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Welcome to Minnesnowta

“Zieh dich bloß warm an!”. Diesen Spruch habe ich in den letzten Tagen bestimmt ein halbes Dutzend mal gehört, immer dann, wenn ich erwähnt habe, dass ich heute nach Minneapolis fliege. “Winter” bei uns in Nordkalifornien bedeutet nämlich, dass die Temperaturen auf 15 Grad sinken (nachts wird es allerdings auch schon mal 5 Grad) und es regnet. Das war’s dann aber auch. Es ist erst unser erster Winter und es ist ja auch gerade erst Anfang Dezember, aber ich bin überrascht, wie gut mir das nicht wirklich winterliche Klima taugt. Durchgehend draußen Basketball spielen und abends grillen (gegessen wird halt drinnen) hat einfach was.

Hier in Minnesota ist das ja eher nicht so angesagt. Das Flugzeug muss 30 Minuten kreisen (”severe weather conditions”) und setzt auf einer schneeweißen Landebahn auf. Das Taxi braucht trotz null Verkehr fast eine Stunde in die Innenstadt, weil der Freeway komplett eingeschneit ist und fährt dann durch ausgestorbene Straßen (gut, das hat auch was damit zu tun, dass Minneapolis eben… Minneapolis ist) und ich musste mich im dichten Schneetreiben zum Restaurant durchkämp… na gut. War nur ein halber Block. Aber es ist tatsächlich reichlich ungewohnt! Höchste Zeit, dass wir zumindest über die Feiertage zurueck ins heimatliche (und hoffentlich verschneite) Oberland kommen, sonst verweichlichen wir ja noch völlig. Und das darf Exilbayern nun mal einfach nicht passieren - weil, wie hammas denn?!

bisher 2 Kommentare 05. Dezember 2007 Markus

The One With The Turkey

Nicht nur bei “Friends” gibt es von Jahr zu Jahr eine neue Thanksgiving-Episode, bei uns scheint sich das jährliche Thanksgiving-Ritual mit großem Truthahn-Essen und anschließendem Mall-Besuch am nächsten Tag auch langsam einzuschleichen. Und wir haben nichts dagegen! Wie auch, wenn man schon zum zweiten Mal bei den perfektesten Gastgebern der Welt (in diesem Fall Sandra & Christoph) eingeladen ist und Thanksgiving aus Champagner, Kir Royal, Garnelen-Sticks, Crab Cakes, Gemüsedips, Truthahn (natürlich), Kartoffelpüree mit echtem Trüffel, Blaukraut, Bohnen, Cranberry-Sauce, Profiteroles (à la Boubou), Rotwein, Weißwein, Cognac und Schnapps besteht? Ach ja, Pecan Apple Pie und Pumpkin Pie hätte es auch noch gegeben, aber dazu war dann keiner mehr in der Lage, daher haben wir fürs Wochenende eine Doggy Bag bekommen. Mittlerweile sind die Kuchenstücke dann auch weg … Es war eine wirklich nette Runde, diesmal europäisch-amerikanisch inklusive Nina und Mia, die die Bude unsicher gemacht haben. Nina hat wieder einmal ihre Liebschaft mit Sissi aufgewärmt, während Mia sich schon am Truthahn verköstigt hat. Aber was soll ich lange erzählen? Seht selbst …

bisher 4 Kommentare 25. November 2007 Tina

Terry Tate, Office Linebacker

Heute ist Thanksgiving, bei dem traditionell die drei großen “F” im Mittelpunkt stehen: Family, Food and Football. Da ich die werte Leserschaft nicht schon wieder mit Footballgeschichten langweilen will, gibt es stattdessen ein Video, das zwar schon etwas älter ist, über das ich mich aber immer wieder totlachen kann. Reebok hat in einer genialen TV-Kampagne eine kreative Lösung gezeigt, wie sich die Effektivität im Büro steigern kann:

