentar 10. Juli 2007 Markus

Ich bin dann mal weg

Nachdem die Reiserei in den letzten Monaten ein wenig nachgelassen hatte, geht es jetzt wieder so richtig los. Mir ist erst die Tage so richtig bewusst geworden, wie lustig die naechsten Wochen werden. Hier ist mein Programm fuer die naechsten dreieinhalb Wochen:

New York → Boston → New York → Muenchen → Verona → Muenchen → Los Angeles → New York → Dallas → London → New York

Das in Kombination damit, dass ich meine beiden Damen das erste Mal zwei Wochen am Stueck nicht sehen werde, macht mich ja irgendwie leicht unentspannt. Naja, immerhin duerft ihr mich danach den Meilenkoenig nennen.

bisher 6 Kommentare 27. Juni 2007 Markus

Münchner Kindl

Damit das nicht untergeht, hier mein neues Lieblingsfoto von Nina:

Nein, sie hat nichts abbekommen. Aber schön, dass ihre bayrischen Wurzeln trotz Geburt in New York offensichtlich erhalten geblieben sind.

bisher 7 Kommentare 25. Mai 2007 Markus

Steuern und andere Katastrophen

Gefunden an einer Schwabinger Hauswand.

bisher 1 Kommentar 21. Mai 2007 Markus

Flugspaß

Ich gehöre ja berufsmäßig zur Gattung der Vielflieger, trotzdem habe ich es in den letzten Monaten erfolgreich geschafft, möglichst wenig unterwegs und dafür mehr bei der Familie zu sein. Die Reise nach London diese Woche war tatsächlich der erste Europabesuch seit September. Zur Strafe wollte mir United Airways offensichtlich zeigen, was mir in den letzten Monaten alles an tollen Erfahrungen entgangen ist. Vorweg geschickt: ich hatte keinen Direktflug, sondern bin von New York ueber Washington nach London und zurück geflogen. Der Flug am Montag Abend von NYC nach DC hatte gleich mal 90 Minuten Verspätung, so dass ich mit Müh und Not meinen Anschlussflug, aber keine warme Mahlzeit vorab bekommen habe. Zum Ausgleich dafür hatte ich aber auch den Mittelplatz in einer Fünferreihe, besonders empfehlenswert bei achtstündigen Fluegen in der Holzklasse. Aber wenigstens war das Essen voellig ungenießbar!

Heute war dann der Rückflug angesagt, wo mich als Erstes fasziniert hat, dass die Sicherheitsvorkehrungen in London Heathrow ungefähr doppelt so strikt wie in New York sind. Nach über einer Stunde anstehen und drei Durchsuchungen wollte ich noch schnell einen schönen schottischen Whisky aus dem Duty-Free-Shop mitnehmen. Ging aber nicht, weil ich keinen Direktflug hatte und somit die teure Flasche fuer den Inlandsflug in mein aufzugebendes Gepäck haette stecken muessen. Das war mir dann doch zu riskant, whiskygetränkte Kofferinhalte sind irgendwie nicht so prickelnd. Naja, dafür habe ich dann meinen Flug nach Washington gerade noch so bekommen. Tut ja auch gut, zwischendurch mal wieder eine Runde joggen zu gehen. Diesmal hatte ich allerdings ein Upgrade auf Economy Plus (= mehr Beinfreiheit) vorgenommen, so dass der Flug halbwegs angenehm verlief. Die 150kg-Britin neben mir quoll zwar über ihre Armlehne, war aber sehr nett und hat sich jedes Mal entschuldigt, wenn eines ihrer Fettpolster meinen Arm gestreichelt hat. Und obwohl das eben Beschriebene meinen Appetit gedämpft hat, war das Essen sogar genießbar und ich konnte endlich Dreamgirls sehen. Soweit, so gut. Der Flug kam pünktlich in Washington an… wo ich dann erfahren habe, dass mein Anschlussflug nach New York storniert wurde. Angeblich wegen schlechtem Wetter. Die beiden anderen Flüge, die an diesem Abend ebenfalls nach New York gingen, hatten anscheinend anderes Wetter… auf gut Deutsch: dieser Flug war nicht voll genug und wurde somit mal eben ersatzlos gestrichen. Naja, was heißt “ersatzlos”: immerhin darf ich morgen um 7.00 Uhr dann doch noch nach Hause! Habe ich schon erwäehnt, dass sich mein Kulturbeutel im durchgecheckten Koffer befindet, an den ich vor morgen nicht rankomme?

Ein besonderes Lob gilt übrigens der freundlichen United-Dame, die mich nach zehnminütiger Compuerrecherche freudestrahlend darüber informiert hat, dass ich dank meines Senator-Status bei Star Alliance doch tatsächlich einen Hotelvoucher bekomme. Toll, ich hatte eigentlich erwartet, bei einem kommentarlos gestrichenen Flug die Nacht auf dem Fußboden verbringen zu dürfen! Und der Luxus geht weiter: ich bekam auch noch einen $15 Essensvoucher (der natürlich nicht fuer Alkohol verwendet werden durfte, wo kommen wir denn da hin!) - was prima ist, wenn im Hotelrestaurant die Hauptgerichte ab $33 angehen. Da weiß man doch, dass man als Vielflieger echte Privilegien genießt.

