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The Woodsman

Hm… nach Anchorman und Weatherman schon der dritte Man in zwei Wochen - seltsam. The Woodsman war eigentlich nur dritte Wahl, die beiden Favoriten des Abends waren schon verliehen. Zum Glueck! Ich hatte vorher noch nie davon gehoert und bin nur ueber das Cover gestolpert. Kevin Bacon spielt in dem Drama einen verurteilten Paedophilen, der auf Bewaehrung versucht, wieder ein geregeltes Leben zu fuehren und seine Triebe im Zaum zu halten. Klingt nicht unglaublich spannend und The Woodsman ist auch definitiv einer dieser Filme, in denen nicht wahnsinnig viel passiert. Er lebt ganz klar von der schauspielerischen Leistung von Herrn Bacon. In einem Artikel in Empire wurde er letztens zum meist unterschaetzten Schauspieler gewaehlt, eine Meinung, die ich absolut teile. Aber auch die anderen Charaktere sind nicht nur gut gespielt, sondern entsprechen auch keinesfalls den ueblichen Klischees. Sehenswert.

jetzt kommentieren? 28. April 2006 Markus

11:14

Bin auf den Film nur gekommen, weil auf einer anderen DVD der Trailer dazu lief - aber bereut habe ich es nicht. 11:14 ist ein cleverer Film im spaetestens seit Memento beliebten “Wir drehen die Zeit zurueck”-Stil. In einem verschlafenen kalifornischen Kaff faehrt zu Beginn ein leicht angetrunkener Kerl jemanden ueber den Haufen - oder auch nicht… jedenfalls geht der Unfall auf eine Verkettung extrem  ungluecklicher Umstaende zurueck. Im Anschluss wird die Zeit jeweils fuenf Minuten zurueck gedreht, bis alle Zusammenhaenge aller Hauptakteure aufgeklaert sind. Was sehr interessant beginnt, wirkt zwischendurch dann doch ein wenig zu konstruiert und das Ende ist irgendwie… unbefriedigend. Insgesamt aber durchaus gute Unterhaltung.

jetzt kommentieren? 28. April 2006 Markus

The Weatherman

Bin endlich dazu gekommen, Weatherman anzuschauen - das hat sich mal wirklich gelohnt, einer der besten Filme, dich ich seit langem gesehen habe. Dave Spritz (Nicolas Cage) hat nicht nur einen bescheuerten (und selbst kreierten) Namen, sondern auch den dazu passenden Job: er ist der Wetteronkel eines Chicagoer Lokalsenders, hat als solcher am Tag nur zwei Stunden, verdient aber einen Haufen Geld. Was er sich damit nicht verdient, ist Respekt: seine Frau hat sich scheiden lassen, sein Vater (genial gespielt von Michael Caine) hält ihn für einen Versager und die Bevölkerung von Chicago bewirft ihn in unregelmäßigen Abständen mit Fastfood. Die Ankündigung, dass sein Vater schwer krank ist und bald sterben wird, gibt ihm letztendlich den dringend benötigten Antrieb, sein Leben auf die Reihe und seine Familie in Ordnung zu bringen. Was jetzt klingt wie eine gewöhnliche, gefühlsduselige Hollywoodnummer, entwickelt sich ein ganzes Stück anders. In vielen Momenten hat mich der Film an den ebenfalls genialen About Schmidt erinnert - nicht nur, weil Hope Davis auch hier eine der Hauptrollen spielt.Das Schöne dabei ist wirklich, dass man nicht unbedingt das bekommt, was man erwartet. Auch wenn Weatherman einige spaßige Momente hat, ist es eher selbstironisches Drama als unterhaltsame Komödie.

jetzt kommentieren? 23. April 2006 Markus

Anchorman

Anchorman dagegen hat mich trotz erheblicher Vorschusslorbeeren sehr enttäuscht. Vielleicht verstehe ich ja einfach den subtilen Humor dahinter nicht, aber kann mir jemand erklären, warum ausgerechnet Anchorman so wahnsinnig komisch sein soll? Zu Beginn kommt ja noch “Höhö, Siebzger-Schnäuzer!”-Grinsen auf, schließlich läuft die TV-Crew um den selbstverliebten Nachrichtensprecher Will Ferrell durchgehend herum wie die Beastie Boys im legendären Sabotage-Video. Aber dieser Effekt nutzt sich dann doch schnell ab, übrig bleibt eine maue “Macho verliebt sich, muss erkennen, dass die Frau tougher als er ist und wird zum Schluss geläutert”-Story. Schade um die Schnäuzer.