bisher 5 Kommentare 23. November 2007 Markus

Trick or Treat - oder: Unser erstes richtiges Halloween

Auch wenn wir letztes Jahr zu Halloween bereits in den USA gelebt haben, so haben wir erst in diesem Jahr so richtig erfahren, wie Halloween hier gefeiert wird. Ein paar Tage zuvor bin ich mit Nina zu einem Spielplatz gegangen und auf dem Weg dorthin habe ich ein paar der am besten dekorierten Häuser fotografiert. Es war schon witzig, was die Leute zum Teil im Vorgarten stehen hatten. Seinen Ursprung hat das Fest Halloween übrigens wohl in Irland, wo die Menschen glaubten, dass am 31. Oktober die Toten zurückkommen und Krankheit über die Menschen bringen und die Ernte vernichten würden, weswegen die Menschen Feuer machten und Masken trugen, um sie zu vertreiben. Dieser Brauch wurde dann von den irischen Auswanderern nach Amerika gebracht und was im Laufe der Jahre daraus geworden ist, ist ja weitgehend bekannt. Diese Verbindung zum Totenreich ist jedenfalls der Grund, warum die Häuser, aber auch öffentliche Einrichtungen mit Themen aus dem Totenreich dekoriert sind. Die Kinder jedoch verkleiden sich mit den verschiedensten Kostümen, so gibt es nicht nur Vampire und Skelette, sondern auch Prinzessinen, Actionhelden, Tiere usw. Ein bisschen wie in Deutschland zu Fasching/Karneval (allerdings findet man hier keine Clowns). So haben die Kinder hier also an Halloween ihren Karneval, mit dem Unterschied, dass sie erst abends losziehen (die kleineren Kinder immer in Begleitung Erwachsener) und den Leuten, die die Tür aufmachen, ein lautes “Trick or Treat” (zu Deutsch etwa “Süßes oder Saures”) entgegen rufen. Der Sinn dahinter ist, wie ja sicher bekannt, dass die Kinder Süßigkeiten abstauben wollen, weswegen sie alle immer große Taschen und Tüten bei sich tragen. Sollte ihnen jemand jedoch Süßigkeiten verwehren, muss man damit rechnen, dass die Kinder sich einen Streich ausdenken. Doch das scheint in den USA nur Theorie zu sein. Wir haben die Nachbarn gefragt und die meinten, sie hätten noch nie von Kindern gehört, die tatsächlich etwas anstellen würden. In England scheint das anders abzulaufen. Emma und Matthias, die einige Zeit in London gelebt haben, hatten da andere Geschichten zu erzählen, die weniger nett klangen. Bei uns waren aber alle Kinder ganz lieb und wirklich höflich. Wir hatten aber auch genug Candy, nach zweimaligem Aufstocken jedenfalls.
Ich war ein paar Tage vor Halloween bei Safeway einkaufen und habe ein paar Tüten Süßigkeiten nach Hause gekarrt, von denen ich dachte, dass die wohl langen würden. Doch nachdem keine fünf Minuten nach Anbruch der Dunkelheit bereits die erste Welle an Kindern unseren Süßigkeitenvorrat um einen beachtlichen Teil hat schrumpfen lassen, ist Markus schnell noch mal los. Der Safeway liegt ja zum Glück nur einen Katzensprung entfernt. Nun waren wir gut gerüstet. Dachten wir. Es hörte einfach nicht auf zu klingeln. Vor uns standen kleine Prinzessinen, Spider-Men, Marienkäfer, Buzz Lightyears, Skelette, Vampire, Kürbisse (doch keiner so süß wie Nina!) und und und … Es nahm einfach kein Ende. Da wir uns nicht ausmalen wollten, was passieren würde, wenn wir als einziges Haus kein Candy mehr hätten, düste Markus ein zweites Mal los. Ich ging in den Treat or Treat-Pausen ein bisschen mit Nina als Kürbis auf dem Arm auf die Straße, wo ich auch unsere Nachbarn alle traf sowie sämtliche andere Leute, die aus allen Ecken zu kriechen schienen. Einige Erwachsene waren ebenfalls verkleidet und ich konnte feststellen, dass es entweder an Halloween lag, oder aber es in unserem County wohl nicht verboten ist, Alkohol offen auf der Straße zu trinken. Unsere Nachbarn erzählten von einer Party oben am Hügel, zu der sie gehen würden. Da Nina aber just an dem Abend schon sehr früh sehr müde war, habe ich Markus alleine hochgeschickt, da ich dachte, es könne nicht schaden, wenn er da mal vorbeischaut. Ein Fehler, wie ich sehr bald feststellen musste. Während ich versucht habe, Nina zu wickeln und umzuziehen und ihr die Milch zu geben, hat es ununterbrochen geklingelt und ich musste jedesmal vom ersten Stock nach unten wetzen, mal mit, mal ohne Nina, je nachdem in welcher An-/Um-/Ausziehphase wir uns gerade befanden. Als ich ihr die Milch geben wollte, habe ich mich einfach auf einen Stuhl an die Haustüre gesetzt und diese einen Spalt offen gelassen. Wenn jemand geklingelt hätte, hätte ich einfach gerufen, sie sollen die Tür aufmachen und sich selbst aus dem Süßigkeitentopf bedienen, der bereit stand. Doch genau in diesen fünf Minuten kam zum Glück niemand, so dass Nina in Ruhe trinken konnte. Markus kam dann aber auch bald wieder und 26 leere Süßigkeitentüten später war der Spuk dann auch vorbei und wir waren beide geschafft, aber sehr zufrieden (ein Kind meinte sogar “Oh wow, you got all the good stuff!” (Oh toll, ihr habt all die guten Sachen!”).
Mein persönliches Fazit ist: In den USA, wo an diesem Tag kein anderes Fest begangen wird (wie im Gegensatz zu Deutschland beispielsweise), ist das ein richtig nettes Fest für die Kinder, die wirklich einen Riesenspaß haben, und auch für die Erwachsenen ist es sehr nett. Und wer nicht mitmachen möchte (es mag ja auch nicht jeder Geld in Süßigkeiten investieren), der kann einfach ein Schild an die Haustür machen, dass es dort kein Candy gibt, und dann wird dort auch nicht geklingelt. Die meisten Häuser, in denen es etwas zu holen gibt, machen eh durch leuchtende Kürbisse oder andere Deko auf sich aufmerksam, wie ihr in unserer Halloween-Galerie sehen könnt.
Überraschenderweise wirkt Halloween hier im Land des Konsums übrigens gar nicht mal so kommerziell, man sieht zwar viele Süßigkeiten in den Lebensmittelläden, aber nach richtiger Deko abgesehen von ein paar Standardsachen muss man schon fast suchen. Was ich so gehört habe, wirkt es in Deutschland schon eher kommerziell, wahrscheinlich weil es doch noch nicht so bekannt ist wie hier. Egal, momentan sind wir hier und fürs nächste Jahr sind wir jetzt jedenfalls gewarnt, was die Menge an Süßigkeiten betrifft, die wir so auf Lager haben sollten, wenn es wieder heißt: Trick or Treat!