So, jetzt aber genug gemeckert. Ich muss schliesslich früh ins Bett, der Shuttlebus zum Flughafen fährt um 5.45 Uhr ab…

NACHTRAG: Der Flug ging pünktlich los… und musste dann in Philadelphia zwischenlanden, da in New York zuviel Flugverkehr war und man Kurzstreckenflüge auch nicht voll betanken muss. Hab dann für den einstündigen Flug insgesamt dreieinhalb Stunden gebraucht, aber man härtet ja ab.

bisher 2 Kommentare 23. März 2007 Markus

Du weisst, dass du in England bist, wenn…

… der Kaffee nicht mehr schmeckt

… du jedes Mal zusammenzuckst, wenn das Taxi die “falsche” Autobahnauffahrt nimmt

… du nicht mehr jeden noch so kleinen Betrag mit der Kreditkarte bezahlen kannst

… es mehr indische Restaurants als Starbucks gibt

… “Dude, let’s take the elevator to my apartment” auf einmal “Mate, let’s take the lift to my flat” heisst

Gruesse aus London!

jetzt kommentieren? 21. März 2007 Markus

Die Besucher

Falls ihr euch schon gefragt habt, warum es in letzter Zeit hier so still geworden ist, hier ist der Grund dafür:

Die (Groß-)Eltern Wilding sind bereits seit 10 Tagen hier, um ihre erste Enkelin und ihre erste amerikanische Großstadt zu bewundern. Ich habe den Eindruck, dass beides sehr gut angekommen ist - morgen geht es auf einen abschließenden kleinen (und internetfreien) Roadtrip (Philadelphia, Washington, Baltimore) und ab nächster Woche gibt es wohl auch wieder mehr zu lesen.

bisher 4 Kommentare 02. März 2007 Markus

… aber daheim ist’s schon auch schoen!

Auf jeden Fall bei so grossartigen Herrenabenden wie dem am letzten Freitag. Schee war’s, Burschen! Und naechstes Jahr zieh’ ich auch wieder die Lederhosn an, versprochen.

bisher 3 Kommentare 29. September 2006 Markus

Sing along in San Diego

Kleiner Nachtrag zur Comic-Con: San Diego hat bei mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Sehr schoene Straende (auch wenn ich ausser einem Sonnenbrand nicht viel davon hatte) und eine richtig gute Ausgehmeile, das Gaslamp Quarter. Auf relativ uebersichtlichem Raum tummeln sich eine Unzahl von Kneipen, Restaurants, Bars und Clubs. Das beste und zugleich skurrilste Erlebnis hatten wir aber irgendwo in der Vorstadt. Gewisse Reiseteilnehmer wollten am zweiten Abend unbedingt Karaoke singen, und was tut man nicht alles als guter Reiseleiter… Der Tip des Concierge fuer die beste Karaokebar der Stadt fuehrte uns ueberraschenderweise nicht nach Downtown, sondern nach knapp halbstuendiger Fahrt in eine verlassene Gegend mit genau einer Bar – dem Lamplighter. Kreditkarten wurde nicht akzeptiert und der Geldautomat war auch kaputt, aber die Stimmung war allerbestens. Ich war ja auch in Muenchen gern das ein oder andere Mal beim Karaoke singen, in einer groesseren Gruppe und mit einer groesseren Menge Bier finde ich es auch immer wieder recht lustig (gell, Paule?).

Zwei grosse Unterschiede gab es zu meinen bisherigen Erfahrungen: die Liedauswahl war viel, viel groesser, der Ordner mit Titeln war ein richtiger Waelzer, der neben den Standards auch durchaus Songs von Rammstein oder Rage against the Machine umfasste (nein, die habe ich nicht gesungen). Und dann gab es zwar auch den ein oder anderen Local Hero, der sein eingeuebtes Lied zum Besten gab, aber im Gegensatz zu Muenchen war ein Grossteil der Sangeskuenstler dann doch eher spontan bzw. amateurhaft, was ich wesentlich sympathischer fabd. Und zum Glueck herrschte auch hier die amerikanische Freundlichkeit vor, so dass wir nach einem von Deutschen, Englaendern und Franzosen gemeinsam geschmetterten „Don’t you forget about me“ nicht geteert, gefedert und mit Flaschen beworfen wurden, sondern mit zaghaftem Applaus bedacht da bleiben konnten. Was gut war, sonst haetten wir Highlights wie „Ice, ice Baby“ oder „Baby got back“, vorgetragen von fuelligen Vorortgrazien, verpasst. Und das waere nun wirklich zu schade gewesen.

bisher 1 Kommentar 02. August 2006 Markus

Und noch mehr andere Baelle!

Bowlingbaelle zum Beispiel. Zu meinem grossen Erstaunen habe ich letzte Woche auf einer Pressetour (zugegebenermassen unter Alkoholeinfluss) meine Bowling-Antipathie ueberwunden, mich nach anfaenglichem Zoegern richtig reingehaengt - und sehr viel Spass gehabt! Dazu muss man allerdings sagen, dass zwei Dinge anders als gewohnt waren: die Anlage war sehr modern, gross und - da es Freitag Abend in der Studentenstadt Boston war - komplett ausgebucht. Zum Anderen koennen sich Amerikaner beim Sport einfach wunderbar reinsteigern, und zwar im 100% positiven Sinne. Jeder Strike wurde bejubelt und mit einer Runde High-Five belohnt, und zwar unabhaengig davon, ob es ein Spieler vom eigenen Team oder dem der anderen war. Dementsprechend motiviert und mit Sam Adams Summer Ale-Pitchern gut versorgt liess es sich dort bis nachts um 2.00 Uhr wunderbar aushalten. Und dass ich zwei der drei Runden gewonnen habe (ich weiss bis heute nicht, wie), war der Stimmung dann auch nicht abtraeglich. Dass ich am naechsten Morgen um 7.00 Uhr aufstehen musste, um meinen Rueckflug nach New York zu erwischen, allerdings umso mehr…

bisher 1 Kommentar 14. Juli 2006 Markus

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