jetzt kommentieren? 23. April 2006 Markus

V for Vendetta

Remember, remember, the 5th of November… am 5. November 1605 wurde ein Revolutionär namens Guy Fawkes im Keller des britischen House of Parliament mit ein paar Dutzend Fässern Schießpulver erwischt, noch vor der Sprengung festgenommen und wegen Hochverrats gehängt. Der “Gunpowder Plot” wird dann auch zu Beginn von V for Vendetta kurz geschildert, damit Geschichtsunwissende wie ich auch Bescheid wissen. Der Film war tatsächlich nicht wirklich das, was man erwarten konnte, wenn man den Trailer gesehen hat, finde ich, und das ist gut so. Schließlich ist er eine Comicumsetzung, produziert von den Wachowski-Brüdern und wirkt vom Trailer her wie ein reiner Action-Kracher. Action gibt es auch wahrlich genug, aber die Geschichte um einen maskierten Anarchisten/Terroristen, der in einem faschistoiden Großbritannien der nahen Zukunft vor nichts zurückschreckt, um den Staat zu vernichten und nebenbei seine eigenen Rechnungen zu begleichen ist ein ganzes Stück tiefgründiger als gedacht. Hugo Weaving schafft es, seine Figur, die den ganzen Film über eine starre Maske trägt, sehr viel Leben und Emotion einzuhauchen und auch Natalie Portman nimmt man die Verwandlung vom verschüchterten Mädchen zur desillusionierten Kämpferin durch aus ab. Nur den englischen Akzent packt sie irgendwie nicht durchgehend… Sehr schönes Actionkino mit Tiefgang - wer die Chance hat, sollte ihn sich in einem IMAX-Kino ansehen. V for Vendetta wurde von Beginn an auf IMAX-Format gefilmt, die mächtigen Explosionen kommen in XXL gleich nochmal so gut. Oh, ein Sonderlob gibt es für die Filmplakate, die hier überall kleben und im 50er-Jahre-Look gehalten sind.

jetzt kommentieren? 24. März 2006 Markus

Murderball

Eine Dokumentation über Behinderte, die sogar für den Oscar nominiert war (aber gegen den grandios gefilmten, aber zumindest in Deutschland übel-schleimig kommentierten “March of the Penguins” verlor): das muss schon etwas Besonderes sein. Ist es auch. So erstaunlich ist die Oscar-Nominierung nämlich gar nicht, geht es doch um zwei extrem beliebte Themen in Amerika: Sport und den eisernen Willen, die Nummer 1 zu sein.

Als “Murderball” wurde ursprünglich eine Sportart bezeichnet, die heute unter dem Namen “Wheelchair Rugby” bekannt und sogar paralympische Disziplin ist. “Murderball” lässt sich halt nicht so gut vermarkten… Der Sport ist wirklich hart: zwei Mannschaften, bestehend aus je fünf Spielern, versuchen ähnlich wie beim American Football oder Rugby, einen Ball in die gegnerische Endzone zu bringen. Dabei ist nicht nur Voraussetzung, dass alle Spieler im Rollstuhl sitzen müssen, sie müssen auch eine Behinderung sowohl an den oberen, als auch an den unteren Extremitäten aufweisen.

Die Regeln sind simpel: der Ball darf nicht länger als 10 Sekunden gehalten werden, danach muss durch Werfen abgegeben werden. Aber wirf bzw. fang mal, wenn du einen oder beide Arme nur begrenzt bewegen kannst! Als kleine Hilfe ist es erlaubt, dass sich die Athleten die Hände vor dem Spiel mit einer Art Klebstoff einreiben. Und wie jagt man dem Kontrahenten den Ball ab? Ganz einfach: man rammt ihn mit Vollgas mit seinem Rollstuhl (der im Übrigen aussieht wie aus einem Mad Max-Film), so dass es den Kontrahenten zum Teil sogar aus dem Gefährt schleudert…

Der Film begleitet das amerikanische Olympiateam, das diese Sportart von Beginn an dominiert hat, in der Zeit zwischen 2002 und den Paralympics 2004 in Athen und schildert neben den persönlichen Lebensgeschichten einiger Athleten, allen voran Mark Zupan, vor allem die ewige Rivalität mit Team Canada. Die Charaktere werden dabei intensiv und gnadenlos ehrlich porträtiert: der von Ehrgeiz zerfressene ehemalige US-Superstar Joe Soares z.B., der im Streit das Team verlässt und aus Rache und dem Fanatismus, unbedingt noch einmal Weltmeister werden zu wollen “sein Land verrät” und Kanada coacht, wäre mir in einem Kinofilm viel zu eindimensional dargestellt vorgekommen. Nur ist er nun einmal in der Realität so… Auch die anderen Darsteller werden keinesfalls zu Helden verklärt, sondern genauso gezeigt, wie sie sind, mit allen Stärken und Schwächen.