bisher 5 Kommentare 08. November 2007 Tina

Happy Halloween!

Nina's 1st Halloween

bisher 8 Kommentare 01. November 2007 Tina

Die Bank Ihres Vertrauens

Ich habe seinerzeit ein Konto bei HSBC eröffnet, weil ich dachte, dass die ja so schön international sind und mir das im Job viel bringen wird. “International” heißt dort leider mehr oder weniger England, USA und Hongkong. Und “USA” heisst Großstädte - in der gesamten Bay Area gibt es genau fünf Filialen. Drei in San Francisco, zwei in Oakland, das war’s. Auch wenn Bankwechsel immer schmerzhaft sind, diesmal musste es sein, schließlich will ich ja nicht jedes Mal in die Stadt fahren, wenn ich auf die Bank muss. Und das muss man hier wesentlich häufiger als in Deutschland, hauptsächlich wegen dem unsäglichen Scheckfirlefanz, über den ich mich vor einiger Zeit schon mal ausgelassen habe. Insofern habe ich vor einiger Zeit ein Konto bei Bank of America eröffnet. Die haben nicht nur ein sehr dichtes Filialnetz, sondern auch witzige Incentives wie Keep the Change - wann immer man seine EC-Karte benutzt, rundet die Bank auf den nächsten vollen Dollar auf.

Womit sie bei mir aber so wirklich punkten konnten, ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter - Eigenschaften, die mir bis jetzt bei Bankmitarbeitern noch nicht so oft vorgekommen sind. Schon bei der Kontoeröffnung lief alles problemlos, obwohl ich gerade erst zugezogen war und ja bekanntlich ein Alien bin. Was mir allerdings heute passiert ist, hat mich wirklich umgehauen. Da mein Gehalt noch nicht auf dieses Konto läuft, ist das Banken immer noch ein wenig chaotisch - Scheck einzahlen oder Betrag aufs Konto buchen, dann davon abheben, aber ja nicht überziehen - denn so etwas wie Dispo gibt es nicht, dafür sind ja Kreditkarten da. Genau das wurde mir zum Verhängnis - ein Scheck wurde zu früh abgebucht, Konto war noch nicht gedeckt: $35 Strafe. Danach habe ich Geld eingezahlt, Scheck wurde abgebucht… somit war fuer den nächsten Scheck wieder zuwenig da: $20 Strafe.

Heute Abend kurz vor Schalterschluss bin ich vorbeigefahren, um überprüfen zu lassen, ob das alles so stimmt, weil ich eigentlich dachte, dass genug Geld vorhanden war. War aber nicht, hatte sich jeweils um einen Tag überschnitten. Tja, Pech gehabt… dachte ich. Bis die junge Dame am Schalter so nebenbei bemerkte: “Yeah, switching accounts is always tough. Let me take care of this.” Und mir kurzerhand $55 wieder gutgeschrieben hat, weil ich ja Neukunde bin!

Mal eine Frage in die Runde: gibt es irgendjemand hier, der jemals von einer BANK Geld geschenkt bekommen bzw. zurückerstattet hat, obwohl es nachweislich sein Fehler war?

Eben. Wie gesagt: ich bin beeindruckt.

bisher 6 Kommentare 30. Oktober 2007 Markus

Das beste New York Magazine Cover aller Zeiten

Kurz bevor mein Abo auslaeuft, hier noch ein absolutes Highlight:

jetzt kommentieren? 11. Oktober 2007 Markus

America’s pastime

… ist jetzt auch meine. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich an einem Samstag Nachmittag im August länger als zwei Stunden zu Hause ein Baseballspiel anschauen würde, hätte ich diese Person für verrückt erklärt. Aber es ist wirklich so: je mehr man sich mit dem Spiel vertraut macht, desto interessanter und spannender wird es. Abgesehen davon ist das Tempo insgesamt trotzdem so gemütlich, dass man sich nebenher ganz hervorragend mit seiner Tochter beschäftigen kann. Kommende Besuchern drohen jetzt also nicht nur ausufernde Monologe zu American Football und den tollen New York Giants, sondern auch noch ausgiebige Erklärungen zu Baseball und den noch tolleren New York Yankees. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

P.S.: America’s Pastime wird Baseball übrigens genannt, weil es nach wie vor die beliebteste Sportart ist, die sowohl aktiv gespielt wird (meistens als Softball), als auch in der passiven Variante, ob vor dem Fernseher, am Radio oder im Stadion. Die ersten Ligen starteten schon kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg und… seht ihr, es geht schon los!

bisher 2 Kommentare 19. August 2007 Markus

Woran merkt man, dass man in den USA lebt?

Wenn man nachts träumt, dass man bei einem Banküberfall Dollar statt Euro kassieren würde. Ich habe mich dann aber im Traum gegen den Banküberfall entschieden, weil ich das nicht gutheißen konnte. Markus übrigens auch nicht, weswegen wir uns dann von der Bande abgesetzt haben. Ja, ja … (Unsere Entscheidung mag auch damit zu tun gehabt haben, dass dabei nur 200 Dollar pro Person rumgekommen wären, aber das lassen wir jetzt mal beiseite). Englisch habe ich hier übrigens schon öfter geträumt, aber das mit den Dollar war was Neues.

bisher 1 Kommentar 29. Juli 2007 Tina

California Dreamin’