Ein wirklich sehenswerter Film, bei dem ich mir nur gewünscht hätte, noch ein wenig mehr von den Spielen an sich zu sehen. Die Partien sind oft so schnell geschnitten und so schnell wieder vorbei, dass die Dramatik IMO noch besser rüberkommen könnte.

jetzt kommentieren? 24. März 2006 Markus

The Saw

Ein Raum, darin zwei angekettete Männer, zwischen ihnen eine Leiche. So beginnt The Saw, einer der erfolgreichsten Low-Budget-Produktionen der letzten Jahre. Jungregisseur James Wan hat den Film in nur 18 Tagen abgedreht. Dafür finde ich ihn doch ziemlich beeindruckend, obwohl ich all den Hype über die “Horrorfilmsensation 2004″ nicht zu 100% nachvollziehen kann. Dazu erinnert mich die Geschichte um einen Psychopathen, der seine Opfer vor kranke Szenarien stellt, aus denen sie wie in einem Spiel entkommen oder sterben müssen, dann doch zu sehr an Se7en. Trotzdem sind die Szenarien ziemlich “kreativ” und überraschende Wendungen hat’s auch. Gute Unterhaltung für Genrefreunde. Der einzige bekannte Schauspieler ist übrigens Danny Glover, der ausgezeichnet einen desillusionierten Cop spielt, aber auch die anderen Schauspieler agieren sehr ordentlich. Teil 2 ist bereits bestellt, mehr dazu demnächst in diesem Theater.

bisher 1 Kommentar 16. März 2006 Markus

Geheilt?

Wie weiter unten schon geschrieben, habe ich mir endlich Supersize Me, die Fastfood-Dokumentation von Morgan Spurlock angetan. Wer es noch nicht weiß (und zu faul ist, um auf den Link zu klicken): Morgan macht einen extremen Selbstversuch und ernährt sich 30 Tage morgens, mittags und abends ausschließlich von Mc Donalds. Jeder, der mich kennt weiß, dass ich Fastfood im Allgemeinen und Burger im Besonderen über alles liebe, aber diese Doku fand ich wirklich erschreckend. Dass Fastfood ungesund ist, wusste ich schon vorher, klar. Aber so sehr…? Ich will gar nicht in Details gehen, aber es ist schon ziemlich heftig. Aber das, was mir eigentlich so richtig an die Nieren gegangen ist, ist nicht die Gewichtszunahme, der Bluthochdruck und die Herzprobleme, die der gute Morgan nach 30 Tagen zu verdauen (haha) hatte, sondern ein kleines Feature im Bonus-Bereich der DVD. In einem anderen Versuch legt er diverse Burger und Pommes von McD einzeln in Weckgläser, um den Verfall zu dokumentieren. Das Ganze ist ziemlich eklig und eigentlich auf den ersten Blick relativ sinnfrei, denn natürlich vermodern die Dinger, wie man sich das erwartet… jedenfalls die Burger. Und das ist das wirklich Heftige: während die Burger in den 10 Wochen die verschiedenen (und recht widerlichen) Stadien der Verwesung durchmachen, passiert mit den Pommes… nichts! Überhaupt nichts! Die Dinger sehen nach 10 Wochen im Weckglas immer noch so aus, als ob man sie am Tag vorher gekauft hätte! Dazu der passende Kommentar: “Now imagine how good they are for your digestive system”…

Natürlich werde ich auch weiterhin und immer wieder mal Fastfood essen, aber momentan bin ich mehr als bedient. Mal sehen, wie lange es anhält, Wetten werden gerne angenommen…

bisher 2 Kommentare 05. März 2006 Markus

A Scanner Darkly

Im Vorfeld standen diesem Film ja primaer die Effekte im Vordergrund – jeder, der den Trailer und die aufwendige Website gesehen hat und auch nur einen Funken Interesse an Comics und/oder Computergrafik hat, muss sich einfach fuer den Film interessieren. Fuer alle, die ihn verpasst haben: hier anschauen und dann weiterlesen, dann spar ich mir alle Erklaerungen. *g* Gesehen? Gut, dann weiter. Umso ueberraschender also, dass der Film meiner Meinung nach hauptsaechlich von den Charakteren lebt. An den einzigartigen Stil hat man sich schnell gewoehnt, und die Spezialeffekte halten sich ohnehin in Grenzen (im Prinzip ist ja der ganze Film ein einziger Spezialeffekt). Keanu Reeves ist wie meistens eher unspektakulaer, Winona Ryder gut. Grenzgenial finde ich allerdings Woody Harrelson als verspulten Drogenheini und Robert Downey Jr. als voellig schizophrenen Drogenheini. Die beiden sind jeder fuer sich ein Genuss. Und nebenbei ist die Story, die ja immerhin von Philip K. Dick stammt, auch ziemlich gut, der Schluss sogar sehr gut. Bis auf einen Effekt, den man im Realfilm mit heutiger Technik einfach noch nicht so gut hinbekommen duerfte, haette A Scanner Darkly IMO auch als Realfilm funktioniert. Auf jeden Fall sehenswert – interessant duerfte sein, wie der Film wirkt, wenn man vorher das ein oder andere Bier oder wasauchimmer genossen hat - dann duerfte die ein oder andere Szene noch um einiges beeindruckender wirken, als es ohnehin der Fall ist…

jetzt kommentieren? 01. Januar 1970 Markus

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