Wir waren von Freitag bis Dienstag in Kalifornien, zweieinhalb Tage unsere neue Wohngegend anschauen und dann noch zwei Tage in San Francisco. Zu Marin County lässt sich sagen: Da werden wir’s aushalten. Von der Landschaft hat es mich sogar ein wenig an die hügelige Toskana erinnert und wer mich kennt weiß, dass ich die Toskana liebe. Wir haben uns ein paar Ortschaften angeschaut und haben jetzt schon eine Vorstellung, wo es uns gefällt und wo weniger. Wir konnten uns auch kurz mit dem Makler treffen und schon mal Grundlegendes besprechen und da Sandra und Christoph auch vor Ort waren, konnten wir abends beim Essen auch mit ihnen ein bisschen über die Gegend und die Erdbebengefahr reden. Christoph ist jetzt Experte in Sachen Erdbeben. In San Francisco war ich über die extremen Unterschiede zu New York überrascht. Ich war zwar schon einmal in San Francisco, wenn auch nur für ein paar Stunden (in der Stadt zumindest), aber so richtig ist es mir erst jetzt aufgefallen, wie viel Obdachlose es dort in den Straßen gibt. Unser Hotel war in keiner schlechten Ecke, nahe des Union Squares und der Shopping-Meile. Vielleicht ist genau Letzteres der Grund, aber es gibt dort wirklich sehr viele Bettler, wörtlich so ziemlich an jedem Straßeneck. Meist sogar gleich mehrere. In New York sieht man ja so gut wie gar keine mehr, seit Giuliani vor ein paar Jahren (sichtlich erfolgreich) dafür gesorgt hat, das Stadtbild diesbezüglich zu verbessern. Außerdem ist mir aufgefallen, dass auf sehr vielen Wolkenkratzerdächern die amerikanische Flagge weht. Und wie wir von Markus’ Entwicklerkollegen erfahren haben, wird die Stadt ihrem Ruf als “gay city” sehr gerecht. So geschehen im Aufzug des Hotels:

Typ: “What’s that on your shirt?”
Er: “It’s a burrito. That t-shirt is from a burrito place in Colorado where I’m from.”
Typ: “If you wanna share a burrito, we can go to my room.”

In San Francisco kommt man anscheinend gleich zur Sache.

Wir freuen uns auf jeden Fall auf unser zukünftiges Leben auf dem Lande vor den Toren von gay city! Fotos von unserem Trip gibt’s hier.

jetzt kommentieren? 21. Juni 2007 Tina

Ausflüge im Bundesstaat NY - Montauk und Lake Placid

Da wir ja schon seit einigen Tagen wissen, dass wir nicht mehr lange Zeit hier haben, haben wir uns die letzten beiden Wochenenden ein Auto gemietet und sind einen Tag mal nach Montauk gefahren, dem östlichsten Punkt auf Long Island. Das Wochenende darauf (letztes Wochenende) waren wir dann von Freitag bis Sonntag am Lake Placid im Adirondack National Park in Upstate New York.
Während wir uns Montauk etwas netter vorgestellt hatten und mit das Schönste am Ausflug ein Waschbär auf der Suche nach Essen und die älteste Ranch der USA waren, an der wir zufällig vorbeikamen, gefiel es uns am Lake Placid schon viel besser.
Lake Placid (so heißt auch der Ort am See) dürfte einigen Leuten als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1932 und 1980 ein Begriff sein. Die Fahrt dauerte etwas länger als die vom Routenplaner vorgegebenen fünf Stunden, da wir natürlich auch Pausen eingelegt haben. Überrascht mussten wir auch feststellen, wie riesig der Bundesstaat New York eigentlich ist.
Der Kurzurlaub war trotz der doch nicht geringen Fahrerei sehr schön. Wir hatten uns in einem kleinen schönen Hotel eingemietet, das direkt am See lag. Den Freitag verbrachten wir dann nur noch damit, in den bereitgestellten Stühlen am See zu flacken und abends dann noch einen Happen zu essen (wo ich dann mittendrin von einem der Angestellten, nicht von der Bedienung selbst, nach meiner ID gefragt wurde, die ich aber im Zimmer gelassen hatte, weil ich gar keine Tasche dabei hatte außer Wickelzeug - ich durfte aber mein 0.3-Bier trotzdem trinken, danke).
Am Samstag gingen wir dann erstmal im Ortskern in ein Sportgeschäft und kauften eine Kinderkraxe für Nina. Erst dachte ich, dass sie vielleicht doch noch einen Tick zu klein ist, aber es hat ihr offensichtlich super da drin gefallen, denn jedesmal, wenn Markus sie darin hochnahm und anfing zu gehen, fing sie lauthals an zu kichern, was dann sogar gleich ein paar Minuten anhielt. [Ich habe auch manchmal das Gefühl, dass sie in bestimmten Situationen bestimmte Worte/Sätze lustig findet. Andy, falls Du das hier liest: Da Markus am Anfang die Höhe nicht ganz richtig eingestellt hatte und das Gewicht daher eher auf seinen Schultern als auf der Hüfte lastete und er sich des Gewichts wunderte, meinte ich, er könne doch mal “den Andy fragen, ob das bei ihm auch so ein Problem war” (weil ich wusste, dass Ihr auch so eine Trage habt). Bei diesem Satz hat Nina sich immer kaputtgelacht. Sobald ich “Sollen wir mal den Andy fragen” gesagt habe, ging’s los.] Mit der Kraxe im Gepäck fuhren wir dann zu einem Wald, bei dem ein kleiner Trail begann. Wir wollten nur einen kurzen Trail gehen, da wir nicht wussten, wie lange Nina sich in der Kraxe wohlfühlen würde. Daher waren wir nach einer Stunde schon wieder draußen, machten aber zuvor noch kurz Halt auf einer Lichtung mit Picknicktisch, bis ein kleiner dicker American Staffordshire Terrier plötzlich auf uns zugeschossen kam und erst mein gesamtes linkes Bein ansabberte und dann auf den Tisch zu Nina in der Kraxe springen wollte. Der Besitzerin war das irgendwie ziemlich egal. Da haben wir dann doch lieber das Weite gesucht. Danach fuhren wir wieder zurück zu unserer Bleibe und verbrachten den restlichen Nachmittag mit Obst und Lektüre am See. Abends waren wir dann in einem etwas schöneren Steakhouse, wo Nina uns wieder super hat essen lassen. Ich hatte ihr zuvor schon ihren Schlafanzug angezogen und gefüttert und ihr dann im Wagen nur noch eine Decke drübergelegt. Als die ersten Leute irgendwann gingen, kamen ein paar bei uns vorbei, die meinten, ob wir da überhaupt ein Kind drin hätten, da es ja so ruhig gewesen wäre. Das ist schon toll, dass wir mit Nina wirklich immer problemlos essen gehen können. Sie schläft einfach und wenn wir heimkommen, muss ich sie nur noch umlagern und da schläft sie dann gleich weiter. Eigentlich sollten wir das in NY auch noch mal ausnutzen, bisher waren wir hier seit Nina immer nur zu zweit essen, wenn Verwandtschaft da war zum Babysitten.
Am Sonntag fuhren wir nach einem Frühstück einmal um den Mirror Lake, der sich so ziemlich genau neben dem Lake Placid befindet. Da wir es dort aber nicht so spannend fanden, fuhren wir zu einer Minigolfanlage, wo ich nach einer Partie als eindeutiger Sieger hervorging. Nur Nina hat’s verschlafen. Danach machten wir dann noch eine etwa einstündige Trail-Wanderung, die unter anderem einen Wasserfall beinhaltete. Nach einem kleinen Lunch ging es dann auf den Heimweg, der dann tatsächlich auch nur fünf Stunden dauerte.
Bilder aus Montauk gibt’s hier und Bilder vom Lake Placid dort.

jetzt kommentieren? 15. Juni 2007 Tina

Die Auflösung

Wie Ihr richtig geraten habt, werden wir New York verlassen und an die Westküste nach Kalifornien übersiedeln. Ich freue mich riesig und der Zeitpunkt hätte besser nicht sein können, da wir ja eh gerade auf der Suche nach einem Häuschen im Grünen waren. Der Grund, der dahinter steckt, ist ein Firmenumzug an die Westküste, da dort bereits ein Teil des Labels, für das Markus arbeitet, angesiedelt ist. Markus sieht die Sache mit einem weinenden (weil er NY verlassen muss), aber auch mit einem lachenden Auge (da es ihm an der Westküste auch sehr gut gefällt). Ich hingegen freue mich wahnsinnig, da ich glaube, dass mir das Leben an der Westküste mit Nina viel besser taugen wird. Wir werden nicht in San Francisco direkt wohnen, sondern wohl irgendwo im Marin County nördlich von SF in der Bay Area.
Ich hoffe, dass wir ein schönes Häuschen finden werden, die Gegend ist wunderschön und sehr grün und hügelig, außerdem gibt es viele tolle Nationalparks und berühmte Weingegenden wie das Sonoma & das Napa Valley außenrum. Auch das mediterrane Klima dürfte mir super gefallen, auch wenn es wohl komisch sein wird, keinen Winter mehr zu haben (es hat dort seit den 80er Jahren nicht mehr geschneit). Aber wir werden wohl eh um Weihnachten herum immer in Deutschland sein und Skigebiete sind auch dort in kurzer Zeit erreichbar. Dass Sandra und Christoph auch mit von der Partie sind, ist eh klar, da Christoph ja der Labelchef ist. Außerdem ist es praktisch, dass meine Freundin Julia mit ihrer Familie auch einmal in der Bay Area gewohnt hat und uns somit sicherlich wertvolle Tipps geben kann. Schade nur, dass sich unsere Zeit dort nicht überschnitten hat, das wäre natürlich perfekt gewesen.
Da Markus in Kürze eh geschäftlich an die Westküste muss, werden Nina und ich mitkommen und uns schon mal ein wenig umsehen. Wichtig wird erst einmal sein, dass wir uns für einen Ort entscheiden.

Das waren unsere Breaking News. Das, was sich sonst noch so die letzten Tage/Wochen getan hat, folgt in Kürze, dann auch wieder mit ein paar neuen Fotos.

bisher 21 Kommentare 12. Juni 2007 Tina

Videobotschaft - Teil 2

 Dann werde ich mir wohl mal ein paar Blumen ins Haar stecken …

bisher 5 Kommentare 12. Juni 2007 Tina

Videobotschaft - Teil 1

bisher 3 Kommentare 11. Juni 2007 Tina

Gurt- und hirnlos in New Hampshire

Von New Hampshire wusste ich bis jetzt genau zwei Dinge:

a) es ist ein Staat in USA, genauer gesagt in New England
b) The Hotel New Hampshire ist ein großartiges Buch

Seit gestern weiß ich noch was - die Leute dort sind doof. Sehr doof sogar. Letzte Woche wurde dort mit einer deutlichen Mehrheit der Antrag abgelehnt, dass New Hampshire als letzter Staat in den USA endlich die Gurtpflicht einführt. Richtig gelesen - Gurtpflicht gibt es dort bis jetzt nicht und das wird auch weiterhin so bleiben. Begründung eines Senators: “The citizens of New Hampshire don’t like to be told by anyone else what to do.” Nee klar, macht Sinn. Die Tatsache, dass letztes Jahr bei 77% aller tödlichen Unfälle die Fahrer nicht angeschnallt waren, ist ja vernachlässigbar. Und selbst, wenn man zynisch nur aufs Geld schaut, macht die Sache keinen Sinn: es wird geschätzt, dass der Bundesstaat pro Jahr 48 Millionen Dollar an medizinischer Versorgung sparen würde, wenn der freiheitsliebende New Hampshirer sich endlich angurten müsste. Es ist inzwischen so weit gekommen, dass die Regierung New Hampshire $3,7 Millionen schenken würde, wenn sie dem Gesetz zustimmen würden. Dazu wieder derselbe Senator: “It preserves New Hampshire’s way of not succumbing to the bribes of the federal government and New Hampshire’s belief that every adult can make his or her own choices in life.”

Letztes Jahr fuhren gerade mal 63,5% der New Hampshirer angeschnallt, der niedrigste Wert im Land. Wikipedia hat mir gerade erzählt, dass das state motto dort “Life free or die” ist. Das entbehrt nach dieser Entscheidung nicht einer gewissen Ironie.

bisher 4 Kommentare 02. Juni 2007 Markus

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